Tiertransport Deluxe – So kommen ihre Lieblinge sicher ans Ziel!

Tiertransport, aber wie?

Viele verbinden mit dem Begriff Tiertransport sicherlich zuallererst nichts Gutes. Sie denken an zusammengepferchte Tiere in viel zu engen Hängern – ohne die Möglichkeit, während des Transports an Frischwasser zu kommen. Diese Horrovorstellungen mögen zum Teil sogar der Realität entsprechen, doch dass es auch anders aussehen kann, erläutere ich euch im nachfolgenden Beitrag. Zudem möchte ich euch im Folgenden erklären, auf was man achten sollte, wenn man selbst ein Lebewesen versenden muss und welche Transportmethoden sich für Tiertransporte am besten eignen.

Tierschutz steht an erster Stelle!

Immer wieder werden über die katastrophalen Bedingungen beim Tiertransport von Geflügel und Co. berichtet. Da die Kleintiertransporte nicht immer nach Vorschrift verlaufen, sollte man sich vor Beginn des Transports auf jeden Fall davon überzeugen, dass der Betreiber nach der Tierschutztransportverordnung handelt und alle benötigten Genehmigungen vorweisen kann, die für den Transport von Tieren notwendig sind.

 

Hund versenden

 

Das gilt im Übrigen nicht nur für den Kleintiertransport, sondern auch für jeden anderen gewerblichen Tiertransport. Tiertransporte werden durch die Veterinärämter genehmigt. Damit soll erreicht werden, dass sich die Unternehmen an die Tierschutztransportverordnung halten. Die zuständigen Ämter führen nach dieser Genehmigung immer mal wieder Stichproben bei den Unternehmen durch, um die Einhaltung der Vorschriften zu kontrollieren. So gibt es zum Beispiel die Regeln zu den Temperaturen die beim Transport vorgeschrieben sind, oder die Futtermenge, die während des Transports mitgeführt werden muss. Auch die Zeiträume für einen möglichen Tiertransport sind dort geregelt. Tiertransporte erfolgen nur von Montag bis Mittwoch und nicht vor oder an Feiertagen, sodass ein Rücktransport bei Nichtannahme möglich ist.

Die Fahrt wird durch die Regeln zwar kontrolliert, das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass sie für die Tiere stressfrei wird. Denn die meisten Tiere werden in der Regel während der Fahrt nicht betreut und die Kuriere erkundigen sich üblicherweise nicht nach dem Zustand der Passagiere während der Reise. Es liegt also bei dir, zu entscheiden, ob dein Tier in der Verfassung für einen Transport ist und ob es mit den herrschenden Temperaturen während des Transports klarkommt. Zwar transportieren viele der Tierspeditionen nur bei 0–28 Grad Celsius Außentemperatur und 7 – 29 Grad Celsius im Transportbereich, aber selbst diese Temperaturen können für das ein oder andere Tier schon zu hoch sein. Denn diese Temperaturen sind nur Richtlinien. Viele Tiere reagieren besonders empfindlich auf Temperaturschwankungen. Sie können nicht daran gemessen werden. Bei vielen Tierkurieren ist in den AGB vermerkt, dass es nicht möglich ist, immer klimatisierte Fahrzeuge zu garantieren. Daher ist es umso wichtiger, sich selbst über die Temperaturbedingungen der Lebewesen zu informieren und dies später bei der Verpackung zu beachten. Solltest du nicht wissen, wo du die Informationen findest, kannst du mal bei einem Züchter nachfragen oder dich in fachbezogenen Internetforen erkundigen.

Vom Zierfisch bis zum Ziervogel… die Transportmethode ist entscheidend!

Insgesamt kann man aber den Tipp geben, dass sich bei tropischen Arten oder Tierarten, die sehr kälteempfindlich sind, im Winter eine isolierende Styroporbox anbietet, die mit Wärmeflasche oder Heatpack versehen ist. Diese Styroporbox ist bei seriösen Transportunternehmen sogar Pflicht. Wichtig ist, dass die Heatpacks nicht direkt bei den Tieren liegen dürfen und zur Erwärmung auch keinen Sauerstoff verbrauchen sollten. Wenn in der Gebrauchsanweisung steht, dass dies doch der Fall ist, sollte man die Heatpacks am besten eine halbe Stunde bevor man sie in die Box legt aktivieren. Am Anfang verbrauchen sie nämlich den meisten Sauerstoff.

 

Außerdem gilt grundsätzlich, dass die Verpackungen  vor Witterungseinflüssen schützen und artgerecht aufgebaut sein müssen. Das heißt, die Tiere müssen Luft bekommen, mit Futter und Wasser versorgt sein und es darf keine Verletzungsgefahr von herumfliegenden Gegenständen wie Futternapf oder Tränke ausgehen.

Zudem müssen die Tiere während des Transportes genügend Platz haben. Hierbei muss man aber gleichzeitig darauf achten, dass die Tiere nicht zu viel Platz haben, da sie ansonsten bei starkem Bremsen durch die Box fliegen können. Auch sollte es dem Tier zu keiner Zeit gelingen, aus der Box auszubrechen. Das heißt, die Box sollte dementsprechend gesichert sein, sodass sich z. B. kein Nager durch die Wand fressen kann.

Des Weiteren gilt, dass die Box mit entsprechenden Tiertransportaufklebern versehen sein muss. Die Aufkleber machen deutlich, dass es sich um lebende Tiere handelt. Folgende Angaben sollten auf der Beschilderung stehen:

  • Angaben zu Tierart
  • Anzahl der Tiere
  • Daten vom Absender und Empfänger
  • Notfallangaben für die Versorgung

Meist werden die Boxen von den Transportunternehmen bei den Versendern abgeholt. Bevor es dann auf die Reise geht, werden die Pakete oft nochmals oberflächlich von den Kurieren kontrolliert, was aber rechtlich gesehen keine Pflicht ist.

Ab diesem Zeitpunkt werden die Boxen samt Tieren zu einer Zweigstelle gebracht, umgeladen und weiter transportiert. Normalerweise treffen sie nachmittags beim Empfänger ein. Ist dieser nicht anzutreffen, werden die Tiere beim Nachbar abgegeben oder wieder mitgenommen. Daher ist es enorm wichtig, die Tiere so zu versorgen, dass sie eine Reise ein zweites Mal überstehen können. Eine Statusmeldung wie bei DHL und Co. wird meist nicht angeboten.

Sonderfall: Giftige Tiere !

Ob ein Tier überhaupt transportiert werden darf, hängt hauptsächlich davon ab, ob der Kurier die hierfür benötigte Auflagen erfüllt und um welche Tierart es sich handelt. Oft lehnen Kuriere den Transport von Großschlangen und giftigen Tieren direkt ab, da dort die Auflagen für den Transport um einiges höher sind. So muss z.B. immer ein Gegengift im Fahrzeug mitgeführt werden. Auch Katzen und Hunde sind nicht gern gesehen, da diese im Gegensatz zu Kleintieren, immer eine Betreuung brauchen. Werden sie dennoch transportiert, ist der Transport um einiges teurer. Auch verletzte oder kranke Tiere stellen vielmals eine Hürde dar.

 

echte witwen spinnentransport

Echte Witwe: Versand giftiger Tiere.

 

Transport als Beiladung, eine gute Alternative!

Hierbei muss die erste Adresse nicht immer eine Tierspedition sein. Es gibt mittlerweile sehr viele weitere Möglichkeiten, sein Tier zu transportieren. Eine von mir bevorzugte Versandmethode ist die Mitgabe der Tiere als Beiladung. Gerade für den Kleintierversand bietet sich diese Methode besonders an.

Und das hat vier gute Gründe:

  1. Es ist komfortabler für die Tiere, wenn sie im beheizten Fahrzeugraum mitfahren können, anstatt in einem Frachtraum zusammen mit vielen anderen Tieren untergebracht zu werden.
  2. Man kann mit gutem Gewissen das Tier versenden, weil man weiß, dass sich nur um sein eigenes Tier gekümmert wird und das Tier nicht eines unter vielen ist.
  3. Ein Tier als Beiladung mitzugeben, ist in vielen Fällen um einiges günstiger, als es mit einem Kurier oder mit einer Tierspedition zu transportieren.
  4. Auch Hunde und Katzen stellen meist kein Problem dar und kosten nicht extra!

Fazit:

Wie man sieht, ist ein Tiertransport um einiges aufwendiger, als der Transport von Gegenständen. Was aber auch gut so ist, denn schließlich handelt es sich um Lebewesen. Ob bei einer Tierspedition, einem Kleintiertransport oder sonstigem Tiertransport: Tierschutz sollte immer an erster Stelle stehen! Deswegen sollte immer abgewägt werden, ob ein Tierversand wirklich sein muss! Sollte der Transport tatsächlich unumgänglich sein, habt ihr ja jetzt die passenden Tipps, wie eure Lieblinge sicher ans Ziel kommen ;-). Wer sich für weitergehende Literatur zum Tiertransport interessiert, dem können wir das Buch zu Tiertransport empfehlen.

Wir freuen uns wie immer über eure Meinungen und Kommentare.

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