Was essen Backpacker, Reisende oder Berufskraftfahrer eigentlich unterwegs?

Was haben Berufskraftfahrer, Transporteure, Reisende und Backpacker gemeinsam? Nun, außer dass alle Genannten zu den modernen Nomaden zählen, haben sie eine entscheidende Gemeinsamkeit: die Verpflegung. Denn es ist egal, ob man als Transporteur, als Reisender oder als Backpacker unterwegs ist, das Essen spielt überall eine wichtige Rolle. Da sich das Kochen unterwegs aufgrund der sich ändernden Bedingungen doch deutlich anders verhält als in der hauseigenen Küche, haben wir uns gefragt, was die Berufskraftfahrer, Transporteure, Reisende und Backpacker unterwegs essen und vor allem, wie sie ihre Speisen zubereiten.

Dosengerichte, geräucherter Schinken, Brot und Riegel sind ein guter Begleiter.

Gepackt von der Frage machten wir uns daran, die Essensgewohnheiten der modernen Nomaden unter die Lupe zu nehmen und fanden heraus, dass Dosengerichte, geräucherter Schinken, Brot und Riegel wohl immer ein guter Begleiter sind. Da uns diese Art von Essen zwar logisch, aber noch lange nicht ausgewogen und gesund erschien, stöberten wir weiter. Doch auch nach weiteren Recherchen schien sich an der Tatsache nicht viel zu ändern, dass die Dosengerichte den ersten Platz in der Kategorie „Essen für moderne Nomaden“ absolut sicher haben. Warum? Nun, das Essen aus der Dose bekommt man in den verschiedensten Variationen – von der Gulaschsuppe bis zur Gemüsesuppe bis zur Dosenwurst – in jedem Supermarkt. Das heißt, man muss unterwegs weder lange danach suchen noch muss man mit horrenden Preisen rechnen, weil die Gerichte einfach mainstream sind. Soweit so gut – oder eben auch nicht.

Zum Glück waren Dosengerichte nicht das einzige, was wir finden konnten. So wird neben dem Dosenessen auch oft getrocknetes Essen – wie getrocknete Früchte oder getrockneter Schinken – mitgeführt. Auch dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung. Sowohl getrocknete Wurst als auch getrocknete Früchte müssen nicht gekühlt werden und können während der Fahrt ohne großen Aufwand genüsslich als Snack zwischendurch verputzt werden. Auch als Kochzutat eignen sich beide Produkte prima und erfüllen ihre Daseinsberechtigung daher gleich in doppelter Form.

Daneben scheinen Müsliriegel übrigens total angesagt zu sein. Wie wir lesen konnten, hat man sogar die erste erfolgreiche Expedition zum Nordpol einem Müsliriegel zu verdanken, was nicht verwunderlich scheint. Denn ein Riegel kann wahre Wunder wirken und notwendige Kraft zuführen, auch wenn er ob seines Zuckeranteils dabei sicherlich nicht zu den gesündesten Lebensmitteln zählt. Wer schnelle Energie braucht, aber dennoch lieber auf Zucker verzichten möchte, kann sich alternativ auch ein Baguette und dazu einen Dip aus getrockneten Tomaten oder Humus kaufen. Schmeckt genau so gut, wenn nicht besser, und ist deutlich gesünder.

Instantnudeln: Sollte man immer dabei haben!

Außer Dosengerichten, Trockenwurst und Müsliriegeln gibt es aber noch einen ganz klaren Nomaden-Essen-Klassiker. Die berühmten Instantnudeln. Bei den Instantnudeln ist es die einfache Zubereitung, die überzeugt. Wer an der Stelle denkt, dass Dosengerichte genauso einfach zubereitet seien, möge Recht behalten. Doch kann man mit dem Wasser, das man für die Zubereitung der Instantnudeln aufkocht, auch noch gleich nebenher einen Kaffee oder Tee für den Nachtisch aufgießen und hat somit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, was beim Reisen immer absolut von Vorteil ist. Für all diejenigen, die neu in der Branche sind und bisher noch nicht wussten, dass es Instantnudeln gibt beziehungsweise wie man sie zubereitet, hier eine kurze Anleitung: Einfach heißes Wasser aufkochen, die Nudeln in der Packung vorher klein drücken, dann aus der Packung in ein Schüsselchen schütten, die beigelegten Beutel mit Gewürzen darüber pressen, mit heißem Wasser übergießen und circa fünf Minuten ziehen lassen. Fertig :-).

Bei den Instantnudeln gibt es sehr viele Geschmacksrichtungen und Marken. Unser Favorit sind die Instantnudeln von Indomie Mi Goreng. Aber das ist wie so oft Geschmacksache. Instantnudeln bekommt man übrigens in jedem größeren Supermarkt oder auch in Asia-Shops oder russischen Geschäften. Dort sind sie meist sogar weitaus günstiger als in den deutschen Supermarktketten.

Auf frisch Gegrilltes und Gebratenes muss man nicht verzichten.

Da wir aber zu Beginn des Artikels auf die Ausgewogenheit hingewiesen haben, möchten wir euch nicht vorenthalten, dass man natürlich auch als Reisender nicht vollkommen auf leckeres, ausgewogenes Essen verzichten muss. Im Gegenteil! Denn natürlich hat man gerade als Reisender häufig auch Zeit und Gelegenheit, um sich mit Hingabe ein größeres Menü zuzubereiten. Beispielsweise wenn man an einem Ort eine längere Pause einlegt oder auch als Berufskraftfahrer am Sonntag zwecks Fahrverbot auf dem Rastplatz tagt. Wenn man am Rastplatz die Möglichkeit hat, zu grillen, sollte man das auf jeden Fall tun. Dazu muss man sich vorher nur mal eben schnell einige Frikadellen, Steaks oder leckeres Gemüse besorgen und schon kann es losgehen. Ihr werdet sehen, dass die Düfte eures Grills schnell andere Menschen anziehen werden und so ergibt sich häufig spontan ein ganz gesellschaftliches Treffen.

Wenn Grillen nicht so euer Ding ist, könnt ihr euch natürlich auch vor Beginn der Reise eine gusseiserne Pfanne und einen Mini-Gaskocher zulegen und euer Essen ganz einfach in der Pfanne zubereiten. Wer nur eine Herdplatte hat, kann als Beilage ganz einfach Salat und frisches Vollkornbrot wählen und und steht einer ausgewogenen Mahlzeit nichts im Wege. Bei den Gaskochern haben wir die unterschiedlichsten Variationen gesehen. Im Grunde ist es egal, für welchen ihr euch letztlich entscheidet, Hauptsache, er bringt die Pfanne zum Erhitzen. Manche, die keine Pfanne dabei haben, verwenden übrigens einfach ihren Topf zum Braten oder die, die den Topf vergessen haben, verwenden die Pfanne zum Kochen – beides geht. Am besten man hat ein Topf-Pfannenset dabei.

Damit ihr einen Eindruck davon bekommt, was von modernen Nomaden so alles gekocht wird, haben wir euch anbei einige Photos beigefügt, auf denen ihr einige Speisen sehen könnt.

Aber wir konnten nicht nur Menschen sehen, die kochten oder brieten. Nein, wir konnten sogar welche beobachten, die grillten. Dabei griffen viele von ihnen auf einen simplen Einweggrill zurück. Wir haben dann mal nachgeforscht, wo man einen solchen Einweggrill kaufen kann und konnten herausfinden, dass man Einweggrills unter anderem in Sonderposten-Läden oder Tankstellen-Shops erhält.  Die Bedienung eines solchen Grills ist übrigens recht einfach: Ihr müsst den Grill im Grunde nur aus der Verpackung nehmen, die meist weiße Folie anzünden, etwas warten, bis die Kohle durch ist und dann das Steak oder was man auch immer grillen möchte auf den Grillrost legen. Nach 10-20 Minuten sollte das Gegrillte fertig sein. Man sollte vorab immer bedenken, dass der Einweggrill nicht der stärkste und daher nicht für alles geeignet ist. Manches Essen braucht einfach länger und der Grill schafft es nicht, das Essen durchzugaren. Würstchen, dünne Steaks und Gemüse schafft er aber auf jeden Fall.

Wem der Einweggrill zu leistungsschwach ist, kann alternativ auf einen klappbaren Grill zurückgreifen. Gerade wenn man vorhat, während seiner Reise häufiger zu grillen, sind die klappbaren Grills besser, da günstiger und umweltschonender. Zusätzlich zu dem klappbaren Grill benötigt man dann nur noch einen Sack Holzkohle und fertig.

Je nachdem, in welchem Land man sich aufhält, findet man auf manchen Raststätten sogar öffentliche Grillanlagen vor. Manche von ihnen sind mit Gas betrieben, andere benötigen Kohlezufuhr. Am besten vor Reiseantritt bei Interesse einfach mal googeln, eventuell kann man sich dann nämlich das Kaufen eines eigenen Grills sogar sparen. Der Vorteil solcher öffentlicher Grills ist übrigens, dass man andere Menschen kennenlernt und gemeinsam essen und sich unterhalten kann.

Wer in Australien unterwegs ist, muss sich bezüglich Grill überhaupt keine Sorgen machen. Hier findet man nahezu in jedem größeren Ort einen kostenlosen, öffentlichen und gasbetriebenen Barbecue. Darauf kann man natürlich nicht nur Fleisch und Gemüse grillen, sondern auch eine Pizza in Alufolie gewickelt darauf legen und so lange warten, bis der Käse oben schmilzt. Die Pizza vom Grill schmeckt vielleicht nicht wie beim besten Italiener, bringt aber auf jeden Fall Abwechslung auf den Teller ;-). Übrigens konnten wir herausfinden, dass es unter anderem auch in Deutschland solche Grills gibt. Bestes Beispiel hierfür ist die Stadt Hamburg, die einige solcher Grillstationen – der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.

Wer auf seiner Tour lieber mal etwas abseits der Autobahnen kochen und essen möchte, kann statt auf einen Grill natürlich auch auf das alt bewährte Lagerfeuer zurückgreifen. Solche Lagerfeuer-Stellen findet man bei genauerem Hinsehen in Deutschland eigentlich sogar relativ häufig. Ein Beispiel hierfür wäre die Region entlang des Rheins. Im Feuer kann man im Grunde auch nahezu alles zubereiten: Wir sahen unter anderem Reispfannen, Hühnchen am Spieß, Fisch und Kartoffeln.

Und was isst man, wenn keine Zeit da ist?

Wer keine Lust zum Kochen hat, kann sich natürlich auch ganz einfach unterwegs bei den vielen verschiedenen Restaurants was zum Essen kaufen. Bei den meisten Gasthöfen bekommt man in aller Regeln annehmbares Essen geboten. Einige Gasthöfe haben sogar hauseigene Spezialitäten zu bieten, die man anderswo nicht angeboten bekommt. Der einzige Nachteil der Gasthöfe ist, dass das Essen dort sehr schnell ins Geld geht. Deshalb ist es sinnvoll, an Tagen, an denen man „kochmüde“ ist, lieber auf „food to go“ zurückzugreifen. Da spart man sich dann nicht nur die Getränke, sondern auch so den ein oder anderen Euro.

 

Man muss nicht immer auf Rasthöfen essen, es gibt auch schönere Plätze.

Aber mit dem Essen und Kochen nicht genug. Das Mahl will auch noch genossen werden. Autobahn-Rasthöfe bieten einem zwar fast alles, was man braucht – Essen, Toiletten und die Möglichkeit einzukaufen – aber sie sind meist überlaufen, hektisch und die Luft ist auch nicht gerade das, was man rein nennt. Deshalb ist es in aller Regel besser, nicht die großen Rasthöfe anzufahren, sondern sich lieber für einen kleineren Parkplatz zu entscheiden, der nicht ganz so überlaufen ist. Wer Zeit und Lust hat, kann natürlich auch in einen Ort reinfahren und sich dort ein schönes Fleckchen zum Kochen und Essen suchen. Im Optimal-Fall gibt es in der Nähe der Strecke, die man zurücklegen muss, einen Fluss oder See beziehungsweise einen Platz, an dem man eine schöne Aussicht auf die Berge hat. Man kann dann einfach auf dem Parkplatz anhalten, dort kochen und sein Essen anschließend mitnehmen. Bepackt mit einer kleinen Picknick-Decke läuft man einfach ein paar Schritte in die Natur und isst dort. Nach einer langen Fahrt hat man sich das sicherlich auch verdient.

Essen verbindet – vor allem unterwegs.

Dass das Kochen Menschen zusammen bringt, kann man fast auf jedem Rasthof beobachten. Am besten fahrt ihr mal an einem Samstagabend an den Parkplätzen der Autobahnen vorbei und beobachtet, was die Leute dort so treiben. Zu unserem Erstaunen sahen wir sehr oft, dass sich vor allem LKW-Fahrer zu kleinen Gruppen zusammentaten und gerne mal direkt vor ihrem LKWs am Kühlergrill was Leckeres kochten und dazu ein kühles Bier tranken. Manche von ihnen hatten auch einen kleinen Gaskocher dabei und manche sogar kleinere Campingausrüstungen mit Tischen und Stühlen.

Unterwegs isst man oft vielfältiger und gesünder.

Wir sind zu der Meinung gelangt, dass man unterwegs im Grunde genommen viel besser isst als daheim. Allerdings muss man bereit sein, etwas dafür zu tun. Egal, ob man Fahrer, Reisender oder Transporteur ist, man kommt an sehr vielen verschiedenen Orten und Vegetationen vorbei, an denen es die unterschiedlichsten Gemüsesorten, Obst und kulturelle Gerichte gibt. Wer sich die Zeit nimmt und anhält, wird schnell feststellen, dass das frisch geerntete Obst und Gemüse viel besser schmeckt als das, das vor dem Verzehr schon monatelang gelagert wurde. Probiert es auf eurer nächsten Tour einfach mal aus und gönnt euch etwas Frisches ;-).

Dabei muss es natürlich nicht zwangsläufig bei frischem Obst und Gemüse bleiben. An den meisten Küsten gibt es zum Beispiel auch Fischmärkte, auf denen frischer Fisch oder Meeresfrüchte angeboten werden. Kommt man an solchen Gegenden vorbei, sollte man die Chance nutzen und sich leckeren frischen Fisch gönnen. In den meisten Fällen erhält man bei Bedarf sogar bereits zubereiteten Fisch direkt auf die Hand, den man dann direkt verzehren und genießen kann.

Wir hoffen, wir konnten euch zeigen, dass sich die Gruppe der modernen Nomaden vielfältig und gesund ernähren kann und keinesfalls auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung verzichten muss. Zudem hoffen wir, dass wir euch ans Herz legen konnten, dass das Essen unterwegs echt Spaß machen kann und einem oft mit anderen Menschen verbindet. Meistens ist das Essen unterwegs viel interessanter als daheim. Und wenn jemand nicht gerade unterwegs ist, aber dennoch auf Essen aus entlegenen Regionen nicht verzichten möchte, der kann sich von einem reisendem Nomaden durch bringhand.de ein exotisches Essen einfach mitbringen lassen 😉 .

Wer noch nicht genug Inspiration zum Kochen gefunden hat, dem können wir das Backpacker-Kochbuch und das Fahrer-Kochbuch mit vielen tollen Tipps empfehlen.

Wenn ihr weitere gute Tipps oder sonstiges Feedback habt, freuen wir uns natürlich über eure Kommentare.

 

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1 Kommentar auf "Was essen Backpacker, Reisende oder Berufskraftfahrer eigentlich unterwegs?"

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Jens Szabelski
Gast
Jens Szabelski
5 Monate 2 Tage her

Super!!! Ihr esst ja unterwegs Gesünder als die meisten Zuhause 😉

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