Teil 3: Wir verwandeln unseren T5 Transporter in ein gemütliches Campingmobil

Fast fertig :-)

Fast fertig :-)

Willkommen zum dritten Teil unserer Ausbaureihe. Nachdem wir euch im ersten Teil gezeigt haben, wie wir den Boden in unserem Bus verlegt haben und ihr im zweiten Teil erfahren habt, wie wir die Seitenwände gedämmt und gemütlich gestaltet haben, erfahrt ihr nun, wie wir beim Verschönern der Decke vorgehen.

 

Decke abbauen und Dämmung anbringen

Zunächst haben wir gute Neuigkeiten für euch. Die Beschaffenheit der Decke ist nämlich die selbe wie die der Seitenwände, die wir bereits bearbeitet haben. Der einzige Unterschied zu den Seitenwänden ist der, dass die Decke etwas dicker und schwerer ist. Es erwartet uns also keine allzu große Aufgabe.

Befestigt ist die Decke – genau wie die der Seitenwände – mit Spreizdübeln, die einfach rausgeschraubt werden können. Bevor wir die Deckenplatten jedoch abnehmen können, müssen wir vorab die Deckenbeleuchtung mit einem Schraubenzieher losschrauben und entfernen, damit diese beim Abbau der Decke nicht abgerissen wird. Nachdem wir die Beleuchtung sicher entfernt haben, können wir beruhigt die Deckenplatten abnehmen und erst einmal zur Seite stellen. Denn bevor die Platten an der Reihe sind, müssen wir uns natürlich erst einmal wieder um die Dämmung kümmern.

Unsere Dämmung zwischen Außen- und Innendecke

Wie ihr bereits in unseren vorherigen Artikeln erfahren durftet, verbauen wir nicht selten verschiedene Restmaterialien, die meistens sehr kostengünstig sind und dennoch für uns den optimalen Nutzen bringen. Auch im Bezug auf die Deckendämmung greifen wir wieder auf ganz einfaches Material – nämlich auf dünnes Styropor und Scheibenschutzmatten, die normalerweise gegen Sonneneinwirkungen hinter die Scheibe geklemmt werden – zurück. Zum Verkleben der Matten nutzen wir ganz einfach unseren restlichen Silikonkleber, der noch aus den vorherigen Arbeiten übrig geblieben war. Wem dieses Material nicht professionell genug ist, kann übrigens auch problemlos auf selbstklebende Materialien wie Armaflex oder Kaiflex zurückgreifen.

Wir sind mit unserer Material soweit zufrieden und bringen deshalb voller Enthusiasmus unseren ersten Hitzeschild aus Scheibenschutzmatten an. Anschließend kleben wir vorsichtig die dünnen Styropormatten darauf und schon sind wir mit der Zwischendämmung auch schon fertig. Während der Dämmarbeiten ist es ganz wichtig, darauf zu achten, dass ihr die Kabel der Elektronik nicht beschädigt, da ihr andernfalls im Nachhinein Probleme mit dem Licht im Innenraum bekommen könnt.

Fleecedecke als Überzug

Nachdem wir mit den Dämmarbeiten an der Decke fertig sind, können wir uns endlich den Deckenplatten widmen. Im Bezug darauf ist es uns ganz wichtig, den Deckenplatten bezüglich ihres Aussehens ein Update zu verpassen. Schließlich sind sie in ihrer bisherigen Aufmachung nicht gerade ein Blickfang. Da wir uns bei der Verkleidung der Wände bereits für Fleecestoff entschieden haben und mit dem Material bislang immer noch sehr zufrieden sind, wollen wir auch bei der Verkleidung der Decke auf Fleecestoff zurückgreifen. Wir beziehen die Deckenplatten daher mit rotem und türkisfarbenem Stoff, der aus zwei gekauften Fleecedecken stammt. Die Verkleidung der Deckenplatten gestaltet sich relativ einfach. Man legt die Deckenplatten zuerst auf eine Erhöhung, überspannt sie dann mit dem Stoff, tackert anschließend den Stoff an den Deckenplatten fest und schneidet letztlich noch Schlitze in die Löcher, um später die Spreizdübel problemlos durchschrauben zu können. Da bei uns in diesem Fall der normale Handtacker nicht ausreicht, greifen wir zu einen Elektrotacker. Dieser sorgt dafür, dass die Tackernadeln auch wirklich fest in der Deckenplatte haften und nicht bei der kleinsten Erschütterung abfallen. Nachdem wir die Deckenplatten bezogen haben, bringen wir sie wieder an ihrer alten Position an der Busdecke mit Spreizdübeln an.

Jetzt haben wir endlich unseren Boden, die Seitenwände und die Decke fertig bearbeitet. Der Innenraum gewinnt langsam an Farbe wirkt immer einladender, aber fertig sind wir natürlich noch lange nicht.

Nun sind die Vorhänge inkl. Bambus-Raffrollo an der Reihe

Nachdem wir die groben Arbeiten soweit abgeschlossen haben, kommt langsam endlich der etwas schönere und filigranere Teil, der vor allem uns Frauen Spaß bereitet: die Vorhänge müssen gefertigt werden.

Nach einigen Überlegungen entscheiden wir uns dafür, nicht nur Vorhänge, sondern zudem auch noch einen Bambus Raffrollo anzubringen. Grund für diese Entscheidung ist in erster Linie der, dass wir es lieben, auf unseren Reisen an einem küstennahen Ort stehen zu bleiben und die Heckklappe zu öffnen, um vom Businnenraum den Blick auf’s mehr zu genießen. Da wir dabei nicht häufig von Passanten gestört werden, die neugierig unser Campingmobil betrachten, uns das Zuziehen der Vorhänge aber die Sicht versperren würde, kam uns die Idee mit dem Bambus-Rolle. Dieser lässt nicht nur Licht durch, sondern gewährt auch noch Durchsicht, schirmt aber trotzdem ab und ist dadurch ideal geeignet für unsere Bedürfnisse. Ein weiterer Vorteil, der uns erst während des Montierens kommt, ist, dass er sich super einfach anbringen lässt und sogar für Nicht-Handwerker-Frauen keine unlösbare Aufgabe darstellt. Da der Rollo, den wir gekauft haben, ein bisschen zu lang ist, schneiden wir ihn einfach unten ab, verknoten die Schnüre und heben das restliche Material auf, um es später noch irgendwo im Bus zu verbauen. Um den Bambus-Raffrollo anzubringen, reichen übrigens zwei kleine Löcher in der Decke. Wenn ihr Glück habt, sind – wie bei uns – bereits welche vorhanden, sodass ihr euren Bambus-Raffrollo ganz fix mit zwei Schrauben anbringen könnt.

Da der Bambus-Raffrollo zwar tagsüber als Sichtschutz der absolute Knaller ist, aber nachts seine Funktion eher suboptimal erfüllt, brauchen wir unbedingt noch Vorhänge, die vermeiden, dass wir während des Schlafens von äußeren Lichtquellen geblendet werden. Zum Glück haben wir noch genug rote Fleecedecke übrig, die wir als Vorhänge verwenden können.

Natürlich nicht einfach so – denn an die Optik sei natürlich auch in diesem Fall wieder gedacht ;-). Also schneiden wir die übrig gebliebene halbe Fleecedecke zunächst in der Mitte durch, sodass wir insgesamt zwei Teile haben. Dabei achten wir darauf, dass wir schön gerade an der Linie entlang schneiden und so am Ende zwei gleich große Stoffstücke erhalten. Bevor ihr los schneidet, müsst ihr übrigens unbedingt prüfen, ob euer Stofffetzen von den Maßen her so breit wie euer Bus ist und von der Decke bis mindestens 15 cm unterhalb der Heckscheibe ragt (lieber nach Möglichkeit ein bisschen mehr Spielraum lassen, da ihr gleich noch einen Saum von circa 5 cm braucht). Denn nur wenn diese beiden Punkte erfüllt sind, könnt ihr die Vorhänge am Ende ganz zuziehen und einen blickdichten Innenraum garantieren. Wenn die Maße passen und ihr euren Stoff in zwei Teile geschnitten habt, legt ihr sie am besten nochmals kurz aufeinander, um zu schauen, dass die Maße auch wirklich übereinstimmen und alles passt. Wenn ihr das geprüft habt, müsst ihr beide Stoffteile an deren oberen Ende umlegen, sodass ihr einen circa 5 cm breiten Saum habt. In den Saum schlitzt ihr nun in circa 5 cm Abständen mit dem Cutter kleine Löcher rein (unbedingt was unterlegen, damit ihr nichts zerkratzt) oder benutzt am besten eine Lochzange und stanzt damit ganz einfach die Löcher durch. Wenn ihr wollt, dass eure Vorhänge lange halten, ohne an den Löchern zu reißen, raten wir euch die Löcher mit Nieten zu vernieten. Dadurch verhindert ihr auch, dass sich die Löcher von selbst vergrößern und der Vorhang mit der Zeit immer tiefer hängt. Wenn ihr alle Löcher vernietet habt, macht ihr es wie wir und zieht eine Wäscheleine durch die Löcher. Nun müsst ihr eure Wäscheleine samt Vorhänge nur noch am Bus anbringen und schon seid ihr damit auch schon fertig.

Da uns die Vorhänge so super gefallen haben, haben wir sie nicht nur hinten, sondern auch noch vorne gen Fahrerhaus angebracht, um uns auch an der Stelle beim Stehen auf einem Parkplatz/Campinglatz/… im Innenraum vor neugierigen Blicken von außen zu schützen. Damit ihr es beim Nachmachen einfacher habt, haben wir euch hier die Bearbeitungspunkte nochmals der Reihe nach aufgelistet:

  1. Stoff in zwei gleich große Teile schneiden (Maße beachten!!!).
  2. An den Oberkanten der beiden Stoffteile jeweils einen 5cm breiten Saum umlegen.
  3. Loch- und Nietenzange zur Hand nehmen.
  4. Bei der Lochzange einen mittelgroßen Aufsatz wählen und in 5 cm-Abständen Löcher in den Stoffsaum stanzen.
  5. Lochnieten bereithalten.
  6. Niete mit der breiten Seite nach außen in das Loch einlegen.
  7. Griffe der Nietenzange fest zusammendrücken.
  8. Prozess bei allen Löchern wiederholen.
  9. Dann Vorhangseil durch die Löcher ziehen und den Vorhang in gewünschter Position aufhängen. Fertig :-)

 

Der flexible Bettkasten aus Bambus

Da unser Bus nicht gerade vor Platz strotzt, haben wir uns – nachdem wir mit dem Bestaunen der Vorhänge fertig waren – einen flexiblen Bettkasten ausgedacht, der von der Decke aus einfach ausklappbar ist, wenn man ihn mal braucht. Dazu schneiden wir zunächst einmal eine von der Größe her passende Sperrholzplatte aus. Diese findet man entweder bei sich auf dem Speicher, in einem Baumarkt oder auch hier. Als Gerüst benutzen wir getrockneten Bambus, der unserem Bettkasten einen tropischen Flair verleihen soll. Für den Bambus müsst ihr übrigens nicht nach Japan zum KungFu Panda fliegen, sondern die Bambusstäbe bekommt ihr auch im Baumarkt oder hier. Um den Flair noch weiter zu unterstreichen, tackern wir anschließend noch ein Reststück unseres Bambus-Rollos dran (ihr erinnert euch ;-)).

Damit die Konstruktion beweglich bleibt, nehmen wir anschließend vier Flachstangen aus Aluminium zur Hand, die ihr ebenfalls in jedem Baummark oder auch hier findet. In die circa 10-20cm langen Flachstangen bohren wir an jedem Ende ein kleines Loch. Danach befestigen wir die Flachstangen an den Ecken des Bettkastens. Danach ist darauf zu achten, dass die Flachstangen beweglich bleiben und nicht zu stark festgezogen werden. Nachdem der Bettkasten fertig ist, bohren wir kleine Löcher in die Seitenwände und befestigten dort unseren flexiblen Bettkasten.

Noch mehr Bambus

Wir haben das Glück, dass wir nach unseren Baumaßnahmen noch alten getrockneten Bambus übrig haben, der vorher unseren Garten durchwuchert hat. Die Bambusrohre verbauen wir nun an verschiedenen Stellen im Bus. In die Stangen bohren wir vorher kleine Löcher rein und befestigten diese in Form eines Gerüstes in unserem Bus. An diesem Gerüst können wir in Zukunft alles Mögliche anbringen und aufhängen.

Wie geht es weiter?

In den ersten drei Teilen haben wir euch versucht zu zeigen, dass man mit sehr einfachen Materialien und relativ wenig Aufwand den Innenraum eines Transporters gut gestalten kann. Natürlich fehlen nun noch sehr viele weitere Einbauten, die so unser Campingmobil zu einem kleinen Zuhause machen. Wie wir den Bus in Zukunft weiter ausbauen werden und was wir dazu verwenden, beschreiben wir sehr bald.

Vorab wagen wir aber erst einmal einen mehrtätigen Roadrip in die Berge, um unsere bisherige Konstruktion auf Herz und Nieren zu testen. Über unseren Roadtrip und diesbezügliche Erlebnisse werden wir natürlich zeitnah berichten ;-). Bis dahin, viel Spaß beim Lesen und Nachmachen.

Kommt bald -> Roadtrip  – Mit einem halbausgebauten Transporter in die Berge.

Kommt bald -> Teil 4: Wir verwandeln unseren VW T5 Transporter in ein gemütliches Campingmobil

 

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4 Kommentare auf "Teil 3: Wir verwandeln unseren T5 Transporter in ein gemütliches Campingmobil"

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Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Jens Szabelski
Gast
Jens Szabelski
5 Monate 2 Tage her

Geht ja ordentlich voran!

Dennis
Gast
Dennis
2 Monate 10 Tage her

Hallo,

vorab erstmal ein sehr großes Lob an Euch. Der Umbau ist sehr gut und nachvollziehbar beschrieben. Was mir aber hier auffällt, dass Ihr irgendwann die Trennwand herausgenommen habt. Wie habt ihr das gemacht? Als was, ist das Fahrzeug den angemeldet? LKW oder WOMO?

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