Teil 1: Wir verwandeln einen VW T5 Transporter in ein gemütliches Campingmobil

Wie einige bestimmt schon wissen, verbringen wir unsere Zeit nicht nur damit, über unsere Webseite bringhand.de Versandaufträge an Leute, die noch Platz zum Transportieren haben, zu vermitteln, sondern wir lieben es auch, Gebrauchsgegenstände aus dem Transportbereich in etwas Außergewöhnliches zu verwandeln.

Im ersten Teil unseres mehrteiligen Artikels „Vom T5-Transporter zum gemütlichen Campingmobil“ erfahrt ihr, wie wir bei der Auswahl des Busses vorgingen, wie wir den Boden des Busses nach dem Kauf mit Laminat auslegten, wie wir den Bus dämmten und wie wir die Seitenwände ausbauten. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und vor allem beim Nachmachen :-).

Die Entscheidung

Es ist mal wieder soweit, ein Transporter muss her. Der letzte Transporter, den wir ausbauten, war ein VW T4 (zum Artikel –>). Obwohl der VW T4 einen festen Platz in unserem Herzen hat, wollen wir uns dieses Mal an einem neueren Model – dem VW T5 – versuchen. Aber auch wenn Marke und Modell stehen, ist die Auswahl noch lange nicht getroffen. Schließlich gibt es auch bei den T5ern unzählige Modellvarianten und die richtige Auswahl will wohl überlegt sein. Nach langem Hin und Her steht für uns fest, dass wir uns einen VW T5 Kastenwagen kaufen wollen. Dafür sprechen mehrere Gründe. Erstens ist ein Kastenwagen hinten meist ganz leer und man kann sich daher prima austoben ;-). Zweitens ist der Preis des Kastenwagens im Vergleich zu anderen VW T5 Versionen einfach unschlagbar. Drittens werden Kastenwagen in vielen Fällen nur für die Bauphase gekauft und nach Fertigstellung des Hauses unter dem eigentlichen Preis verkauft. Viertens spart man durch den Verzicht auf viel Schnickschnack wertvolle Euros und gegen Sparen haben wir eigentlich nie etwas einzuwenden ;-).

Nachdem also Marke, Modell und Modellvariante stehen, müssen wir uns noch Gedanken zu den Suchkriterien machen. Für uns steht vor Beginn der Suche fest, dass der VW T5 Transporter in einem guten Zustand sein soll, der Preis die 8000 €-Marke nicht übersteigen soll, der Kilometerstand nicht höher als 100000 km sein soll, der Transporter Scheckheft gepflegt sein soll, dass sich die Kratzer und Beulen in Grenzen halten sollen und dass er von einer Privatperson und nicht etwa einem gewerblichen Betrieb verkauft werden soll.

Die Suche

Nachdem alle Suchkriterien feststehen, kann es endlich losgehen. Wir nehmen uns viel Zeit und durchforsten verschiedenste Seiten wie mobile.de, autoscout.de oder auch ebay-kleinanzeigen.de. Wir haben schnell einige Transporter auf unserem Schirm, die wir teilweise auch besichtigen. Jedoch ist leider nicht gleich was Passendes dabei. Der erste Transporter, den wir uns anschauen, hat einfach zu viele Blechschäden. Der zweite, den wir im Schwarzwald finden, klingt laut Beschreibung im Internet ziemlich vielversprechend. Er ist weiß, hat guten Lack und kaum Kratzer, sieht gepflegt aus und ist laut Beschreibung Scheckheft gepflegt. Wir denken, dass er es bestimmt ist. Motiviert und voller Hoffnung machen wir uns also auf den 400 km langen Weg Richtung Schwarzwald. Vor Ort werden wir dann aber leider enttäuscht. vw-t5-transporter-campingmobilDas Herzstück – der Motor – ist undicht und es macht beim genaueren Betrachten den Anschein, als würde der Motor Öl verlieren. So ein Kauf ist uns definitiv zu heikel, weshalb wir uns letztendlich – trotz 400 km weiter Anreise – dagegen entscheiden. Also muss die Suche weitergehen.

Unzählige Klicks später finden wir endlich das, was wir suchen. Einen blauen VW T5 Transporter, der nicht nur von außen, sondern auch von innen glänzt und der zudem – wie sich im privaten Gespräch herausstellt – von einer äußert netten Familie verkauft wird. Dieses Mal würde uns die Reise gen Osten führen und da wir nicht wieder vor Ort enttäuscht werden wollen, führen wir lieber zwei, drei Telefonate mehr als eins zu wenig :-). Da wir zu den Verkäufern großes Vertrauen haben, beschließen wir, es nochmals zu wagen. Und das Wagnis lohnt sich. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Der Bulli strahlt uns schon von Weitem entgegen und auch aus der Nähe gewinnen wir einen prima Eindruck von ihm. Der Motor ist dicht und trocken und auch alles andere sieht sehr vielversprechend aus. Natürlich wollen wir den Bulli nicht in der Garage kaufen, weshalb wir noch um eine Probefahrt bitten, aber als uns auch diese überzeugt, steht für uns fest: dieser Bulli ist es.

Die Anforderungen an den Ausbau

Nachdem wir den Bulli nun also gekauft und in sein neues Zuhause gebracht haben, müssen wir uns allmählich erste Gedanken zum Ausbau machen. Wir fragen uns, wie und mit welchen Materialien er ausgebaut werden soll. Bei der Beantwortung der Fragen orientieren wir uns an folgenden Vorgaben:

Gemütlichkeit: Er soll einladend und gemütlich wirken. Schließlich muss man sich darin wohl fühlen. Das heißt, wir müssen für die Einrichtung warme, bunte Farben wählen, die einem zum einen in ein gemütliches Nest eintauchen lassen und zum anderen für Lebensfreude sorgen.

Dämmung: Da wir beim Ausbau unseres ersten Busses an Dämmung gespart haben, was wir dann während unseres Aufenthaltes im Outback zu spüren bekamen, soll unser treuer Weggefährte dieses Mal unbedingt gedämmt werden. Nicht nur, um die Hitze von außen abzuhalten, sonder auch, um die Wärme von Innen nicht rauszulassen.

vw-t5-Transporter-Kasten KopiePlatzsparend: Jeder Winkel im Bus soll genutzt und kein Platz verschwendet werden. Denn jeder, der schon einmal in einem Van oder Transporter unterwegs war, weiß, wie wichtig Platz sein kann. Neben des ökonomischen Ausbaus soll der Van auch Platz für zwei Personen und eventuell einen kleinen Hund bieten.

Flexibel: Der Bus muss flexibel und alltagstauglich sein. Denn er soll ja nicht nur als Campingmobil genutzt werden, sondern bei Bedarf im Alltag auch weiter als Transporter dienen. Wenn man diese beiden Facetten beim Ausbau berücksichtigt, liegt der Vorteil darin, dass man das Fahrzeug trotz Campingmobil-Funktion weiterhin für den privaten Transportgebrauch nutzen kann. Die Verwandlung vom Transporter in ein Campingmobil und wieder zurück in einen Transporter, das wird unsere Herausforderung.

Einige tolle Ideen zum Ausbau eines Camping-Busses findet man auch in diesem Buch hier.

Wir bauen einen Transformer: Ein Transporter, der sich in ein Campingmobil verwandelt und wieder zurück.

Die Materialsuche

Nachdem wir uns nun also ein erstes Bild gemacht haben, wie wir unseren Bulli ausbauen wollen, muss allmählich erstes Material eingekauft werden. Nach unserer Erfahrung macht es wenig Sinn, gleich zu Beginn alle Materialien, die für den Ausbau vermeintlich gebraucht werden, einzukaufen. Denn der Ausbau ist wie eine Reise, bei der der Weg das Ziel ist. Man hat zwar einen ungefähren Plan, wo es lang gehen soll, aber man lässt sich unterwegs auch gerne überraschen und umleiten. Am besten sucht man sich die Materialien also parallel zum Ausbau zusammen. Klar, dafür muss man Zeit und Geduld haben und auch öfter mal zu den Baumärkten fahren, aber das lohnt sich.

Der Boden

boden-für-campingmobil-t4

Bei uns beginnt die Ausbau-Reise mit dem Boden. Wir entscheiden uns hier wieder für Laminat. Damit konnten wir bereits beim letzten Ausbau gute Erfahrungen sammeln und was gut war, darf ja bekanntlich gerne gut bleiben. Am besten sucht man sich das Laminat in einem Baumarkt aus. Dort kann man sich die Designs nicht nur in realem Zustand ansehen, sondern findet auch oft sehr gute Sonderangebote. Wenn man eher nicht so der Baumarkt-Typ ist, kann man auch hier Laminat bestellen.

Da wir ab und an gerne unsere Zeit im Baumarkt verbringen, um uns von dem dort vorhandenen Angebot inspirieren zu lassen, steht es für uns eigentlich außer Frage, das Laminat dort zu kaufen. Insgesamt reichen zwei Pakete Laminat für ca. 8 € pro Quadratmeter locker aus – wir haben sogar noch drei Bretter übrig. Von der Farbe her entscheiden wir uns für einen hellen Grau-Ton mit dunkelblauer Aufschrift.

Bevor die Bretter verlegt werden können, müssen wir uns diesmal allerdings wie gesagt Gedanken zu der Dämmung machen. Dadurch, dass bei uns im Bus vorab bereits ein Boden verbaut wurde, entscheiden wir uns dafür, nur noch eine Trittschalldämmung darauf zu geben und dann schon das Laminat zu verlegen. Bei den Transportern, bei denen kein Boden verlegt ist, empfehlen wir neben der Trittschalldämvw-t5-transporter-bodenmung noch eine extra Wärmedämmung zu verlegen. Wir würden euch an der Stelle empfehlen, einfach mal bei Verwandten oder Freunden nachzufragen, ob jemand noch Reststücke übrig hat. Ansonsten bekommt ihr gute Trittschalldämmung hier und selbstklebende Wärmedämmung hier.

Zum Zeitmanagement: Mit etwas handwerklichem Geschick ist es innerhalb weniger Stunden zu schaffen, das Laminat zu verlegen. Ihr braucht dazu auch gar nicht viel: Nur einen Laminatschneider (den gibt es hier), einen Zollstock und einen Bleistift. Solltet ihr zusätzlich noch Löcher ausschneiden müssen, dann könnt ihr dazu eine Stichsäge (die gibt es hier) oder einen Bohrer mit Lochsägen-Aufsatz (findet man hier) verwenden.

Nachdem wir den Boden verlegt haben, kümmern wir uns um die Seitenwände.

 

Die Seitenwände

vw-t5-seitenwände-ausbauen

Bei den Seitenwänden kann man viel an Platz rausholen, wenn man die Dämmung bewusst wählt oder eigene, individuell angepasste Seitenwände erstellt und die original Seitenwände rauslässt. Ihr werden erstaunt sein, wenn ihr seht, dass sich hinter den Seitenwänden noch locker weitere 10 cm Platz befinden. Diesen Platz kann man mitunter für kleinere Fächer verwenden. Wir entscheiden uns dafür, vorerst die original Seitenwände von VW beizubehalten und diese mit Dämmung auszustatten sowie mit Stoff zu überziehen, um einen besseren Effekt zu erhalten. 

 

vw-t5-seitenwändeUm die Verkleidung auszubauen, muss man nur die Spreiznieten-Dübel mit einem Sechskantschraubendreher (gibt es hier) entfernen und schon hat man die Wände ausgebaut. Hier raten wir euch, etwas vorsichtig zu sein, weil diese Spreiznieten aus Plastik bestehen und gerne mal brechen. Solltet ihr den Schaden übrigens ähnlich wie wir nicht verhindern können, bekommt ihr beim Autohändler oder hier neue Spreiznieten ;-). 

Wie wir unsere Seitenwände im Endeffekt gedämmt, bezogen und verziert haben und welche Veränderungen wir sonst noch vornehmen, erfahrt ihr im nächsten Teil unseres Artikels. Klickt einfach auf den unteren Link, um den zweiten Teil unseres Artikels zu öffnen.

 

Teil 2: Wir verwandeln unseren VW T5 Transporter in ein gemütliches Campingmobil

 

 

 

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3 Kommentare auf "Teil 1: Wir verwandeln einen VW T5 Transporter in ein gemütliches Campingmobil"

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Jens Szabelski
Gast
Jens Szabelski
5 Monate 3 Tage her

Wird verfolgt und nachgemacht!

torben
Gast
torben
3 Monate 8 Tage her

hallo, schoene anleitung. wie habt ihr die verzurrschienen entfernt? habt ihr die nieten ausgebohrt?
gruss
torben aus hamburg

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