Roadtrip: Mit einem halbausgebauten Transporter aus Einkaufskisten in die Berge.

Unser erster Roadtrip mit unserem halbausgebauten VW T5

Nachdem wir in unserem Bus den Innenraum ausgebaut hatten, wollten wir es uns nicht entgehen lassen, einen kleinen Roadtrip in die Berge zu starten. Da im Mai gewöhnlich in Deutschland relativ gutes Wetter ist, beschlossen wir, diesen Monat als Reisemonat auszuwählen. Zwar war der vollständige Ausbau des Transporters noch lange nicht abgeschlossen, aber das sollte kein Hindernis sein. Wir haben auf vorherigen Touren schließlich genug Reisende gesehen, die monatelang nur mit einigen Kissen und ein paar Stauraum-Kartons herumreisten – und wenn die das können, würden wir das auch hinbekommen ;-).

Wir brauchten also nur einen Schlafplatz, eine Kochmöglichkeit und etwas Stauraum zum Aufbewahren unserer Kleidung, unserer Kochutensilien und unserer Bettwäsche. Am Anfang waren wir uns recht uneins darüber, was sich als Stauraum eignen würde, doch dann kam einer von uns beiden auf einmal auf eine geniale Idee.

Einkaufskisten waren unsere Lösung

Jeder kennt doch die Einkaufskisten, die man für ein paar Euros in jedem Supermarkt bekommt. Diese sollen übergangsweise – bis wir unseren Bus voll ausgebaut haben – als „Schränke“ dienen. Wir kauften uns also bei Globus sechs solcher Einkaufskisten für je vier Euro und stellten diese im Bus auf. Dabei hatte jede Kiste ihren Zweck. Eine hatte die „Küchenkistenfunktion“ inne, sie beinhaltete nur das Küchenzeug. Die andere war die „Kleidungskiste„, in ihr verstauten wir all unsere Kleidung. Die dritte war die „Badezimmerkiste„, sie beinhaltete sämtliche Drogerieprodukte. Die vierte war die „Outdoorkiste„, sie enthielt unsere Wanderausrüstung. Die fünfte bot unserer Kühlbox Halt und die sechste unseren Wasserkanistern. Alles, was wir übrig hatten, wie etwa eine Strandmuschel und unsere Picknickdecke, kam unter die Sitze :-). Durch die Kisten-Organisation war im Inneren des Busses alles ordentlich verstaut und sofort griffbereit. Der Vorteil der Einkaufskisten – im Vergleich zu anderen Kisten – liegt übrigens darin, dass man die Einkaufskisten sehr gut aufeinander stapeln kann und dennoch durch die Seitenwände sieht, was sich im Inneren der Kisten verbirgt. Man erspart sich also während des Reisens lange, zeitraubende Suchaktionen.

Wir haben uns entschieden, die Kisten an der Seite zu stapeln, sodass wir in der Mitte Platz hatten, um problemlos unsere Matratze mit den Maßen 100 x 200 cm hinzulegen, die uns als Schlafplatz dienen sollte. Nach dem Einräumen sah unser provisorisch ausgerüstetes Campingmobil ganz ordentlich aus und wir waren uns sicher, dass wir darin ganz gewiss einige Tage verbringen können, ohne an unsere Grenzen zu stoßen.

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Teilweise ausgebauter VW T5 Transporter.

Was nehmen wir zum Essen mit?

Nachdem wir mit der Innenarchitektur soweit fertig waren, stellte sich uns die Frage, mit welchen Nahrungsmitteln wir unsere Kühlbox füllen sollten. Die Frage war gar nicht so einfach zu beantworten, da die Kühlbox bei Weitem nicht so lange kühl halten würde wie ein Kühlschrank. Wir mussten also ausschließlich Nahrungsmittel wählen, die auch bei Hitze durchhalten würden. Wir entschieden uns deshalb für Instantnudeln (der absolute Klassiker unter den Backpackern), Marmelade, Nutella, Honig, ein Paket Pumpernickel, ein Päckchen Schwarzbrot, getrockneten Schinken am Stück, Schmelzkäse, Scheibletten, eine Knabberbox, Reis, Nudeln, Kartoffeln, Mais in der Dose und Apfelmus im Glas. Natürlich hatten wir auch eine Weinflasche dabei, die darf bei einer solchen Tour einfach nicht fehlen ;-). Zusätzlich hatten wir an Getränken einige Flaschen Wasser, Teebeutel und Instant-Kaffee zum Aufbrühen dabei.

Wo geht es hin?

Als wir unseren Einkauf soweit erledigt hatten, mussten wir letztlich noch entscheiden, wo die Reise hingehen soll. Sicherlich hätte man diese Entscheidung auch zu Beginn treffen können, aber wir wollten spontan sein und bewahrten sie uns deshalb bis ganz zum Schluss auf. Nach einigen Überlegungen entschieden wir uns für einen Roadtrip entlang der Alpenstraße. Wir wollten von der Pfalz aus starten, dann erst einmal Richtung Bodensee fahren und bei Bedarf von dort aus weiter in Richtung Allgäu. Von Sonthofen aus sollte es Richtung Garmisch-Partenkirchen weitergehen bis nach Wallgau. Ab Wallgau hatten wir den Tipp bekommen, die private Mautstraße durch das Naturschutzgebiet bis nach Vorderriß zu nehmen. Und diesen Tipp wollten wir nach Möglichkeit beherzigen. Wenn wir dann noch Zeit hätten, würden wir gerne einen Abstecher nach Hinterriß bis in die Eng machen. Von hier aus sollte es dann wieder zurück nach Vorderriß und weiter Richtung Achensee gehen. Am Achensee wollten wir optimalerweise einige Tage verweilen und dann wieder langsam zurück in Richtung Pfalz fahren. Die Strecke kann man sich hier gerne anschauen.

Bevor wir losfuhren, schauten wir wie immer bei www.bringhand.de nach, ob jemand nach einer Transportmöglichkeit für kleinere Dinge sucht. Denn durch die Übernahme eines Transports hätten wir die Möglichkeit, unsere Spritkosten für die Reise wieder herauszuholen und dabei neue Menschen kennenzulernen.

Bodensee: Unser erster Aufenthalt.

Nachdem wir Bringhand gecheckt hatten, starteten wir gut gelaunt und bester Stimmung von der Pfalz aus in Richtung Bodensee. Nach einer circa vierstündigen Fahrt inklusive einiger Staus sahen wir endlich die Berge und schon bald erblickten wir auch den Bodensee. Je näher wir an den Bodensee kamen, um so mehr Autos stauten sich in den Straßen und das Warten fing langsam an. Es wimmelte hier von Touristen und alle Straßen waren richtig voll. Von einem freien Parkplatz war nur zu träumen. Das war nicht gerade das, was wir uns erhofft hatten. Nach einer langen Phase des stop and go haben wir es dann endlich irgendwie bis nach Meersburg geschafft. Doch hier schien sich die Verkehrslage nicht zu entspannen – im Gegenteil. Von dem schönen alten Dorf, das uns eigentlich zum Bummeln und Verweilen einladen sollte, war dank unzähliger Touristen nicht viel übrig. Stress, Hektik und Eile schienen die urige Gemütlichkeit geradezu zu verdrängen. Von unserem ursprünglichen Plan, ab Meersburg mit der Fähre nach Konstanz überzusetzen, sahen wir ob des Staus vor der Fährauffahrt schnell ab. Wir entschieden uns stattdessen dafür, so lange weiterzufahren, bis wir ein nicht von Touristen überlaufenes Örtchen finden würden. Also fuhren wir im Schneckentempo von Meersburg nach Friedrichshafen. Dort fanden wir zufälligerweise nahe der Jugendherberge ein Plätzchen neben einem alten Bulli. Genau das war es, wonach wir suchten. Nach Ruhe, Stille und einem Standplatz. Endlich konnten wir uns einen Kaffee kochen und was essen. Frisch gestärkt ging es anschließend an den Strand. Dort wollten wir dann auch unbedingt so lange bleiben, bis es dunkel wurde, um den Wellen zu lauschen und uns ein wenig von der Fahrt zu erholen. Nach Einbruch der Dunkelheit machten wir uns auf den Weg zurück in Richtung Bus. Wir beschlossen, eine Nacht hier zu bleiben, wollten aber am nächsten Tag unbedingt aufbrechen, da uns die Straße nebenan einfach viel zu laut war und kein richtiges Naturgefühl aufkommen ließ.

Am nächsten Morgen suchten wir ein ruhigeres Plätzchen am Bodensee. Etwa drei Kilometer östlich von Friedrichshafen trafen wir auf das kleine Örtchen Eriskirch, das in eine bezaubernde Schilf- und Uferlandschaft eingebettet lag und daher dem Motto „Natur pur“ alle Ehre machte. Schnell konnten wir auf der Beschilderung „Strandbad“ lesen und machten uns sofort auf den Weg dorthin. Zwar war – wie wir bei Ankunft feststellen durften – das Bad noch geschlossen, aber dennoch hatte man direkt neben des Strandbad-Eingangs die Möglichkeit, über einen offenen Zugang zum See zu gelangen. Diese Option nutzten wir natürlich gerne und sollen wir euch was verraten? Dort war keine Menschenseele weit und breit. Wir hatten also unseren Frühstücksplatz gefunden: direkt am Bodensee, friedlich, still und mit einer tollen Aussicht. Lediglich einige Schwäne beobachteten uns neugierig. Damit konnten wir mehr als gut leben ;-).

Nach einem ausgedehnten Frühstück und einer kurzen Morgendusche im See verabschiedeten wir uns trotz der atemberaubenden Atmosphäre vom Bodensee. Für uns sollte es weiter gehen Richtung Sonthofen. Schließlich wollten wir den Touristenmassen so schnell als möglich entkommen.

Sonthofen: Ein ruhiges Plätzchen mit Flüssen, Wasserfällen und Bergen.

Nachdem wir also alles wieder in unserem Bus verstaut und unsere Sitzplätze eingenommen hatten, fuhren wir entlang der schönen alten Alpenstraße in die Berge beziehungsweise genauer gesagt in die Alpen. Je weiter wir uns vom Bodensee entfernten, umso weniger Verkehr gab es und wir konnten die Fahrt endlich wieder genießen. Ein Stück der Alpenstraße zu fahren war ein richtig kleines Erlebnis. Überall wimmelte es nur so von schönen, einladenden Parkplätzen mit tollen Aussichten über die Berge, die Felder und die umliegenden Wälder. Gerne legten wir von Zeit zu Zeit eine Rast ein, um die Strecke samt Aussichten in vollen Zügen genießen zu können. Zwar wurde die Ruhe von den vorbei rauschenden Motorrädern ab und zu gestört, aber das beeinträchtigte uns nicht weiter.

Nach circa 80 Kilometern Fahrt erreichten wir Sonthofen und erblickten die Iller. Die Iller ist an der Stelle türkisblau und lädt dadurch förmlich zum Baden ein. Aber bevor wir baden gehen konnten, mussten wir erst einmal die Wasserkanister an einer nahe gelegenen Tankstelle auffüllen und anschließend in unserem Lieblingsdiscounter Aldi Süd Essen besorgen.

Danach mussten wir uns auch schon einen Platz zum Übernachten suchen. Am liebsten direkt am Fluss. In Sonthofen konnten wir leider keine Zufahrt zum Fluss finden, aber in unmittelbarer Nähe – nicht weit von der B19 – fanden wir eine kleine Bucht, in der man ungestört direkt am Fluss stehen und übernachten konnte. Nur wenige Gehminuten entfernt bestand auch die Möglichkeit, an einer Flussbank zu rasten. Wir packten natürlich die Gelegenheit beim Schopf und machten uns, bepackt mit unserem Einweggrill und einigen frischen Steaks, auf den Weg dorthin. Am Fluss angekommen holten wir direkt unseren Einweggrill aus dem Rucksack, legten ein paar Steaks drauf und warteten hungrig auf unser Essen. Die restliche Zeit aßen wir, sonnten uns oder badeten im glasklaren, aber doch sehr kalten Wasser.

Nach einer erholsamen Nacht ging es am nächsten Morgen erst einmal wieder in den kalten Fluss. Ihr glaubt gar nicht, wie  einem das kalte Bad am Morgen belebt und fit macht für den Tag. Danach gönnten wir uns natürlich einen warmen Kaffee und schon konnte es auch schon wieder weitergehen.

Unser Tipp: Gegend rund um die Hinanger-Wasserfälle

Nachdem wir die erste Allgäuer-Nacht am Fluss verbracht hatten, wollten wir nun unbedingt auch eine Nacht in den Bergen verbringen. Unser nächster Schlafplatz sollte daher irgendwo in den Bergen sein. Nach circa einer Stunde Entdeckungsfahrt durch die nahe gelegenen Dörfer und Landschaften gelangten wir über eine Bergstraße zu den Hinanger Wasserfällen. Als wir diese besucht hatten, fuhren wir mit unserem Bulli die Bergstraße noch ein bisschen weiter hoch und trafen dort auf einen perfekten Parkplatz. Perfekt deshalb, weil man dort direkt an einem Bach, mit einer Picknickbank und einer super Aussicht fast ungestört seine Zeit verbringen konnte. Wir ließen uns also für den restlichen Tag hier nieder, entdeckten die tolle Gegend und blieben auch über Nacht an diesem tollen Ort.

Am nächsten Morgen – direkt nach dem Frühstück – wanderten wir in die Berge. Dort fanden wir nahe einer weidenden Kuhherde eine tolle Sitzbank mit einer atemberaubenden Aussicht.

Die Strecke zwischen Wallgau und Vorderriss

Nach unserem Aufenthalt bei den Hinanger-Wasserfällen ging es weiter in Richtung Wallgau. Wir hatten vorab den Tipp bekommen, die private Mautstraße zwischen Wallgau und Vorderriß zu nehmen. Da die Gebühr nur bei vier Euro pro PKW für einen ganzen Tag lag, wollten wir uns die Strecke natürlich keinesfalls entgehen lassen. Nachdem wir die Mautstelle passiert hatten, waren wir schnell ziemlich erstaunt darüber, wie viel auf der Strecke los war. Aber nachdem wir auch nur ein paar Kilometer weiter gefahren sind, konnten wir uns den Tumult auf der Strecke ziemlich einfach erklären: es war eine sehr schöne und einladende Strecke.

Überall gab es kleine Haltebuchten, die einem die Möglichkeit zum Parken boten, und einem zudem einen Zugang zum Fluss boten. Ohne großes Zögern packten wir unsere Picknickdecke aus und gönnten uns erst einmal ein Bad in der Sonne, bevor es weitergehen sollte. Es war interessant von der Picknickdecke aus dem Treiben der anderen zuzuschauen. Einige kamen mit ihren Fahrrädern, andere mit Zweirädern und wieder andere – wie wir – mit ihren Campern. Es wurde gegrillt, gegessen, Sport getrieben und Drohnen ausprobiert. Einen schönen Reiseführer mit vielen Tipps zu der Gegend gibt es übrigens hier.

Nach einer Phase der Erholung setzten wir unsere Fahrt schließlich fort. Bei Vorderriß angekommen, entschieden wir uns, einen Abstecher nach Hinterriß zu machen und dem Fluss in die Eng zum uralten Sennerdorf zu folgen. Nach einigen Kilometern konnten wir durch die Seitenfenster beobachten, wie die Strömung des Flusses immer stärker wurde und uns immer mehr Wassersportler begegneten. Anscheinend trainiert hier die deutsche Kajak Mannschaft.

Wir waren ganz begeistert. Eine faszinierende Landschaft aus Bächen, Flüssen und Bergen umgab uns. Nicht zu vergessen auch die wunderschönen Wälder, die es in diesem Naturschutzgebiet gibt. Um weiter ins Gebiet reinzufahren, war es für uns bereits zu spät geworden. Deshalb parkten wir an einer kleinen Parkbucht nahe der Strecke, machten vor dem Schlafen gehen noch einen weitläufigen Spaziergang entlang der Sandbänke und stapelten kleine Steine zu Mini-Türmchen aufeinander. Könnt ihr auch mal probieren. Macht echt Spaß und entspannt nebenbei ungemein. Tipp: Fangt dabei nicht mit dem größten Stein an, sondern mit dem kleinsten – ist spannender :-).

Am nächsten Morgen ging es wieder früh los. Natürlich begannen wir den Tag auch heute erst einmal wieder mit einem kurzen Schwimmen im Fluss, um fit zu werden. Wir können euch sagen, das Wasser war vielleicht kalt :-). Danach gab es noch ein Frühstück und einen warmen Kaffee und dann wollten wir endlich tiefer in die Eng fahren.

 

Karwendelgebierge und die Eng

Um tiefer bis in die Eng reinfahren zu dürfen, mussten wir an einem kleinen Mauthäuschen 3,50 € (Stand 2016) pro PKW bezahlen. Aber es lohnte sich auf jeden Fall. Wir wurden mit uralten Ahornbäumen und einem Blick auf das Karwendel-Gebirge belohnt. Insgesamt gibt es in der Eng nur eine Straße, die an den 600 Jahre alten Ahornbäumen vorbei bis zu einem großen Parkplatz führt. Wir hatten also keine große Wahl, was die Routenauswahl betrifft ;-). Am großen Parkplatz angekommen, konnten wir sehen, dass es im Hotel Alpengasthof – das direkt an den Parkplatz angrenzt – die Möglichkeit gibt, etwas zu essen und/oder zu trinken. Wer – wie wir – gestärkt genug und wanderlustig ist, hat zudem ab dem Parkplatz die Möglichkeit, unzählige Wanderungen zu beginnen. Und genau das taten wir. Mit einem Rucksack bepackt, einfachen Sportschuhen  an den Füßen und etwas Proviant ging es auf die Binsalm. Die Binsalm ist eine kleine, familienfreundliche Hütte inklusive Gaststätte und Übernachtungsmöglichkeiten direkt auf mittlerer Berghöhe. Der Wanderweg dorthin ist zwar recht steil, aber nicht sonderlich schwer und daher relativ leicht zu schaffen. Wer etwas Glück hat, kann – wie wir – während des Wanderns in den Bergen einige wilde Steinböcke entdecken. Wir waren wirklich erstaunt, wie gut diese Tiere klettern können. Oben angekommen, bestellten wir uns erst einmal jeder einen Germknödel mit Vanillesauce. Wir hätten nie gedacht, dass die Dinger in Wirklichkeit so groß sind und so gut schmeckten – das lag bestimmt an der tollen Aussicht :-D.

Nachdem wir die Germknödel verputzt und die Aussicht noch eine Weile genossen hatten, entschieden wir uns, nicht direkt wieder zurück ins Tal zu laufen, sondern den Panoramaweg zu wählen. Nach einem kurzen Aufstieg eröffnete sich uns ein tolles Panorama auf die mit Schnee bedeckten Berge, die Wasserfälle und die unteren Täler mit ihren Bächen. Wer den Weg dann wie wir weiterläuft, kommt direkt unten im uralten Sennerdorf an. Hier gibt es einige Gaststätten, kleine Souvenierlädchen und frischen Almkäse zu kaufen.

Insgesamt verbrachten wir nur einen Tag in der Gegend, was definitiv zu wenig war für all die vielen Möglichkeiten, die einem diese Gegend bietet. Wir kommen also auf jeden Fall wieder. Dann aber mit einem Kajak, einem Fahrrad und besserer Wanderausstattung :-).

Sylvensteinsee

Nach unserem Aufenthalt in der Eng ging es wieder zurück nach Vorderriß und von dort aus weiter in Richtung Sylvensteinsee. Der See entstand aufgrund eines erbauten Staudamms im Jahr 1959 und sollte vorwiegend als Schutz gegen Hochwasser dienen und das Wasser von der Isar abfangen. Das Interessante an dem See ist, dass unter ihm ein altes Dorf namens ‚Fall‘ versunken liegt, von dem man manchmal noch den Kirchturm aus dem Wasser ragen sehen kann. Mysteriös erscheinen die Geschichten, dass man den Kirchenturm manchmal sogar noch schlagen hört. Der Zugang zum See ist nicht sonderlich schwer. Es gibt genügend Parkplätze und verschiedene Abstiege zum See. Man begegnet vorwiegend Campern, Anglern, Kajakfahrern und  einigen Touristen, die mal eben schnell ein Foto von der Brücke knipsen möchten. Im Großen und Ganzen ist man am See ungestört und kann in Ruhe grillen, schwimmen, Rad fahren, Kajaktouren machen oder einfach nur relaxen. Gaststätten oder Hotels findet man hier nicht. Ein echter Geheimtipp also für alle, die einen Roadtrip planen und über längere Zeit einfach mal nur die Natur erleben möchten.

Achensee beliebt bei Familien und Oldtimerfans

Nicht sehr weit vom Sylvensteinsee, genauer gesagt 25 km entfernt, liegt der Achensee in Österreich. Der See wird von den drei Dörfern Achenkirch, Maurach und Pertisau umgeben. Man kann hier wunderbar entlang der Bundesstraße direkt am See entlang fahren und viele kleinere Buchten zum Anhalten und Photographieren nutzen. Da Achenkirch die erste Gemeinde war, an der wir vorbei fuhren, deckten wir uns dort erst einmal wieder mit Proviant ein (Achtung: In Österreich sind die Lebensmittel um einiges teurer als in Deutschland, also besser nochmals in good old Germany den Proviant auffüllen ;-)) und  fuhren dann weiter nach Maurach. Beim Fahren merkten wir sehr schnell, dass das ganze Gebiet sehr stark auf Touristen ausgerichtet ist. An jeder Ecke gab es Hotels, Ferienwohnungen und gebührenpflichtige Campingplätze zu sehen. Auch an Freizeitangeboten mangelte es nicht. Von Bergwanderungen, über Seilbahnfahrten, Schiffstouren, Kajaktouren, Mountainbiking, Inlineskating bis hin zum Golf spielen war alles dabei. Und wie es schien, ist die Gegend auch bei Oldtimern und Sportwagenliebhabern sehr begehrt. Wir sahen vorher selten so viele Luxus-Sportautos und Oldtimer wie hier auf einem Fleck.

Wir dachten, dass es uns hier bestimmt kaum gelingen wird, ein freies Plätzchen zu finden, um uns für eine Nacht mit dem Bus niederzulassen, da alles ziemlich durchstrukturiert schien und jeder Parkplatz gebührenpflichtig war. Trotzdem wollten wir uns natürlich nicht gleich entmutigen lassen und fanden nach einiger Zeit eine ungestörte Stelle am See, an der wir dann bis zum nächsten Tag blieben. Die Nacht war hier nicht gerade erholsam, ein Gewitter erwischte die Gegend mit lauten Groll und auch Hagel und Starkregen wollten nicht weichen. Doch am nächsten Morgen war die trübe Wetterlage auch schon vorbei und es gab wieder den von uns heiß begehrten Sonnenschein. Einer Wanderung in die Berge stand somit nichts im Wege.

Der Weg zum Gschöllkopf: Ein Aufstieg, der sich lohnt

Früh Morgens konnte es also losgehen. Nachdem wir uns gewaschen und gefrühstückt hatten, fuhren wir mit dem Bus wieder nach Maurach rein, um auf dem Parkplatz der Rofanbahn-Talstation zu parken. Wer nicht gerade wie wir bis zur Bergstation wandern mag, hat auch die Möglichkeit, mit der Seilbahn für 18 € hochbefördert zu werden. Wir entschieden uns für den Fußweg bis zum Adlerhorst, der bei 2.039 Metern Höhe auf dem Gschöllkopf liegt. Der Anfangsweg gestaltete sich ziemlich einfach, das blieb aber leider nicht immer so. Schon nach einigen hundert Metern nahm die anfängliche Gemütlichkeit ein Ende und es ging pausenlos an einem Bach entlang den ganzen Weg über sehr steil bergauf. Vom Wanderweg aus konnten wir immer wieder die Seilbahn sehen. Irgendwann kamen wir an eine schöne Lichtung mit einem super Ausblick, den wir uns zweifelsohne mehr als verdient hatten ;-). Natürlich machten wir erst einmal eine ausgedehnte Rast. Wenn man – wie wir – relativ leise ist und der Natur lauscht, kann man verschiedene Tiere wie Murmeltiere, Steinböcke und Hasen hören und beobachten. Murmeltiere zu entdecken, ist nicht immer einfach, da sie sich sehr gut der Umgebung anpassen und verstecken können. Wir hatten das Glück, dass ein Murmeltier durch seine von sich gebenden Laute auf sich aufmerksam gemacht hat.

Nach einer circa dreistündigen Wanderung kamen wir an der Erfurter Hütte an. Hier hat übrigens auch die Seilbahn ihren Endpunkt. Rund um die Erfurter Hütte begegneten uns sehr viele Wanderer, aber auch Menschen, die mit der Seilbahn hochgefahren sind, um hier entweder nur die Aussicht zu genießen oder aber auch von hier aus erst ihre Touren zu starten. Wir suchten uns erst einmal eine Sitzbank, um uns von dem Aufstieg zu erholen. Während des Picknicks konnten wir Paraglider beobachten, die alle paar Minuten von hier aus los flogen. Die Aussicht auf den Achensee und die Atmosphäre ließ uns die ganzen Aufstiegsstrapazen übrigens im Nu vergessen.

Nach einer längeren Pause ging es weiter zum Adleraussichtspunkt. Dieser lag nochmals etwas höher. Um dorthin zu gelangen, sollte man wenn möglich gute Schuhe anhaben, da es auf der Strecke teilweise sehr rutschig werden kann und man bei einigen Abschnitten sogar durch den Schnee laufen muss. Oben angekommen, wird man dann aber mit einer Aussicht über ein einzigartiges Bergpanorama belohnt.

Unser Fazit zum Roadtrip

Wer keine allzu hohen Ansprüche hegt, kann locker mit nur einigen einfachen Kisten bepackt kleinere Trips für einige Tage wagen. Für längere Touren würden wir aber raten, den Bus erst einmal besser auszubauen. Denn vor allem in Gebieten, in denen es sehr oft regnet, sollte der eigene Camper einigermaßen in Form sein, da ansonsten alles schnell nass werden kann und das Reisen dann schnell keinen Spass mehr macht. Wer keine Lust hat, mit einem halbausgebauten Camper herumzufahren, der kann sich auch alternative einen fertigen Camper auf der Seite von PaulCamper privat mieten.

Bei dem oben beschriebenen Roadtrip waren wir sechs Tage unterwegs und wir fanden es großartig, die neuen Gegenden in Deutschland und Österreich unabhängig und frei zu erkunden. Wir würden es jedem, der mitgelesen hat, empfehlen, die Urlaubsregionen zu besuchen. Denn hier ist wirklich für jeden etwas dabei. Nicht nur Sportler, sondern auch Langschläfer, Autoliebhaber und Natur-Fans kommen auf ihre Kosten. Und sogar für die Society-Ladies ist was dabei: Sie können mit ihren Handtaschen beschmückt, um den See stolzieren. Wer sich noch eingehender mit den Alpen befassen möchte, dem würden wir das Buch „Mit zwei Elefanten über die Alpen“ empfehlen.

Während unseres kleinen Abstechers in die Alpen haben wir viele Eindrücke sammeln dürfen und neue Erfahrungen gewinnen können. Zudem konnten wir weitere Ideen hinsichtlich des Ausbaus sammeln, die es nun umzusetzen gilt. Es kann also mit dem Ausbau weitergehen, über den wir in unserem vierten Teil bald freudig berichten werden ;-).

 

 

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5 Kommentare auf "Roadtrip: Mit einem halbausgebauten Transporter aus Einkaufskisten in die Berge."

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Jens Szabelski
Gast
Jens Szabelski
5 Monate 3 Tage her

Da bekommt man richtig Fernweh bei den tollen Bildern :)

Dirk
Gast
Dirk
3 Monate 8 Tage her

Hallo,
Hab gelesen, das auf der Mautstraße bei Niederrriss Nachtparkverbot ist.
Habt ihr da oder auf dem Weg durchs Eng was gesehen. Wo habt ihr gestanden?
Lg
Dirk

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