Norwegen – Roadtrip von Norheimsund bis Bergen

Als der Regen nachgelassen hatte, hatten wir das Tal der Wasserfälle bereits so gut wie hinter uns gelassen (hier zum Nachlesen). Auf dem Weg nach Bergen blieben wir nicht auf der Route 13, sondern schlugen bei Granvin eine andere Route ein, die Fv7, um entlang des Hardangerfjords zu fahren und die Sonnenstrahlen über dem Fjord genießen zu können. Die Route war einfach toll und verlief die ganze Zeit entlang des Fjords. Es ist eine Paradiestour für jeden Autoreisenden.

Nicht sehr weit von Älvik legten wir einen kurzen Stopp auf dem Steinstøberget Rasteplass ein, der direkt am Fjord lag. Hier fanden sich verschiedene Reisende aus Skandinavien und Europa ein. Es gab neben einigen Picknickbänken und Toiletten auch tolle Zugänge zum Wasser. Wie sich bereits nach kurzer Zeit herausstellte, war der Rastplatz bei Norwegern genauso beliebt wie bei den übrigen Touristen, weil man hier von den Felsen aus sehr gut fischen konnte. Was natürlich so manchen dazu verlockte, sein Angelglück zu probieren.

In Norwgen auf Dosch vom Ufer aus angeln

Wir gesellten uns dazu und taten das Gleiche. Nach einigen Würfen hatten wir einen schönen Dorsch gefangen, den wir allerdings aufgrund seiner kleinen Größe direkt wieder frei ließen. Wenn er Glück hat, kann der kleine Dorsch irgendwann eine Größe von 2 Metern erreichen. Der Dorsch ist ein beliebter Speisefisch und wird auch in den meisten Fischläden und Restaurants in Norwegen angeboten.

Das Fischabenteuer dauerte allerdings leider nur kurz, da schon bald eine Horde Schweinswale auftauchte, die den ganzen Fisch in Angst und Schrecken versetzte, sodass nunmehr keiner mehr anbiss. Das war uns auch recht, denn Schweinswale bei der Jagd zu beobachten, ist mindestens genauso aufregend wie fischen.

Nach unserem kurzen Angelabenteuer machten wir uns wieder auf den Weg. Es wurde langsam Abend und wir haben von anderen Reisenden den Tipp bekommen, dass es im circa 17 Kilometer entfernten Norheimsund einen guten Stellplatz geben soll, der wohl direkt neben einem Wasserfall liegt.

Norheimsund und der Steinsdalsfossen Wasserfall

Den Stellplatz am Wasserfall konnten wir kaum verfehlen, da wir daran sowieso vorbeifahren mussten. Er lag direkt neben dem Fluss und in der Nähe einer kleinen Steinbrücke, die zum Wasserfall führte. Neben dem Wasserfall gab es zwei Souvenirläden, in denen man das ein oder andere Erinnerungsstück, wie zum Beispiel einen Wikingerhelm, einen Kuschelelch oder einen Troll, kaufen konnte.

Wasserfall Steinsdalsfossen Nordheimsund

Jedenfalls war abends wenig los, nur hier und da spazierten einige Touristen herum. Am nächsten Morgen sah es schon ganz anders aus. Ehrlich gesagt wurden wir sogar ziemlich von den Touristenmassen überrascht, als die ersten großen Busse eintrafen und mit hunderten von Menschen den Wasserfall belagerten.

Erst jetzt erfuhren wir auch, dass der Steinsdallsfossen einer der am häufigsten besuchten Wasserfälle in Norwegen ist. Das besondere an dem 50 Meter hohen Wasserfall ist, dass zwischen Wasserfall und Felswand ein Weg vorbeiführt und man sich dadurch direkt hinter die Wassermassen begeben kann und somit dem Rauschen des Wasser ganz nah ist.

Hinter dem Wasserfall in Norwegen Steinsdallsfossen

Der Aufenthalt am Wasserfall war ganz nett und man hätte hier bestimmt noch mehr Zeit verbringen und das eine oder andere zusätzlich entdecken können. Jedoch wollten wir an diesem Tag noch in Bergen ankommen, weshalb wir uns wieder auf die Weiterreise machten.

Bergen – Holzhäuser, Fischmärkte und verwinkelte Gassen

Bereits beim Annähern an die Stadt bemerkt man den ansteigenden Verkehr und die vermehrte Anzahl an Mautstellen. Zu Beginn fanden wir die Straßen in Bergen ein wenig chaotisch und hatten uns ab und zu verfahren. Nach einigen Minuten Herumirren fanden wir allerdings nicht weit vom Hafen einen Parkplatz, von dem aus wir die Stadtmitte erkunden wollten. Der Parkplatz war im Nachhinein dann aber leider nicht ganz so der Hit (hier zum Nachlesen).

Endlich nach tagelangem Roadtrip erreichten wir unser nördlichstes Ziel, die Stadt Bergen in Norwegen. Mit ihren knapp 300.000 Einwohnern ist sie nicht nur die zweitgrößte Stadt Norwegens, sondern hat auch eine sehr reiche kulturelle Geschichte, die man fast an jeder Ecke entdecken kann.

Bunte Holzhäuser und kleine Gassen

Wir waren von Bergen von der ersten Minute an fasziniert. Überall wo man hinsah, waren kleine Gassen, die links und rechts von bunt angemalten Holzhäusern umbegeben waren. Wir glaubten manchmal, uns in Disneyland zu befinden.

Die Stadt Bergen mit vielen Gassen

Es machte Spaß durch die vielen kleinen Gassen über die gepflasterten Wege zu flanieren und an diesem Tag bei Sonnenschein das bunte Labyrinth zu erkunden. Manchmal kamen wir bei einem kleinen Kloster heraus und manchmal bei einem grünen Park oder einem Kaffeeshop. Hier merkten wir auch, dass die Norweger eine stolze Nation sind, denn entlang unserer Wege wurden wir stets von kleinen norwegischen Flaggen begleitet, die an den Häusern wedelten.

Ein Besuch im Hanseviertel Bryggen

Das weltberühmte Hanseviertel in Bergen namens Bryggen, hatte mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick erahnen konnte. Denn hinter dieser schönen und bunten Häuserfasade verbarg sich eine kleine eigene Welt aus Holzhäusern, die miteinander durch Holzbrücken verbunden waren.

Besuch in der norwegischen Stadt Bergen

Das Hanseviertel in Bryggen kann man nicht verfehlen, denn es ist ein Anziehungsmagnet für Touristen und liegt direkt neben dem Fischmarkt am Hafen.

Wenn man die Gänge betritt, knirscht das alte Holz unter den Füßen und man wird sozusagen um Jahrhunderte zurück ins Mittelalter versetzt. Der Geruch des alten Holzes und die ganze Atmosphäre ist etwas Besonderes und eine tolle Abwechslung zu den modernen Betonhäusern unserer Zeit. Das Betreten des Hanseviertels ist kostenlos und wird durch Spenden am Leben erhalten. Neben den vielen abenteuerlichen Holzgängen findet man zusätzlich viele kleine Verkaufsläden, die sich hinter den massiven Holztüren verbergen.

Hanseviertel in Bryggen

Der Fischmarkt in Bergen

Früher oder später waren wir auch am Fischmarkt gelandet, den man kaum verfehlen konnte, da dieser so etwas wie das Zentrum des Trubels in Bergen war. Hunderte kleine Verkaufsstände baten alles an, was die Meere in Norwegen zu bieten haben. Von Seelachs, Kaviar über Monsterkrabben bis hin zu Walfleisch gab es hier alles frisch zum Probieren oder zu kaufen.

Für diejenigen, die ihren Hunger stillen wollten und durch die Gerüche der leckeren Fischgerichte angelockt wurden, gab es die Möglichkeit, sich vor Ort den einen oder anderen Happen zu bestellen. Nur die astronomischen Preise verdarben den Reisenden schonmal den Appetit und zwangen diese auf das gegenüberliegende McDonalds auszuweichen und auf einem Cheeseburger für einen Euro herumzukauen anstatt auf einem leckerem Lachsbrötchen für 15 Euro.

Fischmarkt in Bergen

Neben den bekannten Fischarten wie Lachs und Makrele war so mancher Tourist beim Walfleisch stehen geblieben und staunte nicht schlecht, dass man Walfleisch in Norwegen verkaufen durfte. Der Walfang in Norwegen war schon immer Tradition und ist weiterhin erlaubt, obwohl immer mehr weltweite Kritik laut wird.

Wir persönlich verneinen den Walfang weltweit und bevorzugen es, die Wale lebendig aus dem Wasser springen zu sehen, statt sie im Kühlschrank in Form einer Salamiwurst liegen zu haben. Jeder kennt doch die glücklichen Gesichter der Erwachsenen und Kinder, wenn sie einen Wal vom Ufer aus entdecken. Damit das so in Zukunft auch bleiben kann, sollte man die Wale in Ruhe leben lassen.

Fischmarkt in Bergen

Jedenfalls kann man neben Walfleisch auch Rentier- und Elchfleisch probieren beziehungsweise eben kaufen. Wer lieber eine frische Riesenkrabbe möchte, der kann sich diese direkt aus einem Aquarium bestellen.

Nach dem Fischmarkt bummelten wir noch durch das eine oder andere Geschäft. Neben vielen Souvenirshops findet man natürlich auch normale Geschäfte, die zum Shoppen einladen. Es gibt mehrere verschiedene Fußgängerzonen und immer wieder mal was Neues zu entdecken. Wir shoppten ein wenig und gönnten uns immer wieder mal die eine oder andere norwegische Gebäckspezialität. Am liebsten aßen wir die Sommerbollar.

Bergen Hanseviertel

Insgesamt war Bergen für uns eine tolle Stadt, die sehr viel Abwechslung und Kultur bot. Für so eine Stadt braucht man natürlich viel Zeit, wenn man sie richtig kennenlernen möchte, aber ein Schnupperbesuch macht es auch und man verlässt Bergen glücklich und zufrieden mit vielen neuen Eindrücken.

Wie unser Roadtrip weiter verlief, könnt ihr bald im nächsten Artikel nachlesen.

Wer mehr über die schöne Stadt Bergen und die Fjorde erfahren möchte, dem können wir die folgende Literatur empfehlen:

*Weitere Informationen über die Bücher erhält man durch einen Klick direkt bei Amazon.

Wie immer freuen wir uns über eure Kommentare und Erfahrungen zu diesem Thema.

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