Tour Schweiz Teil 3: Simplonpass, Lago Maggiore und der Gotthardpass

Die Hände packten abends wieder das Lenkrad und so ließen wir den Parkplatz, die Seilbahnstation und den Gletscher hinter uns. Wir setzten unseren Road Trip durch die Schweiz fort.

Während der Weiterfahrt wechselte das Wetter und es fing an zu regnen. Dieser Wetterumschwung hatte zur Folge, dass wir die Wettervorhersage nochmals genauer prüften. Es stellte sich heraus, dass das schlechte Wetter die nächsten Tage andauern sollte. Die neue Situation verlangte deshalb von uns eine Planänderung. Wir versuchten eine alternative Route zu finden, um dem schlechten Wetter zu entfliehen. Ein Blick auf die Karte zeigte, dass wir nur 150 Kilometer vom sonnigen Lago Maggiore entfernt waren. Die Entscheidung fiel uns daher leicht und wir änderten unseren Kurs.

Frei stehen am Simplonpass

Der neue Kurs führte uns über den Simplonpass, der offiziell in Brig startete. Dieser Bergpass verknüpft bereits seit Jahrhunderten den Schweizer Kanton Wallis mit der italienischen Provinz. Die Straße zum Pass war sehr angenehm zu fahren. Unterwegs bot die Strecke fast hinter jeder Kurve einen tollen Blick über die Berge. Damit die Vorbeifahrenden den Ausblick bestaunen konnten, waren entlang der Strecke genügend Möglichkeiten für ausgedehntes Rasten vorhanden.

Wir stellten unseren Bus ebenfalls auf einem der größeren Parkplätzen ab, um uns auszuruhen und anschließend einen Tee zu trinken.

Frischer Aufbrühkaffee am Simplonpass

Wir waren auf diesem Stellplatz nicht alleine, denn die Stelle war offenbar unter den Campern sehr beliebt und auch durchaus bekannt. Was bei der schönen Lage auch zu erwarten war. Denn neben sauberen Toiletten, einer tollen Aussicht, einem Restaurant in der Nähe und super schönen Wanderwegen konnte man glücklicherweise hier über Nacht frei stehen. Das taten dann auch die meisten, um am nächsten Morgen ihre Panoramatour ausgeruht fortsetzen zu können.

 

Tour nach Cannobio und Lago Maggiore

Die Nacht am Simplonpass war kälter als gedacht. Deshalb waren wir froh, bald in Italien Sonne tanken zu dürfen. Bevor es aber soweit war, ging es mit deutlicher Neigung den Bergpass bis zur italienischen Grenze wieder herunter. Die Grenze lag in einem kleinen italienischen Ort und wurde von zwei Polizisten bewacht. Die Polizisten waren sichtlich gut gelaunt und winkten nur vereinzelt Fahrzeuge zur Kontrolle heraus. Als wir die Grenze hinter uns ließen, wurde es schon nach einigen Kilometern zunehmend sonniger und wärmer. Wir waren in Italien angekommen.

Unser Ziel in Italien sollte ein malerisches Örtchen, von dem wir schon viel gehört hatten, sein. Es soll direkt am Lago Maggiore liegen und einen südländischen Flair versprühen. Das Örtchen hieß Cannobio. Die Fahrt dahin war bereits ein kleines Erlebnis, da wir aus Richtung Montorfano kamen und nur noch circa 30 Kilometer vor uns hatten, die an engen und kurvigen Strecken unmittelbar entlang des Sees verliefen. Das sommerliche Gefühl wurde durch Palmen, alte Patrizierhäuser, sommerlich gekleidete Leute und den blauen See verstärkt.

Als wir Cannobio erreichten, wimmelte es nur so von Reisenden. An jeder Ecke gab es Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze. Wir platzierten uns vorerst direkt an einem Parkplatz, der nicht weit von der Promenade entfernt lag. Anschließend machten wir einen Spaziergang zum kleinen Hafen.

Hafen am Lago Maggiore

Der niedliche Hafen lag direkt an der ausgedehnten Seepromenade, an der sich offensichtlich die meisten Leute aufhielten. Entlang der Promenade fand man viele kleine Restaurants sowie Eis- und Imbissläden, die zum Essen einluden. Weiterhin gab es hier die typischen kleinen verwinkelten Gassen, in denen man unterschiedliche Gourmet-, Kunst und Souvenirläden entdecken konnte.

Da wir dieses italienische Lebensgefühl noch einige Tage erleben wollten, entschieden wir uns etwas länger in Cannobio zu bleiben. Den halben Tag verbrachten wir am See und beobachteten das Geschehen. Wenn wir Hunger verspürten, bestellten wir uns oft eine Pizza, die wir am Strand aßen. Gegen Abend schlenderten wir durch die Gassen, genossen ein Eis und schauten in unzähligen der süßen Läden vorbei. An manchen Tagen fuhren wir einige Kilometer auswärts zu einer Schlucht, die zu einem klaren Fluss führte und zum Baden einlud.

Neben den bereits erwähnten Freizeitmöglichkeiten, fand jeden Sonntag ein großen Markt statt, der mehrere tausende Besucher nach Cannobio lockte. Das Städtchen war an diesem Tag im Ausnahmezustand. Denn viele Besucher kamen nicht nur mit Fahrzeugen, sondern auch mit den Booten zum Markt. Den Autofahrern würden wir deshalb empfehlen, noch vor 8 Uhr anzureisen, um sich einen Parkplatz zu sichern.

Auf dem Markt wurden hauptsächlich Kleidung und Schuhe angeboten. Wir fanden es jedoch sehr schade, dass fast jeder dritte Verkaufsstand das Gleiche im Angebot hatte und wir dadurch kaum Abwechslung geboten bekamen. Glücklicherweise gab es neben der Kleidung aber auch noch weitere Angebote. So boten beispielsweise ländliche Bauern ihre leckeren hausgemachten Lebensmittel an. Es waren sicherlich um die 50 Verkaufsstände, die Käse, Salami, Schnaps, Marmelade und vieles mehr anboten. Es roch an jeder Ecke und man konnte von allem probieren.

Zwischenstopp in Locarno

Der spontane Road Trip nach Cannobio hatte uns gut getan. Jedoch wollten wir unsere Reise fortsetzen und machten uns deshalb auf den Weg Richtung Locarno, das wieder bereits auf der Schweizer Seite lag. Der Unterschied zu Cannobio hätte kaum größer sein können, obwohl die beiden Städtchen nur 15 Kilometer auseinander lagen. Das lockere und südländische Gefühl, wie wir es in Cannobio kennengelernt hatten, fanden wir in der Form in Locarno nicht wieder. Das typische Bild der mitteleuropäischen Städte hatte uns hier wieder eingeholt.

In Locarno wollten wir nur einen kurzen Zwischenstopp einlegen, um zu frühstücken und einen frischen Kaffee am See zu genießen, bevor unsere Autoreise weitergehen sollte. Jedoch gefiel uns die Promenade so gut, dass wir längere Zeit damit verbrachten, entlang dieser zu spazieren, um Fotos zu knipsen. Alles in allem war Locarno ein sehr schöner Zwischenstopp auf unserer Route.

 

Entlang der Bergstraße zum Gotthardpass

Nachdem wir Locarno verlassen hatten, machten wir uns auf zu unserem nächsten Stopp: dem Gotthardpass. Im Gegensatz zu den meisten Reisenden, die den 17 Kilometer langen Gotthardtunnel bevorzugen, um schneller von Italien in das Landesinnere der Schweiz zu gelangen und umgekehrt, entschieden wir uns gezielt für die Bergstraße, die über den Gotthardpass führte. Dieser Gebirgspass war früher eine der wichtigsten Verbindungsstraßen über die Alpen, bis der Gotthardtunnel in den 1980er Jahren fertiggestellt wurde.

Gotthardpass Schweiz

Die Gebirgsstraße war sehr gut ausgebaut und man konnte ohne Schwierigkeiten hinauf fahren. Auf dem Weg Richtung Pass sahen wir viele normale PKWs, größere Wohnmobile, Campingmobile, Reisebusse und Motorräder. Je nachdem aus welcher Richtung man kam, konnte man auf dem Standstreifen vor beziehungsweise hinter des letzten Tunnels vor dem Pass anhalten und prima Photos von der schlangenförmigen Gebirgsstraße knipsen.

Auf dem Gebirgspass gab es mehrere Seen. An dem ein oder anderen konnte man länger verweilen und kleinere Wanderungen in die Felsregion starten. Darüberhinaus fand man hier einen Bratwurstverkäufer, ein Restaurant, einige Souvenir-Verkäufer und ganz viele Camper und Wanderer. Obwohl es hier lebendig zuging, war der Pass keineswegs von Besuchern überlaufen und bot genügend Natur auch ohne Menschen.

Wer das nächste Mal Richtung Italien unterwegs ist, der sollte definitiv einmal die Gebirgsstraße über den Gotthardpass nehmen. Es ist für all diejenigen, die die Natur lieben eine wunderbare Alternativstrecke zum grauen und tristen Gotthardtunnel.

 

Fazit

Wir empfanden die Überquerung des Simplonpasses und des Gotthardpasses als eine willkommene Abwechslung, die es uns ermöglichte, einmal sehr weit oben auf einen Berg zu gelangen, ohne dafür Wandern zu müssen oder eine Seilbahn zu benutzen. Die Gebirgspässe boten nicht nur tolle Aussichten, sondern auch viel Natur für wenig Aufwand. Und wenn man genug von den Bergen hat, dann ist der Lago Maggiore als der nächst gelegene See perfekt dafür geeignet, um Sonne zu tanken und sich vom südländischen Lebensgefühl inspirieren zu lassen. Wir können euch diese Ecken definitiv weiterempfehlen.

Wenn ihr des öfteren Unterwegs seid und noch Platz im Fahrzeug habt, dann könnt ihr auf bringhand.de vorbeischauen und eventuell das eine oder andere für jemanden auf eurer Strecke mitnehmen.

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