Cargo Bikes: Clever Transportieren mit dem Lastenrad

Lösungsansatz für verstopfte Städte und ein Plus für die Umwelt!

Da muss man schnell wo hin und dann steht man wieder ewig im Stau, weil mal wieder Unmengen Lkws die Straßen blockieren. Alltag in vielen deutschen Großstädten, den die meisten von uns schon mal erlebt haben dürften. Abhilfe für dieses Problem könnten in Zukunft Cargo Bikes schaffen! Die Transporträder liegen immer mehr im Trend und könnten die City-Logistik revolutionieren. Früher noch schwerfällig, langsam und kaum belastbar ermöglichen neue Konstruktionen und der Einsatz von Elektromotoren das Transportieren immer schwererer Lasten nur mit dem Einsatz von zwei kräftigen Beinen. Ein gutes Beispiel wie so ein Elektro Lastenfahrrad aussieht und was es kostet findet man hier.

Cargobike mit Transportbox

Damit eröffnen sich nicht nur ganz neue Möglichkeiten für Kurierfahrer und Lieferservice, auch große Transportunternehmen profitieren von der gesteigerten Agilität der Transporträder, die es ermöglicht, auch zwischen den engen Gassen und Einkaufspassagen große Lasten kostengünstig zu transportieren um Waren schnell und pünktlich, in die dort ansässigen Geschäfte zu liefern. Neuste Cargobike Generationen bewältigen mittlerweile Ladungen mit bis zu 200 kg. Eine Größenordnung die es erst richtig interessant macht für Logistikunternehmen.

Cargobike als Familienkutsche

Aber auch Privatpersonen finden immer mehr gefallen an den Trendrädern. Durch die unterschiedlichen Bauarten, lassen sich die Räder wunderbar an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Man kann nicht nur die Kinder zur Schule fahren, oder Einkaufen, auch lassen sich damit kleinere Möbel transportieren oder die vom Hobbyhandwerker genutzten Werkzeuge und Baumaterialien von A nach B bringen. Wer noch für den privaten Bereich ein Transportfahrrad sucht, der findet hier ein gutes Angebot.

Weitergedacht wären auch Spezialumbauten für Notarzt und Feuerwehr denkbar. Umgebaut mit einer Pumpe oder einer Trage, wären sie perfekt dazu geeignet auch an Orte zu kommen, die aufgrund der Straßenverhältnisse nicht mit Einsatzfahrzeugen zu erreichen wären.

Höhere Stabilität muss gewährleisten sein!

Bakfiets

Instabiles Cargobike

Durch den Transport von Waren und Gegenständen die im Normalfall weit über den Möglichkeiten normaler Fahrrädern liegen, gelten deshalb auch besondere Anforderungen für den Bau der Cargobikes. Die Einzelkomponenten müssen den erhöhten Lasten auf jeden Fall angepasst werden. Angefangen bei einem stabileren Rahmen, müssen auch der Antrieb, die Räder und vor allem die Bremsen mit der erhöhten Mehrlast zurechtkommen können. Deswegen sollte ein starker Motor, eine widerstandsfähige Getriebenabe und eine hydraulische Scheibenbremse zum Einsatz kommen. Falls ihr also in Betracht zieht, euch ein Cargobike zuzulegen, achtet darauf, dass die Komponenten hochwertig sind. Andernfalls kann es im Ernstfall böse ausgehen. Ein Rahmenbruch oder ein Versagen der Bremsen bergab mit einer Beiladung von 200 kg im Rücken ist bestimmt nicht das schönste auf der Welt.

„Elektrisch unterstützte Lastenräder müssen belastbar sein und zuverlässig funktionieren. Gerade in Kleinbetrieben oder beim Paketausfahren, wo die Räder tagtäglich eingesetzt werden, sind Robustheit und Wartungsarmut unabdingbar“, so Jorrit Kreek von Urban Arrow. Jack Brandsen, europäischer Vertriebsleiter bei NuVinci sieht der Zukunft von Lastenrädern ebenfalls positiv entgegen. „Der Trend, der in Holland oder auch in Skandinavien längst in vollem Gange ist, wird sich auch in den deutschen und anderen internationalen Großstädten durchsetzen. Das ist schlichtweg eine Frage der Zeit.“

Effizienz und Kosten

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Kostentabelle Cargobike

Die Effizienz der Cargo Bikes spiegelt sich auch im Geldbeutel wieder! Der ADAC hat einen Vergleichstest gemacht, in dem er die monatlichen Kosten für ein 36 monatiges Leasing zwischen eines Pkws, eines Fahrrads und eines E-Bikes gemacht hat. Da diese, die „Basis“ für die Cargobikes darstellen, dürften die Kosten nur unweigerlich höher sein! Dabei stellte er unter Berücksichtigung der Leasingrate und den monatlichen anfallenden Betriebskosten fest, dass sich Gesamtkosten in Höhe von bis zu 3400 Euro einsparen ließen. Rechnet man dies im Falle eines Transportunternehmens nun auf eine ganze Fahrzeugflotte hoch, ließen sich durch den innerstädtischen Einsatz von Cargo Bikes, die Kosten enorm senken. Alleine das sollte Grund genug sein, viele Transportunternehmen zum Umdenken zu bewegen. Ein Beispiel, wie gut das funktionieren kann, zeigt das niederländische Unternehmen Fietskoeriers. Ein Zusammenschluss von mehreren Kurierunternehmern, die schon 27 niederländische Städte mit der Hilfe von Cargo Bikes den Verkehr in den Städten entlasten.

Der Umwelt zu liebe!

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Cargobikes unterstützt die Umwelt

Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass die Feinstaubbelastung in den letzten Jahren stetig ansteigt. Einen großen Schuldanteil daran hat auch mit Sicherheit die immer größer werdende Zahl neu zugelassener Fahrzeuge auf deutschen Straßen und der daraus resultierende Anstieg des CO2 Ausstoßes. Der emissionsfreie Antrieb der Cargo Bikes hat daher nicht nur den Vorteil, dass er die Umwelt schont. Als Unternehmensbesitzer zeigt man Flagge. Und das schadet dem Image mit Sicherheit nicht, im Gegenteil, es macht einfach einen guten Eindruck sich auch für seine Umwelt zu interessieren und nicht nur für Profit. Und ein weiterer positiver Nebeneffekt, durch die körperliche Ertüchtigung wird nicht nur dem Bauchspeck zu Leibe gerückt, auch die eigene Gesundheit wird es einem danken, wenn man ein paar Kilometer jeden Tag radelt, anstelle den ganzen Tag im Lkw zu sitzen.

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Cargobikes für die Umwelt

Man geht davon aus, dass allein für die Herstellung eines Kleinwagens, bei einer Haltedauer von 36 Monaten ca. 128 Kilogramm CO2 pro Monat produziert werden. Jedoch kommt es durch die überwiegenden Kurzstrecken im Stadtverkehr im laufendem Betrieb zu einem erhöhten CO2 Ausstoß von mindestens 200 mg/km. Das macht summa summarum, zusammen mit der Kraftstoffbereitstellung und einer Fahrtstrecke von 10 Kilometern pro Arbeitstag weitere 58 Kilogramm CO2 pro Monat.

Bei einem E-Bike hingegen sind es 0,667 Kilogramm pro Monat für die Herstellung und weitere 600 Gramm für den monatlichen Betrieb. Rechnet man das nun aufs Jahr um, ergeben sich im Vergleich ein Ausstoß von 2216 kg pro Jahr beim Pkw und 22,3 kg beim Fahrrad.

Das heißt im Klartext, dass man bei einer Fahrleistung von 10 Kilometern pro Arbeitstag ganze 2,2 Tonnen CO2 einsparen könnte, wenn man die eingesetzten Pkw Transporter durch Cargobikes ersetzen würde.

Mein Fazit: Cargobikes könnten eine wirkliche Alternative für die Zukunft in der Citylogistik werden. Allerdings besteht auch hier wie in vielen Bereichen auch noch Handlungsbedarf vor allem dann, wen es darum geht, welche Maße die Transportfläche der Cargobikes haben sollte, um sie Effektiv im Alltag der Transportlogistik nutzen zu können. Denn auch hier wäre eine Standardisierung vom Vorteil um einen reibungslosen Ablauf de Be- und Entladevorgänge garantieren zu können. Tom Assmann von der Universität Magdeburg z. B. beschrieb hierzu, die zentrale Bedeutung der Europalette (120 x 80 cm) für die Logistikbranche und plädierte dafür, spezielle Cargobikes für den Transport von Europaletten zu entwickeln. Ein Vorschlag, den ich durchaus unterstütze, da viele Umschlagsplätze mit der Europalette arbeiten und es so mit Sicherheit einfacher wäre, Cargobikes in den laufenden Betrieb zu integrieren. Es ist daher mit Spannung abzuwarten, wie sich in Zukunft die Transportbranche mit den Cargobikes arrangiert und sich hoffentlich immer mehr Unternehmen mit der umweltfreundlichen Transportalternative befassen, die durch die Cargobikes geboten wird.

Wer mehr über Lastenfahrräder erfahren möchte und auch mal gerne selber Hand anlegen möchte, der findet in diesem Buch tolle Beispiele dafür.

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