Innovation durch Backpacking: Versandgut durch alternative Quellen versenden!

Hallo, mein Name ist Eugen und ich versuche, so oft ich kann, meine Sachen zu packen und um die Welt zu reisen. Im Jahr 2012 war es mal wieder soweit. Ich hatte mal wieder genug von diesem alltäglichen Leben. Also kündigte ich meinen Job, verkaufte meine Sachen,und buchte mir ein Ticket vorerst Richtung Australien. Australien kannte ich schon aus vorherigen Reisen und wusste, dass sich dieser Kontinent sehr gut bereisen lässt und man zudem dort noch durch Working Holiday die Möglichkeit hat, etwas Geld zu verdienen.

 

bringhand_papageiAustralien der Anfang einer Reise

Einen Monat später saß ich schon in Sydney. Als Untermieter im Haus einer australischen Familie. Das Haus lag direkt neben dem „Ku-Ring-Gai Chase National Park“, der mich seinerseits mit viel Busch, einem Fluss und kreischenden Kakadus beeindruckte. Letztere leisteten mir zu meinem Vergnügen sehr oft beim Frühstück Gesellschaft. Meine Gastgeberin Marianne war wirklich sehr nett. Ich durfte alles benutzen und hatte vor allem eine Garage voller Werkzeug zur Verfügung, in der ich einen Volkswagen T4 umbauen konnte, den ich kurz nach meiner Ankunft bei einem osmanischen Autohändler für einen guten Preis abkaufte.

 

Geschenke und Päckchen in die Heimat verschicken

Vor lauter neuen Eindrücken, dem gigantischen Wetter und den wunderschönen Stränden hatte ich fast vergessen, dass Weinachten vor der Tür stand und ich doch gerne das eine oder andere Geschenk an meine Familie versenden beziehungsweise von meiner Familie empfangen würde. Das Versenden und Empfangen von Sendungen international ist wohl allen Backpackern ein bekanntes Problem … es ist teuer und dauert lange :(!

Geschenke besorgen ging ziemlich flott. Ausgestopfte Känguruhoden als Bieröffner für meinen Bruder – fand ich irgendwie komisch 😉 – dann einige Sorten TimTams für meine Mutter und etwas australischen Wein für meinen Vater und noch ein paar andere Kleinigkeiten für meine Schwägerin und meine Neffen. Dann ging es ans Verpacken. Ich musste ja sicher gehen, dass alles gut verpackt ist, damit vor allem die Flasche nicht kaputt geht. Zum Glück fand ich noch etwas Karton in der Garage, den ich mit ein wenig Klebeband zusammenflicken konnte – so ersparte ich mir den Kauf eines fertigen Päckchens – und fertig war meine selbstgemachte Verpackung.

Versandkosten oft ein Problem auf Reisen

Meine Sendung war also bis dahin perfekt. Jetzt musste ich nur noch auswählen, mit welchem Transportservice ich meine Sendung verschicken wollte. Das war ehrlich gesagt gar nicht so einfach. Erstens waren die meisten Anbieter ziemlich teuer. Zweitens musste ich teilweise endlos lange Lieferdauern auf mich nehmen.

Naja, nach einigen Recherchen war ich wieder bei der offizielen Post gelandet. Die erschienen mir ganz nett und zuverlässig. Was mich allerdings auch bei diesem Anbieter nervte waren die extrem hohen Kosten im Vergleich zu der Dauer des Transportes. Knurrend und einige Dollar leichter versendete ich also meine Weinachtsgeschenke in der Hoffnung, dass diese noch vor Weinachten ankommen würden. Ich nehme es mal vorweg: Die Geschenke kamen natürlich nicht rechtzeitig an :-(.

Eine Alternative Versandmöglichkeit?

bringhand_erster_busEinige Tage später erhielt ich eine Nachricht von einem Freund, der im Reisebüro arbeitet und mir mitteilte, dass gerade ein Mädchen einen Flug nach Sydney gebucht hatte und er ihr empfohlen habe, sich bei mir zu melden. Lisa war ihr Name und kurze Zeit später kontaktierte sie mich tatsächlich über Facebook und schrieb mir, dass sie für drei Wochen nach Australien komme und fragte mich, ob ich mit ihr die Umgebung von Sydney ein wenig erforschen möchte. Hab natürlich zugesagt ;-).

Jetzt riefen auch noch meine Eltern an, die mir unbedingt ein Weihnachtspaket von Deutschland nach Australien senden wollten. Nach einigen Versuchen, meine Eltern aufgrund der hohen Versandkosten von ihrer Idee abzubringen, gab ich auf. Mama und Papa blieben stur und wollten unbedingt ihr Paket auf den Weg schicken. Da kam mir die Idee, dass Lisa, die ja sowieso in drei Tagen nach Sydney fliegt, das Paket meiner Eltern mitnehmen könnte.

Kurzerhand schrieb ich Lisa an und fragte, ob sie noch etwas Platz hätte, um das Paket meiner Eltern mitzunehmen und mir in Sydney zu übergeben Ich kannte Lisa zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht persönlich, aber ich war und bin der Meinung, dass man ein bisschen Vertrauen in Menschen haben sollte. Lisa beantwortete meine Frage mit einem Ja und war gerne bereit, das Päckchen meiner Eltern zu transportieren. Nach circa vier Tagen traf ich Lisa in Sydney mit dem Paket meiner Eltern. Es hat also funktioniert!

Für das Überbringen des Päckchens lud ich Lisa als Dank abends in eine Bar namens „The Clock“ ein. Diese Art der Überbringung war erst der Anfang!

Was einmal klappt, klappt immer wieder

Langsam dämmerte mir, dass Lisa, die in vier Wochen schon wieder zurück nach Deutschland fliegt, wieder eine Kleinigkeit mitnehmen könnte. Nach einer schönen gemeinsamen Zeit saß Lisa drei Wochen später dann wie geplant im Flieger zurück nach Deutschland – mit einem kleinen Päckchen von mir für meinen Bruder. Ihr erinnert euch noch an das Paket, das ich vor Weinachten absendete? … Es war immer noch nicht angekommen! Aber zwischendrin konnte ich durch Lisa bereits zwei Päckchen versenden und das auch noch günstiger und vor allem schneller. Lisa versprach mir, zurückzukommen.

Innovative Idee für den individuellen Versendemarktplatz

Jetzt dämmerte es mir noch mehr! Was wäre wenn … man eine Internetplattform aufbauen würde, auf der sich Menschen registrieren könnten, die bereit wären, Versandgüter für andere gegen eine Entlohnung mitzunehmen? Die Vorteile lagen auf der Hand: Es wäre schneller, kostengünstiger und eventuell sogar sicherer.

Neben dem Transport entstand auch eine Freundschaft

Drei Monate später, es war mittlerweile Januar 2013, meinen Volkswagen T4 hatte ich ausgebaut und ich saß in Hillston im Outback bei New South Wales mit einigen anderen Backpackern auf einem Campingplatz und wir philosophierten bei Feuer und etwas Bier über den Konsumwahnsinn in den westlichen Ländern. Diese kleine Auszeit hatten wir uns verdient, nachdem wir mehrere Wochen bei der Kirschenernte im australischen Outback mitgearbeitet haben. Es war unser letzter gemeinsamer Abend, denn am darauffolgenden Tag fuhr jeder wieder getrennte Wege. Ich begab mich wieder in Richtung Sydney um Lisa abzuholen! Ja, ihr habt richtig gelesen. Lisa kam wieder zu mir nach Australien und „Jaa“ sie nahm wieder ein Päckchen mit! Wir starteten dann gemeinsam eine Tour durch Australien. Zuerst ging es nach Tasmanien. Dieses Mal wird sie auch länger bleiben :-).

Einige Zeit später saßen wir beide in Devonport, einer kleinen Küstenstadt in Tasmanien. Dort hatten wir auf einer Apfelfarm Arbeit gefunden um unser Portemonnaie etwas aufzufrischen. Und es war wieder an der Zeit, etwas nach Hause zu senden!

Nicht immer einfach den richtigen Boten zu finden

Jetzt hatte ich natürlich ein Problem und Lisa auch, was das Versenden von Paketen angeht. Wir wollten ungern die offiziellen und teuren Versandstellen nutzen! Also fragten wir einfach einige Backpacker, ob sie selbst vielleicht bald nach Deutschland fliegen oder ob sie jemanden kennen, der bald nach Deutschland fliegt und bei Kaiserslautern (Pfalz) vorbei kommt und unsere Päckchen gegen eine kleine Entlohnung mitnehmen würde. Es waren genug Backpacker dabei, die früher oder später nach Deutschland geflogen wären um ihre Familien zu besuchen oder einfach weil ihr Visa ausgelaufen wäre. Jedoch waren keine dabei, die bei Kaiserslautern vorbeikommen würden. Zugegeben, die Wahrscheinlichkeit war sehr gering, dass wir jemanden finden würden, der von Devonport nach Kaiserslautern ein Päckchen mitnehmen könnte. Es waren einfach nicht genügend Backpacker vor Ort! Aber was wäre, wenn es eine Internetplattform geben würde, auf der sich jedermann, der Lust hat, als Bote registrieren könnte? Die Wahrscheinlichkeit wäre höchstwahrscheinlich gestiegen, dass man jemanden gefunden hätte, der unsere Päkchen damals überbracht hätte.

Während dem Reisen einen Versendemarktplatz entwickeln

Die Sache ließ mich einfach nicht mehr los! Also fing ich an, während des Reisens ein Konzept zu entwickeln und begann kurze Zeit darauf die Website zu programmieren! Ich arbeitete an der Webseite immer, wenn Zeit da war und wir gerade keine Arbeit an den Farmen hatten. Aber auch während des Fahrens, wenn wir wieder eine lange Strecke vor uns hatten, wie zum Beispiel durch die Nullarbor-Ebene, die fünf Tage dauerte. Lisa saß am Steuer und ich nebenan mit meinem Laptop.

bringhand_eugen

Monkey Mia Australien

 

Keine Sorge – die schöne Aussicht bekam ich trotz allem noch mit :).

Am besten ließ es sich aber am Strand arbeiten. In dem Bild oben hat mich Lisa beim Arbeiten in Monkey Mia (Western Australia) erwischt.

Nach über einem Jahr und vielen Abenteuern in Australien, Tasmanien und Asien (Kambodscha) können wir auf viele schöne Momente zurückblicken und haben viel dazugelernt. Meine Webseite ist mittlerweile auch fertig und ging Anfang April 2014 in Berlin an den Start.

 

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