So kühlten wir autark unsere Lebensmittel in einer Kühlbox

KühlboxEs war warm im Fahrzeug, als wir uns auf dem Weg nach Melbourne befanden – daran können wir uns noch gut erinnern. Damals fuhren wir extra früh von Sydney los, um der Mittagshitze zu entkommen. Nachmittags wollten wir nämlich bereits an unserem ersten Zwischenstopp angekommen sein. Unser Plan war es, am ersten Tag nur die Hälfte der Strecke zu fahren und die Nacht an einem See zu verbringen. Wir hatten reichlich Reiseproviant dabei, der aus Brot, Butter, Scheibenkäse, Schmierkäse, Scheibenwurst, Marmelade, Nutella, Chips, Schokolade, Dosenessen, Nudeln, Reis, Gemüse und Obst bestand. Zum Trinken packten wir Wasser, Saft, Schnaps und eine Packung Milch ein. Die Lebensmittel, die gekühlt werden mussten, verstauten wir in einer Kühlbox und legten drei gefrorene Kühlakkus dazu.

Die Temperatur kletterte zwischenzeitlich auf 48 Grad, als wir nachmittags an unserem Zwischenstopp ankamen. War die Temperatur während der Fahrt im Bus noch halbwegs erträglich, so war sie jetzt kaum mehr auszuhalten. Die Sonne brannte unbarmherzig. Das Außengehäuse des Fahrzeugs erhitzte sich wie eine heiße Pfanne, auf der man Spiegeleier braten konnte. Und auch der Innenraum glich eher einer Sauna als einem Fahrzeugraum. Trotz der äußeren Umstände und der Tatsache, dass diese nicht unbedingt hungrig machten, mussten wir was essen, da wir dies bisher noch nicht wirklich taten. Als wir die Lebensmittel aus der Kühlbox holten, um sie zu öffnen, erlebten wir eine Überraschung.

Die Kühlakkus in der Kühlbox taugten nichts!

Die Kühlbox hatte sich in eine Sauna verwandelt. Die Kühlakkus schienen den Außentemperaturen in keinster Weise stand zu halten, da von ihrer Kühlleistung absolut nichts zu spüren war. Die inzwischen feucht-warmen Kühlakkus sorgten in der Kühlbox nicht wie gedacht für Kälte, sondern eher für ein eigenes tropisches Klima. Das Einzige, was man in der Box hätte noch lagern können, wären Reptilien gewesen, aber definitiv keine Lebensmittel.

Um zu retten, was zu retten war, holten wir zunächst den Käse aus der Kühlbox. Wir wussten nicht, wer mehr von uns schwitzte – der Käse oder wir! Entsprechend sah es bei der Wurst aus, die wir gleich an die Krähen verfütterten. Wir wollten gar nicht erst herausfinden, ob die Lebensmittel nach mehreren Stunden bei 35 Grad Celsius noch genießbar waren oder nicht. Bei hoher Wärme entwickeln sich Bakterien wie Salmonellen nämlich rasant. Wie wir nachlesen konnten, reichen bereits fünf Grad aus, um Salmonellen gedeihen zu lassen. Diese gefährlichen Bakterien entwickeln sich bei 20 Grad zehnmal schneller als bei fünf Grad und bei knapp 40 Grad wollten wir es erst gar nicht darauf ankommen lassen. Wir entsorgten demnach alle bedenklichen Lebensmittel.

 

Wir begriffen spätestens ab diesem Zeitpunkt, was es bedeutete, einen Kühlschrank zuhause zu haben. Bisher war uns zwar klar, dass man ohne Kühlung auf Lebensmittel verzichten muss, aber wir hatten keine Vorstellung davon, wie viele Lebensmittel es tatsächlich sind, die ohne Kühlung schlichtweg mit der Zeit ungenießbar werden. Es ging hier nicht nur um die Wurst, den Käse und die Milch, sondern auch um Schokolade. Unsere Schokoriegel schmolzen dermaßen dahin, dass man sie nur noch als Brotaufstrich hätte gebrauchen können. Auch unsere Dips, Saucen und unser Ketchup hielten den hohen Temperaturen auf Dauer nicht stand, sondern wurden ebenfalls nach einiger Zeit schlecht, obwohl sie reichlich Zucker beinhalteten. Weitere Lebensmittel wie Eier, Fisch, Frischkäse oder Joghurt braucht man erst gar nicht zu erwähnen. Obst und Gemüse betraf es gleichermaßen.

Dauerhaft Lebensmittel zu kühlen ist ein Luxus.

Ohne eine Kühllösung war man bei der Lebensmittelwahl beschränkt. Man konzentrierte sich auf Lebensmittel, die nicht gekühlt werden mussten. Die Nahrungsmittelzufuhr bestand daher meist aus Konserven beziehungsweise zuckerhaltigem, salzhaltigem oder getrocknetem Essen. Auf lange Sicht hin war das nicht gesund. Wollte man frische Lebensmittel haben, musste man diese entweder binnen kurzer Zeit zubereiten oder für eine Kühlung sorgen. Kühlung erreichte man unterwegs nur mit Kühlakkus, die jedoch alle paar Stunden aufs Neue irgendwo tiefgefroren werden mussten. Alternativ gab es an manchen Tankstellen Eiswürfel in Beuteln zu kaufen, die jedoch das gleiche Problem wie die Kühlakkus mit sich brachten und nur für begrenzte Zeit kühlen konnten.

Eiswürfel in Beutel

Da unser Road Trip länger als nur ein Wochenende dauern sollte, benötigten wir eine unabhängige und verlässliche Kühllösung für unsere Lebensmittel. Außer uns hatten viele Gleichgesinnte das selbe Problem. Viele von ihnen hatten keine dauerhafte Kühllösung im Campingmobil. Das frische Essen wurde nach dem Kauf direkt zubereitet und verspeist. Zusätzlich unterschätzten viele den Zeitverlust, der aufgebracht werden musste, um sich ständig mit frischem Essen zu versorgen, da man es nicht kühlen konnte. Und wer hat schon Lust, täglich einen Supermarkt aufzusuchen? Wir nicht! Wir entschieden uns daher für eine elektrische Kühlbox als Lösung für das Kühlproblem.

Woher soll der Strom für die elektrische Kühlbox kommen?

Das Hauptproblem war der Strom. Wie wir herausfanden, veranlasst dieses Problem viele Reisende dazu, unterwegs auf eine elektrische Kühlbox zu verzichten. Natürlich hätte man seine Kühlbox an einen Zigarettenanzünder anschließen können, der den Strom von der Autobatterie bezieht. Jedoch wäre dadurch das Risiko zu groß gewesen, dass sich die Autobatterie allzu schnell entladen hätte. Vor allem dann, wenn man das Fahrzeug über längere Zeit nicht angelassen hätte. Um erst gar nicht in so eine Situation zu geraten, verzichten deshalb die meisten ganz auf eine Kühlung der Lebensmitteln. Dabei gibt es mittlerweile verlässliche und unabhängige Lösungen.

Eine Solaranlage war unsere Rettung. Diese sollte uns den notwendigen Dauerstrom für die elektrische Kühlbox liefern. Dazu brauchten wir nur ein Solarpanel, einen Regler, einen Konverter und eine zusätzliche Solarbatterie. Für den Einbau benötigten wir keine besonderen Kenntnisse und jeder, der ein wenig mit Werkzeugen umgehen kann, sollte den Aufbau der Solaranlage hinbekommen. Das Ganze hat uns etwas mehr als 200 Euro gekostet und einen halben Tag Einbauarbeit. Dafür gab es von der Sonne sauberen und kostenlosen Strom für unsere Kühlbox.

 

Was sollte man vor dem Kauf bei einer Kühlbox beachten?

Als wir unsere Solaranlage befestigt hatten und endlich eigenen Strom produzierten, machten wir uns auf den Weg, um eine elektrische Kühlbox zu erwerben. Zuerst klapperten wir einige größere Supermärkte ab, die verschiedene Kühlboxen im Angebot hatten. Wir wurden zwar schnell fündig und freuten uns auf den ersten Blick, dass die Angebote so günstig waren. Allerdings lasen wir die Produktdetails genauer durch und bemerkten, dass die Kühlboxen für längere Touren ungeeignet waren. Wollte man seine Lebensmittel unter 5 Grad Celsius in einer Kühlbox aufbewahren, so durfte die Umgebungstemperatur nicht auf über 20 Grad Celsius steigen, denn die gewöhnlichen Kühlboxen schaffen es gerade einmal 15 Grad unter der Umgebungstemperatur zu bleiben. Dies bedeutet, wenn draußen 35 Grad herrschen, dann sind es in der Kühlbox 20 Grad. Dadurch waren diese Arten von Kühlboxen für unsere Anforderungen ungeeignet. Wir suchten eine elektrische Kühlbox, die konstant eine niedrige Temperatur von unter 5 Grad halten konnte, obwohl draußen mehr als 35 Grad herrschten.

In einem Supermarkt konnten wir nicht erwarten, dass man dort eine solche Kühlbox fand. Deshalb suchten wir ein Campinggeschäft auf, das die passenden Kühlboxen anbot. Wir fragten einen Verkäufer um Rat und erklärten ihm, was wir suchten. Dieser wusste, was wir brauchten und zeigte uns zwei Kühlboxen der Marke Waeco. Das erste Modell, der Waeco TropiColl TC 21, konnte ein Volumen von 2o Litern aufnehmen und das zwei Modell, der Waeco CoolFreeze CF 40, konnte 37 Liter aufnehmen. Beide Modelle hielten heißen Außentemperaturen stand – genau das war es, was wir suchten. Der Verkäufer versicherte uns, dass diese Kühlboxen sehr beliebt und zuverlässig seien. Nachdem wir uns im Internet anhand von Bewertungen vergewissert hatten, entschieden wir uns für eine Waeco TropiColl TC 21.

 

Elektrische Kühlbox plus Solaranlage heißt autark

Das Reisen war angenehmer geworden. Das hatten wir der Kühlbox und der Solaranlage zu verdanken. Die Solaranlage lieferte genügend Strom, der in der Batterie gespeichert wurde um anschließend die Kühlbox mit Strom zu versorgen. Das Größte an der ganzen Geschichte war, dass man unterwegs sein konnte und auf keine frischen Lebensmittel verzichten musste und das sogar bei sehr hohen Außentemperaturen. Die Kühlbox lief konstant und regelte sich automatisch. Es war ein gutes Gefühl, wieder frisches Essen für längere Zeit dabei haben zu können und zusätzlich unabhängigen Sonnenstrom für die Kühlung zu verwenden.

Fazit

Zu Beginn unseres Road Trips benutzten wir eine ganz normale Kühlbox mit einigen Kühlakkus. Allerdings lernten wir sehr schnell, dass eine unabhängige Kühllösung mit Solaranlage und elektrischer Kühlbox viel besser war. Deshalb glauben wir, dass jedermann, der häufig unterwegs ist, sich eine gute elektrische Kühlbox anschaffen sollte. Das Unterwegssein wird viel angenehmer, wenn man weiß, dass man immer eine Kühlmöglichkeit dabei hat. Ob man den Strom für die Kühlbox von der Autobatterie oder einer anderen Stromquelle – wie zum Beispiel einer Solaranlage – bezieht, hängt von den persönlichen Anforderungen ab.

Wir hoffen, dass wir euch einen zusätzlichen tollen Tipp geben konnten und wie immer freuen wir uns auf eure Kommentare zum Artikel :-).

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4 Kommentare auf "So kühlten wir autark unsere Lebensmittel in einer Kühlbox"

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Sarah
Gast
Sarah
1 Monat 9 Tage her

Leider habt ihr gar nicht erwähnt, wie teuer eine solche Kühlbox ist. Da man da gerne mal ab 600 $ aufwärts investieren muss (und dann natürlich ne extra Batterie oder Solaranlage bräuchte, wobei man dann insgesamt schnell auf 1000 $ + kommt), ist wohl die Geldfrage eher das Problem als die Stromversorgung.
Wir reisen seid 1,5 Jahren durch Australien und das nur mit einer Kühlbox mit Eis – wir haben auch ab und zu Fleisch oder Gemüse dabei, das wird dann halt zuerst gegessen.
LG
Sarah

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