Mit der Fähre unterwegs: Reiseerfahrungen zu den Fährverbindungen in Neuseeland, Tasmanien und Bruny Island

Fähren begeisterten uns schon immer. Diese Begeisterung erhöhte sich, als wir unser Auto das erste Mal auf einer Fähre transportierten. Früher reisten wir nämlich auf einer Fähre nur als Passagier und ließen unser Fahrzeug auf dem Festland zurück. Wir dachten, ein Auto wäre eine Belastung gewesen und erkannten erst in Neuseeland, dass die Mitnahme des Fahrzeugs ein Klacks war.

Neuseeland: Mit der Fähre von Wellington nach Picton als Passagier

Alles fing mit unserem Road Trip auf der Nordinsel an. Neuseeland erreichten wir mit einem Flugzeug aus Australien und mieteten uns noch am selben Tag ein Auto, um die Nordinsel zu bereisen. Als unsere Tour auf der Nordinsel sich dem Ende neigte, entschieden wir uns, das Fahrzeug in Wellington abzugeben und die Fähre nach Picton als Passagiere zu nehmen.

Wir sahen beim Einchecken, dass mehrere Reisende mit ihren Fahrzeugen direkt an Board fuhren. Dabei ließ das Schiff eine Rampe herunter und die Fahrzeugbesitzer durften auf die Fähre fahren. Sie parkten alle im unterem Schiffsdeck und kamen danach zu den anderen Passagieren an Deck.

Auf der Überfahrt freundeten wir uns aus Zufall mit einem Pärchen an, welches ihr Reisemobil auf der Fähre dabei hatte. Im Gespräch erfuhren wir, dass die Mitnahme des eigenen Fahrzeugs ziemlich unkompliziert abläuft.

Fähre in Neuseeland von Wellington nach Picton

Auf die Frage hin, ob die Überführung mit der Fähre teuer sei, erzählten sie uns, dass es auf die Größe des Fahrzeugs ankäme. Allgemein galt die Faustregel: Je größer das Fahrzeug , desto höher der Preis für den Fährtransport.

Wir erzählten ihnen, dass wir unser gemietetes Fahrzeug in Wellington wieder zurückgaben und in Picton uns ein neues mieten wollten. Das Pärchen meinte dazu, dass es zu viel Stress wäre, auf diese Art zu reisen. Es wäre viel einfacher gewesen, das Fahrzeug auf die Fähre mitzunehmen und mit der Reise auf der anderen Seite direkt fortzusetzen. Die Vorteile wären die Kosten für die Überfahrt auf jeden Fall wert. Das Pärchen überzeugte uns, sodass wir fest entschlossen waren, beim nächsten Mal unser Auto mitzunehmen.

Den Rest der Überfahrt verbrachten wir damit, die vielen umliegenden Inseln zu bestaunen, bis die Fähre schließelich auf der Südinsel im Hafen anlegte.

Infos: Wir waren damals auf der Fähre Bluebridge als Passagier an Bord, mit der wir von Wellington nach Picton übersetzten. Einen Platz buchten wir uns bereits zwei Wochen vorher über deren Webseite. Eine weitere Alternative zur Bluebridge ist die Interislander, die ebenfalls auf derselben Fährstrecke unterwegs ist.

Buchtipps: Hier sind einige empfohlene Bücher zu Neuseeland.

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Tasmanien: Mit der Fähre von Melbourne nach Devonport und das Auto dabei.

Es vergingen einige Jahre, bis wir wieder eine Fähre betraten. Diesmal reisten wir vom australischem Festland auf die große Insel Tasmanien. Die Fährverbindung startete damals in Melbourne und endete in Devonport. Die Überfahrt von 450 Kilometern dauerte bei gutem Seegang circa 9-11 Stunden. Wir buchten uns einige Wochen im Voraus einen Platz auf der Fähre „Spirit of Tasmania“. Dies machten wir direkt über deren Webseite. Wir wollten das Risiko vermeiden, zum gewünschten Datum keinen Platz auf der Fähre mehr zu bekommen. Diesmal buchten wir uns nicht nur als Passagiere ein, sondern nahmen auch unseren VW T4 mit an Bord.

Aufgrund der kolossalen Größe der Fähre und den vielen Fahrzeuge, die an Bord mussten, kamen wir bereits drei Stunden im Vorfeld zu der Fähre und parkten uns hinter die wartende Autoschlange. An Fahrzeugen war alles vertreten, was fahren konnte. Dazu gehörten zum Beispiel Zweiräder, Campingmobile, Bullis, Cabrios und LKWs.

Fahrzeug auf der Fähre einparken

Es ging zu wie an einem Flughafen. Mitarbeiter mit orangefarbenen Hinweisfähnchen in der Hand und einer guten Portion Humor lotsten die Fahrzeuge in die richtige Parkposition. Dabei hatte uns einer der Fährmitarbeiter auf einen falschen Parkstreifen verwiesen. Ein anderer Mitarbeiter bemerkte dieses Fauxpas und gab uns klar zu verstehen: „I’m the Boss„. Damit meinte er, dass wir seine Parkanweisungen befolgen sollten und nicht die des anderen Mitarbeiters. Wir machten also lieber, was er sagte!

Kontrollen auf der Fähre

Die Fahrzeuge wurden einzeln von den Zoll-Mitarbeitern kontrolliert. Wenn man zum Beispiel leicht entflammbare Sachen dabei hatte, dann wurden diese mit einem Etikett versehen und in einer sicheren Kammer eingeschlossen. Wir mussten unsere Gasflasche aus dem Campingmobil ebenfalls abgeben. Die Gasflasche holten wir uns nach der Ankunft im Hafen wieder ab.

Entflammbare Sachen waren aber nicht die einzigen Dinge, die kontrolliert wurden. Darüberhinaus durften auch keine Produkte mitgenommen werden, die die Flora und Fauna in Tasmanien gefährden könnten. Dazu gehörten zum Beispiel verzehrbare Produkte wie Früchte, Gemüse und Nüsse. Neben diesen Produkten wurden auch die Campingsachen einer Kontrolle unterzogen. Dabei musste man nicht zuletzt die eigenen Schuhe von restlichem Erdboden und sonstigen Waldresten befreien.

Die Mitarbeiter waren während der ganzen Prozedur sehr freundlich. Dennoch sollte man sich informieren, welche Produkte gestattet sind und welche nicht. Zum Beispiel vergaßen wir eine Honigmelone auszusortieren, was sich jedoch als halb so wild herausstellte. Der Zoll-Mitarbeiter meinte, so lange wir die Melone auf der Fähre verzehren und nicht nach Tasmanien einschleppen würden, könnten wir sie behalten. Wir lernten hier also einmal mehr die typische australische Gelassenheit kennen.

Fähre von Melbourne nach Devonport

Die Überfahrt auf der Fähre

Nachdem wir unser Fahrzeug eingeparkt und abgeschlossen hatten, mussten wir uns an das obere Deck begeben. Die Fähre hatte einiges zu bieten, damit die Passagiere sich die Zeit irgendwie vertreiben konnten. So gab es zum Beispiel einen TV-Raum, eine Snack-Bar, Internet und natürlich eine tolle Aussicht auf den Ozean. Obwohl die Fähre sehr groß war, wurde diese von den Wellen ziemlich hin und her geschaukelt, wodurch der eine oder andere auch seekrank wurde. Nichts desto trotz war die Überfahrt ein tolles Erlebnis.

Ankunft mit der Fähre in Devonport

Kurz vor der Ankunft in Devonport ertönte eine Durchsage mit der Information, dass alle Fahrzeughalter gebeten werden, sich zu ihren Fahrzeugen zu begeben. Dazu musste man wieder mit der Rolltreppe in die unteren Parketagen fahren. Die Ankunft in Devonport und das Entladen der Fahrzeuge funktionierte danach ziemlich reibungslos und schnell.

Wenn jemand eine Fähre von Melbourne (Victoria) nach Devonport (Tasmanien) buchen möchte, kann er dies direkt über die Webseite von Spirit of Tasmania machen. Auf der Webseite findet man alle notwendigen Informationen zu Preisen, Unterkünften und Fährverbindungen.

Tasmanien: Mit dem Fahrzeug auf der kleinen Fähre von Kettering nach Bruny Island

Seit unser Ankunft in Tasmanien waren wir bereits einige Wochen mit unserem VW T4 Transporter unterwegs und wollten auf eine kleine, aber feine Insel namens Bruny-Island übersetzen. Dazu nutzten wir die Fährverbindung, die von Kettering ausging.

Diese Fähre hatten wir nicht online gebucht, sondern waren direkt hingefahren und bezahlten vor Ort. Nach nur einer Stunde Wartezeit konnten wir bereits auf die Fähre einfahren. Die Fähre ‚Mirambenna‚ hatte zwei Decks und war darauf ausgerichtet, nahezu ausschließlich Fahrzeuge zu transportieren. Zuerst fuhren die Autos auf das untere Parkdeck und anschließend auf das obere Deck. Wir nahmen das Oberdeck, da das untere bereits ausgebucht war.

Die Fähre war nicht besonders groß und die Überfahrt hat etwas länger als 30 Minuten gedauert. Dabei konnten die Leute einfach in ihren Fahrzeugen verweilen oder sich die Beine vertreten.

Info: Bei kurzen Fährverbindungen muss man einen Platz auf der Fähre nicht unbedingt im Voraus buchen, sondern kann persönlich hinfahren und vor Ort reservieren.

Buchtipps: Wenn sich jemand für das Reisen durch Tasmanien interessiert, kann er in folgenden Büchern nachlesen.

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Fragen die vor der Buchung einer Fähre entstehen

Jedesmal wenn uns eine Fährüberfahrt bevorstand, schwebten uns die folgenden Fragen durch den Kopf: Was kostet die Überfahrt pro Person? – Was kostet die Überfahrt für unser Fahrzeug? – Können wir im Auto warten oder gibt es Aufenthaltsräume oder Kabinen? – Darf man zu seinem Fahrzeug während der Überfahrt? – Dürfen wir Essen, Trinken oder Medikamente auf die Fähre mitnehmen? – Gibt es einen Zoll auf der Fähre? – Wie lange dauert die Überfahrt? – Kann man sich auf der Fähre Essen kaufen? – Wie häufig fährt die Fähre pro Tag, Woche oder Monat? – Fährt die Fähre morgens, mittags oder abends? – Ist die Überfahrt morgens günstiger als abends? – Darf man Tiere mitnehmen? – Wo findet man diese Informationen?

Wir können euch beruhigen, denn die meisten Antworten auf diese Fragen befinden sich auf den Internetseiten der Fähranbieter. Sehr häufig klären sich auch offene Fragen unmittelbar bei der Online-Buchung von selbst. Sollten dennoch Fragen zur Überfahrt ungeklärt bleiben, dann hilft hier nur die altmodische Methode und man muss zum Telefonhörer greifen.

Tipp: Wenn ihr zeitlich flexibel seid, dann vergleicht die Preise bezüglich der Wochentage und der Tageszeiten. Dadurch kann man oft einige Euros sparen! Leute, die seekrank werden, können ihr Fahrzeug mit der Fähre losschicken und selbst mit einem Flugzeug anreisen. Alternativ gibt es Kautabletten gegen die Seekrankheit.

So findest und buchst du die richtige Fährverbindung

Im Zeitalter des Internets findet man in der Regel schnell die gewünschte Fähre und Fährverbindung. Wenn man seine Fährverbindung kennt und den Fähranbieter herausgefunden hat, kann man sein Ticket auf folgende Art kaufen:

Fährticket vor Ort kaufen

In der Regel haben alle Fähranbieter vor Ort eine Verkaufsstelle, bei der man eine Überfahrt auf einer Fähre buchen kann. Jedoch ist hier die Wartezeit entscheidend. Fährverbindungen, die beliebt sind, sind oft früh ausgebucht. Deshalb sollte man sich vorher informieren.

Fährtickets online buchen

Die meisten Fähranbieter haben heutzutage einen Online-Buchungsservice im Angebot. Dies stellt eine sehr bequeme Möglichkeit dar, seine Fähre bereits im Voraus zu buchen. Wenn man die Webseite nicht kennt, dann kann man diese sehr leicht über eine Suchmaschine wie zum Beispiel DuckDuckGo, Bing oder Google finden.

Fährticket durch Buchungsportale buchen 

Eine weitere Alternative stellen die Vergleichsportale dar, die die Fähranbieter automatisch nach Preis, Datum und nach Bewertung vergleichen. Diese haben oft den Vorteil, dass man schnell Ergebnisse erhält und die passendste Fährverbindung für sich buchen kann.

Fazit zur Überfahrt auf einer Fähre als Passagier und Fahrzeug im Gepäck

Wir probierten bereits mehrere Fährverbindungen aus und jedesmal war es ein wenig anders als vorher. Insgesamt machten wir die Erfahrung, dass die Länge des Seeweges oft entscheidend war und die Art der Fährüberfahrt dadurch beeinflusste. Dadurch änderte sich oft der Ticketpreis, der Komfort, die Strenge der Kontrollen und die Größe der Fähre, die zur Verfügung stand. Bei manchen Fährüberfahrten gab es mehrere Fähranbieter, wodurch man die Chance hatte zu vergleichen. Dadurch konnte man nicht nur am Preis einiges einsparen, sondern man hatte auch mehr Freiheit bezüglich des Abfahrtsdatums, wenn es mal eng wurde und man auf andere Fähranbieter ausweichen musste. Jedenfalls mögen und nutzen wir bis heute die Fährmöglichkeiten, sobald uns eine irgendwo geboten wird.

Frage: Uns würden eure Erlebnisse bezüglich einer Fährüberfahrt interessieren. Erzählt doch mal, wo und wie es bei euch war?

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