Teil 4: Unterwegs duschen? – Eine Dusche in der Heckklappe des Autos macht es möglich!

Duschen in einem VW T5 Transporter? Ist das überhaupt möglich und wenn ja, wer braucht denn eine Dusche in seinem Transporter? Diese Fragen haben wir uns gestellt und begrüßen euch damit zurück zum vierten Teil unserer Ausbauserie: Wir verwandeln unseren VW T5 Transporter in ein gemütliches Campingmobil.

Wer die vorherigen Teile zur Ausbauserie noch nicht gelesen hat, kann die einzelnen Teile hier gerne nachlesen: Teil 1 , Teil 2, Teil 3.

Campingdusche in einem Bullie

Warum braucht man eine Dusche in einem Transporter oder Camper?

Ich glaube, dass sehr viele von euch, die als Transporteure, Backpacker, Camper oder einfach als Reisende in Fahrzeugen unterwegs sind, oft vor der Frage stehen oder standen, wie man mal eben schnell eine erfrischende Dusche zu sich nehmen kann. Denn nach einer Dusche sieht die Welt doch meist ganz anders aus, im Grunde viel besser aus. Man ist belebter, fühlt sich sauberer und ist gleich viel besser gelaunt, weshalb man auch direkt mit viel mehr Elan an die Weiterreise herangeht.

Allerdings gestaltet sich laut unseren Erfahrungen die Suche nach einer Dusche nicht immer ganz einfach. Denn Duschen stehen ja nicht einfach überall in der Gegend herum und warten darauf, bis sie einer benutzt. Vielmehr sind sie sogar meist gut versteckt und schwer zu finden. Wenn man sich die Mühe macht und nach ihnen sucht, findet man sie mit größter Wahrscheinlichkeit in öffentlichen Gebäuden und Schwimmbädern oder auch gegen Bezahlung auf Raststätten, in Hotels oder auf Campingplätzen. Natürlich sollte man auf der einen Seite froh sein, überhaupt öffentlich zugängliche Duschen zu finden. Auf der anderen Seite ist das mit den öffentlichen Duschen aber auch so ne Sache. Denkt nur mal daran, welche Tarnarbeit man leisten muss, wenn man in einer öffentlichen Bibliothek eine Dusche findet und sich anschließend mit nassen Haaren beziehungsweise Turban auf dem Kopf an den Besuchern und dem Personal vorbeischleichen muss. Da kommt man schnell mal ins Schwitzen, was das Frisch-geduscht-Gefühl im Grunde gleich wieder hinfällig macht ;-). Aber die Sache mit der Tarnung ist nicht das einzige Problem beim Aufsuchen öffentlicher Duschen. Das weitaus größere Problem liegt darin, überhaupt mal eine öffentliche Dusche zu finden. Dazu noch ohne Ortskenntnis in einem fremden Ort und meist unter Zeitdruck, weil die Weiterreise ja keine allzu lange Verzögerung haben soll – eine echte Herausforderung.

Wer unterwegs partout keine Dusche findet, hat im Grunde nur eine Wahl: sich am Waschbecken erfrischen. Da haben es diejenigen, die entlang eines Sees, eines Flusses oder eines Baches unterwegs sind, schon weitaus bessere Karten. Sie können die Angebote der Natur nutzen. Aber mal ehrlich, wer fährt schon ständig an einem Fluss, See oder Bach vorbei? Die meisten von uns sind die meiste Zeit sicherlich auf der Autobahn unterwegs und da sind derartige Erfrischungsangebote nicht gerade im Übermaß vorhanden.

Deshalb haben wir uns gefragt, ob es nicht gigantisch wäre, eine eigene und schnelle Duschlösung im eigenen Fahrzeug zu haben um sich den ganzen Ärger mit der Suche nach einer öffentlichen Dusche zu sparen? Da uns die Frage einfach nicht mehr losließ, wollten wir sie uns natürlich beantworten und starteten den Versuch, in unserem Transporter eine Dusche einzubauen. Was dabei herauskam, könnt ihr unten nachlesen.

Wo baue ich die Dusche im Fahrzeug ein?

Zunächst einmal gibt es zu der Mission „Duscheinbau“ zu sagen, dass natürlich jedes Auto anders aufgebaut ist und man deshalb etwas kreativ an die Sache herangehen muss, um seine Dusche effektiv zu platzieren. Bei kleineren Autos wie Kombis kann sich der Einbau etwas schwieriger gestalten. Bei Transportern beziehungsweise Kastenwagen ist es eigentlich gar keine so große Sache. Im Grunde gilt, je größer das Fahrzeug, um so mehr Einbaumöglichkeiten hat man.

Bei unserem VW T5 haben wir die Heckklappe als den Platz ausgemacht, an dem unsere Dusche platziert werden soll. Der Vorteil liegt vor allem darin, dass man die Heckklappe einfach hochklappen, sich darunter stellen und innerhalb von kurzer Zeit direkt mit dem Duschen loslegen kann.

Der Einbau der Campingdusche im Transporter kann beginnen

Wenn ihr ausfindig gemacht habt, wo ihr die Dusche platziert, könnt ihr loslegen. Je nachdem, wie handwerklich geschickt man ist, braucht man für den Einbau circa ein bis zwei Tage. Die Kosten für den Umbau der Heckklappe und den Einbau der Dusche betragen in etwa 80,00 € .

Abdeckung an der Heckklappe nachbauen

Bevor ihr mit dem Einbau loslegen könnt, ist allerdings zunächst mal ein kleiner Ausbau nötig. Wir mussten dazu die Abdeckung an der Heckklappe, die von mehreren Spreiznieten festgehalten wurde, abschrauben. Das Abnehmen der Abdeckung von der Heckklappe ging eigentlich recht schnell und unkompliziert. Ihr solltet nur darauf achten, dass die Spreiznieten, die ihr am besten mit einem Sechskantschraubendreher rausdreht, nicht kaputt gehen. Sollten sie doch auseinander brechen, könnt ihr die Spreiznieten natürlich nachbestellen.

Nachdem ihr die Abdeckung abgeschraubt habt, solltet ihr als erstes überprüfen, ob sich dahinter genügend Platz für eine Duschbrause verbirgt. Bei unserem VW T5 waren zwei Mulden von circa 20 cm x 20 cm x 10 cm vorhanden, in denen man den Brausekopf, den Brauseschlauch und einen Kulturbeutel gut verstauen konnte (siehe auch Bilder in der Galerie).

Da die Duschbrause später zusätzlich außen an der Abdeckung einen Befestigungsplatz erhält, könnt ihr frei wählen, ob ihr euch auch zwei Staufächer einbaut oder ob ihr auf den Stauraum verzichtet und dem Brausekopf nur einen Befestigungsplatz – nämlich außen an der Abdeckung – einräumt (in diesem Fall müsst ihr die Abdeckung nicht zwangsläufig abschrauben).

Da wir uns für die Variante mit den Staufächern entschieden haben, mussten wir die Abdeckung natürlich abnehmen, um sie mit Klappen zu versehen. Da wir dazu nicht die Original-Abdeckung verwenden wollten, haben wir uns entscheiden, das Original auf eine circa 3 mm dicke PVC-Platte zu legen und den Umriss nachzuzeichnen. Die feuchtigkeitsresistente PVC – Platte eignet sich für dieses Vorhaben übrigens ohnehin deutlich besser als die Holzplatte, da diese beim Duschen nass werden und schimmeln könnte, was bei der PVC-Platte nicht passiert.

Nachdem ihr einen Abdruck des Originals auf eure PVC-Platte gezeichnet habt, könnt ihr die Schablone mit einer Stichsäge ausschneiden. Zwar ist die Stichsäge an sich nicht schwer zu bedienen, doch liegt die Schwierigkeit darin, gerade zu sägen. Deshalb raten wir euch, unbedingt eine Hilfsführung zu verwenden und die Platte mit einer Klemmzwinge daran zu befestigen, damit beim Sägen auch garantiert nichts verrutscht. Nachdem ihr die Schablone ausgesägt habt, dürft ihr nicht vergessen, die Löcher für die Spreizdübel mit einer Bohrmaschine durchzubohren und die fertig ausgeschnittene Platte mit etwas Schleifpapier abzuschleifen, um die scharfen Kanten zu entfernen. Wenn ihr das alles gemacht habt, könnt ihr eure neue Abdeckung mal an ihren ursprünglichen Platz halten und schauen, ob alles so sitzt, wie es sitzen sollte. Sollte die Abdeckung noch nicht hundertprozentig passen, könnt ihr einfach an der ein oder anderen Stelle einfach nochmals Hand anlegen.

Duschfächer in die Abdeckung einbauen

Wenn alles passt, könnt ihr die Fallklappen in Angriff nehmen, in denen ihr eure Dusche und den Kulturbeutel verstauen könnt. Wir raten euch, die Position der Fallklappen am besten direkt auf der neuen Abdeckung zu markieren, wenn ihr diese zum Testen anbringt. Beachtet hierbei, dass die Fallklappen richtig positioniert sein müssen, damit ihr später beim Öffnen auch tatsächlich die Hohlräume direkt dahinter habt. Nachdem ihr die Fallklappen markiert habt, schneidet ihr diese ebenfalls mit der Stichsäge aus und benutzt die ausgeschnittenen Teile anschließend als Klappe, um die Fächer öffnen und schließen zu können. Damit die Klappen auf und wieder zu gehen verwendet ihr jeweils zwei Scharniere, die ihr am besten mit Blindnieten und einer Blindnietzange befestigt (siehe auch Schritt 12 Bild). Achtet darauf, dass die Blindnieten lang genug sind um beide Materialien beim Vernieten zu erfassen. Bevor ihr die Abdeckung samt Klappen wieder anbringt, müsst ihr mit einer Lochsäge noch ein Loch in die rechte oder linke Seitenecke der Abdeckung bohren. Die Lochposition hängt davon ab, wo euer Wasserschlauch später verlaufen soll (siehe Schritt 14 im Bild).

Duschbrause und Brausehalterung an die Heckklappe anbringen

Wenn ihr die fertige Abdeckung wieder angebracht habt, habt ihr den größten Teil der Arbeit hinter euch gebracht und könnt euch nun dem interessanteren Teil – nämlich dem Anbringen der Duschbrause – widmen. Wenn ihr die Fächer  schön sauber ausgeschnitten habt, sollte jetzt in das eine Fach ein Brausekopf und in das andere ein Kulturbeutel reinpassen. Wenn ihr euch unsicher seid, könnt ihr das gerne einfach mal testen und den Brausekopf sowie den Kulturbeutel in das Fach legen und probieren, ob sich die Klappe schließen lässt. Wenn alles passt, kann es weitergehen.

Ihr braucht nun zwei Brausehalter für den Duschkopf. Die Brausehalter sind verschieden, der feste Brausehalter (auf der linken Seite im Bild) wird direkt auf der Fallklappe befestigt, um die Duschbrause in der geschlossenen Fallklappe halten zu können. Der zweite flexible Brausehalter hat zusätzlich einen veränderbaren Neigungswinkel, der die Position des Brausekopfs beim Duschen verändern kann. Dieser wird später an der Abdeckung direkt befestigt und als Halterung des Brausekopfes beim Duschen verwendet. Bevor ihr den Brausehalter dort anbringt, müsst ihr die Position mit der Duschbrause ausprobieren. Welche Duschbrause ihr verwendet, ist euch überlassen. Wir haben eine ganz normale Duschbrause mit Schlauch für circa 15 Euro gekauft. Achtet beim Kauf darauf, dass der Brausekopf nicht zu stark gekrümmt ist, ansonsten passt er nicht in das Fach rein.

Wenn ihr sämtliche Positionen bestimmt und markiert habt, könnt ihr eure Brausehalter anbringen.

Kulturbeutel und Riegel an die Fallklappen anbringen

Damit wir die Fallklappen schließen können, um unsere Duschvorrichtung unsichtbar werden zu lassen, brauchen wir nur noch zwei kleine Möbelriegel, die wir mit Schrauben befestigen. Dazu haltet ihr einfach die kleinen Rigel an die Kante einer Klappe und zeichnet mit einem Bleistift ein, wo ihr zwei kleine Löcher bohren müsst. Danach schraubt ihr die Riegel jeweils an einer Klappe fest und könnt dann auch gleich mal ausprobieren, ob der Riegel so funktioniert, wie er sollte (siehe Schritt 19-20 im Bild). Wenn alles passt, geht es weiter.

Nun braucht ihr einen Kulturbeutel, in dem ihr einige Duschsachen verstauen könnt. Den Kulturbeutel bringen wir an der Innenseite der zweiten Fallklappe mit Blindnieten an. Dazu braucht ihr eine Nietzange und Blindnieten mit Unterlegscheiben. Legt euren Kulturbeutel an die Klappe an, markiert, wo die Löcher hin müssen und verwendet die Blindnieten, um den Kulturbeutel an der Klappe zu befestigen (siehe Schritt 21 im Bild).

Brauseschlauch, Verlängerungsschlauch und Tauchpumpe mit Versorgungsbatterie verbinden.

Nachdem der Kulturbeutel an der Klappe befestigt wurde, kommen wir zu dem Wasserschlauch, den ihr bereits auf den Bildern gesehen habt. Dieser besteht zum Teil aus dem normalen Brauseschlauch, der meist mit der Duschbrause verkauft wird und einem extra verlängerten Wasserschlauch (Duschmesser ca. 14mm). Den Brauseschlauch haben wir bei uns extra lang gelassen, damit wir diesen rausziehen können, um uns zum Beispiel die Füße zu waschen. Da hinter der Fallklappe nicht viel Platz ist, mussten wir mindestens drei Kabelklemmen extra anbringen, die den Duschschlauch beim Einklappen halten, damit dieser nicht das Schließen der Klappe behindert (siehe Schritt 23 im Bild). Die beiden Schläuche haben wir übrigens mit zwei Schlauchschellen und einem Schlauchverbinder verbunden.

Damit der Wasserschlauch nicht am Bus herunter hängt und beschädigt wird, haben wir uns entschieden, ihn mit weiteren Klemmen am Auto zu befestigen (siehe Schritt 27 im Bild).

Der Wasserschlauch, der oben mit dem Duschkopf verbunden ist, läuft unten übrigens bis zum Wasserkanister und ist dort an einer  1,4 bar Tauchpumpe angeschlossen. Die Tauchpumpe ist ihrerseits an eine Versorgungsbatterie angeschlossen, die die 12v an die Tauchpumpe liefert. Zwischen der Batterie und der Tauchpumpe solltet ihr am besten noch einen Schalter schließen, um das Ein- und Ausschalten komfortabler zu machen. Da die Sache mit der Pumpe und der Batterie etwas mehr Hintergrundwissen erfordert, haben wir euch unten die wichtigsten Tipps zusammengefasst.

Einige extra Tipps, um Fehler zu vermeiden:

Tauchpumpe: Achtet darauf, dass ihr eine Tauchpumpe mit größer >1 Bar Druck kauft, da die Tauchpumpe kaum genügend Druck aufbaut, um das Wasser durch die Schläuche zu befördern.

Alternative manuelle Pumpen: Zu der elektrischen Tauchpumpe, die immer 12V benötigt, gibt es noch eine manuelle Alternative. Es gibt Wasserpumpen, die manuell per Hand und Hebel oder per Pedal und Fuß betrieben werden können, diese sind eine gute Ergänzung wenn man nicht genügend oder gar keinen Strom hat. Diese manuellen Wasserpumpen werden ebenfalls einfach dazwischen geschlossen und können Wasser in die Duschvorrichtung pumpen. Der Vorteil dabei ist, dass man beim Duschen etwas sportlich bleibt :-).

PVC-Schlauch: Wir haben einen durchsichtigen 14mm PVC-Schlauch benutzt.

Wasserkanister: Welchen Wasserkanister ihr im Endeffekt benutzt und wo ihr diesen verstaut, ist euch überlassen. Achtet nur darauf, dass die Tauchpumpe durch die Öffnung passt.

Batterie: Die Tauchpumpe braucht 12v. Diese könnt ihr natürlich der Autobatterie entziehen. Besser wäre es jedoch, eine separate Versorgungsbatterie zu verwenden, um die Autobatterie nicht zu stark zu beanspruchen.

Die fertige Campingdusche für unterwegs kann sich sehen lassen.

Nachdem wir alles befestigt und angeschlossen haben, möchten wir unsere Dusche natürlich auch unbedingt mal ausprobieren. Und: Hurra, sie funktioniert :-)! Wurde aber auch Zeit ;-). Wie bereits oben kurz erwähnt, hat uns der Einbau schließlich zwei Tage Arbeit gekostet und wir haben insgesamt circa 80,00 € in Material investiert. Die Kosten orientieren sich ganz klar an der Qualität der verwendeten Produkte.

Unser Fazit

Wer etwas handwerklich geschickt ist und gerne Sachen selber baut, kann sich locker an so einer Dusche für sein Fahrzeug probieren. Wie ihr im Endeffekt eure Dusche aufbaut und nutzt, ist euch überlassen. Wir werden in Zukunft wohl noch einen Duschvorhang drumherum anbringen, einen Wasserhahn dazwischen schalten und noch viele weitere nützliche Sachen anbauen – aber davon berichten wir euch dann im nächsten Artikel ;-). Jedenfalls lohnt es sich unserer Ansicht nach auf alle Fälle, so eine Dusche einzubauen. Wir können egal wohin fahren und überall duschen. Sei es, weil wir es müssen oder weil wir es wollen. Die Dusche schenkt uns wieder ein bisschen mehr Flexibilität für unterwegs.

Wir freuen uns auf eure Kommentare und auf eure Bilder, die zeigen, wie und wo ihre eure Duschen in euren Fahrzeugen eingebaut habt. Und wie immer, vergesst nicht, euren leeren Platz im Fahrzeug auf www.bringhand.de anzubieten, um einige Euros dazu zu verdienen und auch für die Umwelt etwas Gutes zu tun.

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