Wie man die Reise mit einem Fernbus noch lukrativer gestalten kann

Seit Anfang 2013 ist der Markt für Busverbindungen in Deutschland geöffnet. Seitdem dürfen Busse auf Verbindungen in Deutschland mit einer Länge von mindestens fünfzig Kilometern beziehungsweise mehr als einer Stunde Fahrzeit frei verkehren. Durch diese Art der Liberalisierung ist die Bahn quasi ihre Monopolstellung los. Hauptargument für die Nutzung der Busse als Reiseverkehrsmittel Nummer eins ist sicherlich der niedrige Preis. So kann man beispielsweise mit dem Megabus für 5,00 € von Berlin nach München fahren. Mit Mein Fernbus/flixbus kostet die gleiche Strecke 19,00 €. Mit der Bahn liegt man im günstigsten Fall bei 37,00 € – zahlt also fast das Doppelte. Also kein Wunder, dass die Branche inzwischen boomt und laut Zahlen des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer von 20 Millionen Fahrgästen genutzt wird.

Bus der Mein Fernbus-Flotte unterwegs auf der Strecke Kaiserslautern-Berlin

Bus der Mein Fernbus-Flotte unterwegs auf der Strecke Kaiserslautern-Berlin

Nicht nur der Preis zählt

Der günstige Preis ist allerdings wohl nicht das einzige Argument zur Nutzung der Fernbusse. Darüber hinaus ist sicherlich auch die Tatsache, dass man in den Fernbussen in den allermeisten Fällen bequem sitzen bleiben kann und ohne Umsteigen an seinen Zielort befördert wird, ein schlagendes Argument. Bei der Bahn schaut es da schon ganz anders aus. Zwar kommt man auf der Strecke Berlin-München planmäßig gute drei Stunden früher an als mit dem Bus, aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ich nicht selten in einer Bahnhofshalle – entgegen jeder Planmäßigkeit – mehrere Stunden auf einen Anschlusszug warten musste und dabei nicht nur an Reisezeit verlor, sondern mich auch noch mit meinem Gepäck rumärgern musste. Seit ich mit dem Fernbus fahre, ist es ganz anders. Hier komme ich eigentlich immer relativ stressfrei an meinem Ziel an. Nicht nur, weil ich mein Gepäck bequem zu Fahrtbeginn abgeben kann und mich für die kommenden Stunden dann nur noch auf mich und die Fahrt konzentrieren muss, sondern auch, weil ich kein Angst mehr haben muss, irgendwelche Anschlusszüge zu verpassen und natürlich, weil ich nicht mehr in irgendwelchen Bahnhofshallen die Zeit totschlagen muss.

Falls sich an der Stelle einige fragen, ob man denn mit dem Fernbus von der Streckenverbindung her genau so flexibel ist wie mit der Bahn, folgendes: Sicherlich ist das Streckennetz der Deutschen Bahn insgesamt besser ausgebaut. Dennoch erreicht man mit den Fernbussen mittlerweile einen großen Teil Deutschlands und das Beste ist: das Streckennetz wird stetig weiter ausgebaut. So kann man mittlerweile – nur drei Jahre nach Markteintritt – sogar bereits in umliegende europäische Länder mit dem Fernbus reisen.

Möglicherweise Maut für Fernbusse?

Aber auf die Fernbusse und ihre Kunden kommen nicht nur rosige Zeiten zu. Durch die Maut-Forderung für Fernbusse von den Verkehrsministern der Länder müssen Fernbus-Fahrgäste künftig höchstwahrscheinlich mit einer Mehrbelastung von 0,2 Cent pro Kilometer rechnen.

Diese Preis-Mehrbelastung könnte man allerdings durch die Zurverfügungstellung einer Mitnahmemöglichkeit für Gepäck ausgleichen. Ich selbst habe das mal testweise ausprobiert und kann sagen, dass es prinzipiell möglich ist.

So könnte man entgegenwirken

Als Fernbusreisender hat man bei den allermeisten Anbietern 30 kg Freigepäck, die man in Form zweier Gepäckstücke mit einer maximalen Größe von je 67 cm x 50 cm x 27 cm befördern darf. So viel braucht man in aller Regel gar nicht und deshalb habe ich versucht, die Hälfte des mir zur Verfügung stehenden Freigepäcks – also 15 kg – quasi „zu vermieten“.

Reisefertiges Gepäck

Reisefertiges Gepäck

Das hat eigentlich auch wirklich gut funktioniert. Sofern man bei den Angaben genau ist, also ausschließt, was man nicht mitnimmt und angibt, was man mitnehmen kann (Maße, Gewicht, Inhalt), kommt es dann beim Bepacken meist auch zu keinen größeren Verzögerungen. Beim Festlegen des Preises für den Transport habe ich mich immer am Fahrpreis orientiert und geschaut, dass ich circa 50 % meines Ticketpreises raushole. Schließlich habe ich auch immer einen „Express-Versand“ geboten ;), also das Versandgut noch am selben Tag beim Versender abgeliefert und ich dachte, dafür wäre der Preis angemessen. Die Versender haben das glücklicherweise immer genau so gesehen, sodass wir uns in dem Punkt immer einig waren. Außerdem war mir wichtig, dass ich Einblick in das Versandgut habe. Zwar sind die Kontrollen im Fernbus bei weitem nicht so streng wie am Airport (also Frischwaren mitzunehmen ist kein Problem), aber ich wollte dennoch sicher gehen, dass ich nur „erlaubte“ Güter für jemanden transportiere. Auch dafür hatten die Versender wirklich immer Verständnis und von daher kann ich eigentlich über gar keine negativen Erfahrungen berichten.

Fazit

Alles in allem habe ich in den zwei Jahren, in denen ich mit dem Mein Fernbus von Kaiserslautern nach Berlin gependelt bin, circa zehnmal für andere etwas mitgenommen und dadurch immer rund die Hälfte meines Ticketpreises rausgeholt. Ich kann das wirklich nur jedem empfehlen und wenn in Zukunft die Maut kommt, lohnt es sich sicherlich noch mehr, etwas für jemanden auf der Fernbus-Reise zu transportieren. Also, warum nicht? Probiert es aus. Es macht Spaß, ist umweltbewusst und im Grunde auch eine gute Gelegenheit, ein bisschen am Ticket zu sparen (passende Koffer und Reisetaschen zum Verreisen findet man hier).

 

 

 

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