Auswandern ins Ausland – Tipps und Tricks

In den letzten Jahren sind wir sehr oft in verschiedene Länder gereist. Wir waren in Australien, Neuseeland, Fidschi, Thailand, Kambodscha, Russland, Kasachstan und in vielen europäischen Ländern unterwegs.

Dabei stellten wir uns manchmal – sofern uns ein Land und die Leute besonders gefallen haben – die ernst gemeinte Frage, ob man hier leben und eventuell sogar die Heimat gegen dieses Land eintauschen könnte. Wir liebten nunmal die Sonne, das Meer und eine gemischte Gesellschaft.

Aber alle unsere diesbezüglichen Fragen waren nun einmal Theorie und einer Sache waren wir uns bewusst: wir könnten diese Fragen ewig weiterspinnen, eine Antwort würden wir so lange nicht darauf erhalten, bis wir das „Abenteuer Auswandern“ wagen und die Erfahrung die Antwort mit sich bringen würde. Gedacht, getan. Wir wollten das Experiment wagen.

Welche Erfahrungen das Experiment mit sich brachte, möchten wir euch im Folgenden kurz berichten. Außerdem hoffen wir, euch einige Tipps an die Hand geben zu können, die euch vor und während eurer eigenen Auswanderung vielleicht als Unterstützung dienen.

Tipps und Tricks zum Auswandern

Bevor man auswandert, muss man sicherlich viele Vorbereitungen treffen, wie zum Beispiel die Wohnung kündigen, unnötige Sachen verkaufen, ein Umzugsunternehmen beauftragen, die Krankenkasse kündigen und eine Auslandskrankenversicherung abschließen, sich in Deutschland abmelden, ein Ticket buchen, ein bisschen Geld sparen, einen Job in der neuen Wahlheimat suchen, seinen Freuden tschüss sagen, mit der Familie eine Abschiedsparty feiern und so weiter. Wir möchten auf die eher bürokratischen Vorbereitungen an der Stelle allerdings nicht zu sehr eingehen, sondern euch lieber über interessantere Dinge berichten. Wer dennoch nach einem Ratgeber zu den gerade genannten Punkten sucht, der findet in diesem Auswanderer-Ratgeber von Immowelt einige gute Hinweise dazu.

Auswandern ist ein Prozess

Wir sind nicht von einem Tag auf den nächsten nach Australien ausgewandert. Der Weg dahin war eher ein Prozess. Wir hatten das Land bereits schon vorher besucht und auch für längere Zeit bereist. Außerdem studierte einer von uns dort an einer Universität. Dadurch hatten wir die Möglichkeit, dort lebende Menschen in verschiedenen Lebenslagen kennenzulernen.

Nach unserem Australienaufenthalt kehrten wir allerdings vorerst wieder nach Deutschland zurück, um hier unser angefangenes Studium zu beenden. Allerdings suchte uns schon bald und mit der Zeit auch immer häufiger das Fernweh auf, sodass wir nach zwei weiteren Jahren in Deutschland beschlossen, nach Australien auszuwandern – auf Zeit, wie sich später herausstellte.

Dennoch konnten wir dadurch die ein oder andere Erfahrung sammeln, die wir euch hier als Tipp weitergeben möchten.

Lerne das Land vor der Auswanderung kennen

In ein Land auszuwandern, dass man vorher weder besucht noch erlebt hat, ist nicht unbedingt ratsam. Vielmehr sollte man wenigsten einige Monate oder noch besser ein Jahr in einem Land verbracht haben, um zum Beispiel die Jahreszeiten oder einige Gewohnheiten der dort lebenden Menschen kennenzulernen. Schließlich strebt der Mensch immer nach sozialer Zugehörigkeit und dafür muss die Basis einfach stimmen. Man sollte sich zumindest mit einigen Lebensgewohnheiten identifizieren können, bevor man ein Land samt dessen Kultur zu seiner Wahlheimat erklärt.

Natürlich können Medien wie Bücher oder Filme Informationen über ein Land und seine Bewohner liefern und einem bei der Entscheidung behilflich sein, ob das jeweilige Land zu einem passt. Dennoch sollte man sich nicht nur auf Medien verlassen, sondern sich immer selbst ein Bild vor Ort machen.

Hier ist ein abstraktes Beispiel zu Norwegen: Stellt euch doch mal vor, ihr wandert im Sommer nach Norwegen aus. Die Sonne scheint, die Aussichten auf die Fjorde sind top, alle grillen draußen und man genießt die langen Sommernächte in der Natur. Dann kehrt der Winter ein, mit meterhohem Schnee, kaum Sonne und stattdessen tagelang nur Dunkelheit. So mancher, der im Winter nie dort war, wird dann ganz schön überrascht sein und womöglich wie ein Troll aus dem Fenster gucken.

Tipp: Sicher ist die oben beschriebene Situation nur ein Beispiel und es kann auch ganz anders laufen, man kann die Dunkelheit lieben, aber die Botschaft kam hoffentlich rüber: Je besser man ein Land, das Klima und Leute kennt, desto besser ist man auf eine Auswanderung vorbereitet und desto weniger wird man von Unbekanntem (böse) überrascht.

Wie startet man in einem fremden Land?

So viel dazu. Nun aber mal angenommen, man hat sich ausreichend vorbereitet, hat das Land bereist, die Leute kennengelernt und ist sich sicher: dahin möchte ich auswandern. Wie geht man weiter vor? Was gibt es zu beachten?

Nun ja, Glück gehört immer dazu, was man aber noch mehr braucht ist einen Job, gute Beziehungen, etwas Kapital und die Sprache sollte man beherrschen. Wenn man einen Job hat, kommt man meist automatisch mit anderen Menschen in Kontakt. Das ist immer gut, da man durch sie Zugehörigkeit erfährt, in einem Land, in dem sonst noch so vieles fremd ist. Übrigens muss der erste Arbeitsplatz nicht gleich der beste Job der Welt sein und die Arbeitskollegen müssen auch nicht zwangsläufig zu Freunden werden, wichtiger ist für den Anfang vielmehr, dass man Fuß fasst. Später kann man dann immer noch die Arbeitsstelle wechseln.

Für die Selbstständigen unter den Auswanderern ist es ratsam, mindestens ein Jahr in der Branche im Ausland gearbeitet zu haben, um erst einmal die Eigenheiten kennenzulernen, bevor man selbst loslegt.

Wenn man keinen Job findet, ist das übrigens auch kein Weltuntergang. Man kann sich auch erst einmal Freunde suchen, die einem bei der Jobfindung helfen.

Auf Meetups Gleichgesinnte im Ausland treffen

Da man ja nicht der Erste ist, der in ein bestimmtes Land auswandert, findet man in fast allen größeren Städten – in Dörfern könnte es schwieriger werden – Versammlungen von Menschen, die die gleiche Nationalität haben wie man selbst. Und wenn man mehrere Sprachen spricht, umso besser, dann kann man gleich an mehreren Treffen teilnehmen. Eine der größten Webseiten, die Menschen zum Beispiel mit gleichen Interessen zusammenbringt, nennt sich Meetup.

Auf der Seite muss man einfach die Stadt eingeben, in der man sich momentan befindet, dann einige Interessen und evtl. die Sprache auswählen und schon wird einem das nächste Treffen in der Umgebung angezeigt. Wir persönlich haben mehrere solcher Treffen ausprobiert und machten viele Bekanntschaften, die uns nicht nur mit guten Tipps halfen, sondern uns auch den ein oder andern Job anboten.

Eine weitere gute Möglichkeit in einem bestimmten sozialen Kreis zu landen, sind darüberhinaus Wohngemeinschaften.

Erste Unterkunft im Ausland sollte eine Wohngemeinschaft sein

Neben der Teilnahme an Meetups können wir euch noch einen weiteren Tipp geben. Wenn ihr allein, zu zweit oder eine kleine Familie seid, dann bucht euch zum Beispiel über Airbnb für die erste Zeit ein Zimmer in demjenigen Land, in dem ihr leben und arbeiten wollt.

Beachtet bei der Auswahl der Unterkunft, dass ihr am besten eine Wohngemeinschaft mit Einheimischen bildet. Es muss dabei keine Studentenbude sein. Es gibt genügend Familien, die sich Häuser auf Kredit gekauft haben und durch Mieter auf Zeit finanzielle Unterstützung suchen oder auch einfach Vermieter, die nach Gesellschaft suchen und gerne neue Menschen kennenlernen.

Warum eine Wohngemeinschaft? Das ist ganz einfach. Als Fremder in einem neuen Land ist es immer etwas schwer und wenn man mit einem Einheimischen das gleiche Dach teilt, dann ist dieser Mensch einem meist bei vielen Sachen sehr behilflich. Er weiß, in welchem Lebensmittelgeschäft man am besten einkauft, zu welcher Behörde man geht, welche Banken gut sind und auf was man sonst noch so achten sollte.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass man dadurch auch Kosten sparen kann, denn die Unterkunft verfügt bereits über Möbel, Strom, Wasser, Internet und über alles andere, was man zum Leben braucht. Das alles kann man vom ersten Tag an nutzen. Wenn die eigenen Sachen zum Beispiel mit einem Container irgendwann eintreffen, dann kann man sich ja immer noch was eigenes suchen. Eine Wohngemeinschaft ist jedenfalls günstiger als ein Hotel und bringt viele Vorteile mit sich.

Tipp: Ziehe wenn möglich in eine Wohngemeinschaft und halte dich an die Einheimischen, die immer mit Infos behilflich sind. Achte bei deiner Auswahl auch auf die Umgebung und darauf, was in den umliegenden fünf Kilometern so angesiedelt ist.

Ein wenig Heimatgefühl im Ausland

So schön das neue Land auch sein mag, wird man das eine oder andere aus dem eigenen Land sicherlich vermissen. Am meisten merkt man das bei den Lebensmitteln.

Wir haben zum Beispiel eine Zeit lang gebraucht, bis wir in Australien einigermaßen gutes Brot finden konnten. Jedes Land hat da seine Besonderheiten, was die Lebensmittel angeht. So sind in manchen Ländern die Wurst, der Käse oder das Brot einfach gewöhnungsbedürftig.

Wer auf Produkte aus der Heimat nicht verzichten möchte, der findet bestimmt irgendwo kleinere deutsche Läden oder Abteilungen in Supermärkten, die diese Produkte anbieten. Alternativ kann man sich auch Produkte aus der Heimat zuschicken lassen. Was manchmal gar nicht so verkehrt ist, denn es ist jedesmal wie Weihnachten, wenn ein Paket ankommt und das Ganze ist oft sogar günstiger als man denkt. Wenn man keine hohen Versandkosten bezahlen möchte, dann kann man jemanden zum Beispiel über bringhand.de suchen, der einem ein kleines Care-Paket aus der Heimat mitbringt. Reisende Touristen gibt es ja genug.

Tipp: Lebensmittel und Restaurants findet man in fast jedem Land. Produkte aus der Heimat kann man sich schicken oder auch mitbringen lassen.

Was machen, wenn das Auswandern nicht klappt?

Wir haben für uns gemerkt, dass wir nicht in ein bestimmtes Land auswandern, sondern lieber nach und nach die Welt bereisen möchten, da wir einfach viel zu häufig auf der Suche nach einem neuen Ziel sind. Das bedeutet für uns, dass wir eigentlich alle paar Jahre irgendwohin umziehen, auch wenn es nur innerhalb Deutschlands ist. In den letzten fünf Jahren haben wir an fünf verschiedenen Orten gelebt. Bereut haben wir bis jetzt nichts, denn jedesmal sind wir um einige Erfahrungen reicher und fühlen uns dann lebendiger denn je.

Jedenfalls hat jeder seine eigenen Gründe, warum er in ein Land auswandert oder dieses irgendwann auch wieder verlässt. Es muss nicht unbedingt bedeuten, dass man einen Fehler gemacht hat und wenn doch, dann überlegt man es sich halt anders und wandert entweder in ein anderes Land weiter oder wieder in die Heimat zurück. Jedenfalls ist eines bestimmt gewiss: man ist infolge einer Auswanderung immer um einige Erfahrungen reicher und sieht das Leben und die Welt mit etwas anderen Augen, was einem in der Zukunft bei so mancher Entscheidung behilflich sein kann.

Fazit zum Auswandern

Wir finden, dass man erst durch das Auswandern selbst die Vor- und Nachteile des jeweiligen Auslands und der eigenen Heimat so richtig kennen- und vielleicht auch schätzen lernt. Insgesamt ist Auswandern eine tolle Sache. Dabei ist es egal, ob auf Zeit oder für immer. Es bereichert einen mit Erfahrungen, neuen Eindrücken und neuen Kontakten. Jeder der bereits mit dem Gedanken gespielt hat, auszuwandern, sollte es einfach versuchen. Im Grunde kann man nur gewinnen.

Wir hoffen, dass euch unsere Tipps bei eurer Auswanderung behilflich sein werden und freuen uns über eure Kommentare und Erfahrungen zum Thema „Auswandern“.

Zum Thema Auswandern können wir euch die folgende Literatur weiterempfehlen.

Option Ausland

Im Ausland leben

Arbeiten im Ausland

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