Das Gewohnte in der Fremde – Alltag und Routine beim Reisen

Wie die Überschrift bereits andeutet, möchten wir diesmal ein Thema zur Routine anschneiden, über das im Allgemeinen eher wenig geschrieben wird, das aber dennoch beim Reisen sehr wichtig ist. Es geht um das Thema Gewöhnung – um das Wiederkehrende, das Alltägliche, um das Vertraute. Gewöhnung vermittelt uns im Alltag oft Sicherheit und das Gefühl der Sicherheit ist beim Reisen genauso wichtig wie zu Hause.

Die meisten denken sicherlich, dass man Reisen geht, um dem Alltag zu entfliehen. Das stimmt auch zum Teil, denn man möchte an neuen Eindrücken, Sachen, Erfahrungen usw. wachsen und aus dem gewohnten Leben ausbrechen. Dennoch spielt das Gewohnte auch beim Reisen eine große Rolle. Dabei ist es egal, ob man als Backpacker, als Camper oder als einfacher Urlauber unterwegs ist.

Ihr kennt bestimmt aus eurem Freundeskreis jemanden, der jedes Jahr – und das schon seit bestimmt zwanzig Jahren – immer wieder zu ein und demselben Campingplatz nach Italien fährt beziehungsweise seit vielen Jahren in ein und dasselbe Land fliegt. Wenn ihr euch schon einmal gefragt habt, warum derjenige nicht auch mal in ein neues Land reist, dann lautet die Antwort darauf: wegen der Gewöhnung. Denn wenn man einmal die Umgebung kennt, das Land, die Leute, das Essen, das Hotel oder den Campingplatz, dann fällt es manchen Menschen schwer, in neue Länder vorzustoßen. Es ist immer einfacher in ein Land zu reisen, welches einem schon vertraut ist, das man schon von der letzten Reise kennt.

Wie stark das Gewohnte auf einen wirken kann, erfahren wir immer wieder an uns selbst. Denn kaum sind wir an einem neuen Ort angekommen und haben einige Tage oder Wochen dort verbracht, haben wir beim Weiterziehen nicht selten mit einem komischen Gefühl zu kämpfen, wenn es wieder in die Fremde geht. Dieses Gefühl ist oft eine Mischung aus Angst und Neugier, denn man weiß ja nie, was einen in der Fremde erwartet.

Das Gewohnte in der Fremde

Jeder der in einem anderen Land, außerhalb des Heimatlandes, ankommt, fühlt sich zunächst einmal fremd. Denn in fremden Ländern ist einfach vieles anders. Es wird nicht nur teilweise eine andere Sprache gesprochen, sondern auch das Essen, die Unterkünfte, die Leute, das Verhalten und die Eindrücke unterscheiden sich oft von dem, was man aus der Heimat kennt. Da ist so mancher froh, wenn er in einem fremden Land eine deutsche Stimme vernimmt oder einen deutschen Bratwurst- oder Bierstand entdeckt. Es erinnert einen nicht nur an die Heimat, sondern gibt einem auch ein vertrautes Gefühl, ein kleines Gefühl der Sicherheit in einem Land, in dem man von fremden Eindrücken und Leuten umgeben ist.

Diesen Bericht schreibe ich gerade von Melbourne aus, da mir heute mal wieder einmal mehr bewusst wurde, wie sehr wir uns beim Reisen über gewohnte Sachen freuen. So waren wir vorhin auf dem Queen Victoria Market in Melbourne und freuten uns riesig, dort einen Bratwurststand vorzufinden, der deutsche Bratwürstchen mit Sauerkraut verkauft. Wir konnten auch beobachten, dass nicht nur wir uns beim Anblick des Bratwurststandes freuten, sondern viele Deutsche anhielten, um ein Bild zu knipsen. Einfach, weil sie genau wie wir etwas Gewohntes in einer fremden Umgebung vorfanden. Oder wer würde schon in Deutschland einen Bratwurststand fotografieren :-)?

Deutscher Bratwurststand auf dem Melbourne Markt

Einige Tipps, um sich in der Fremde heimisch zu fühlen

Wenn wir in ein fremdes Land, eine fremde Stadt oder einen fremden Ort kommen, wissen wir mittlerweile schon, dass man sich am ersten Tag immer etwas unwohl fühlt, weil einem alles noch fremd ist. Jedoch wissen wir auch, was man dagegen machen kann, um sich schnell wieder heimisch zu fühlen.

Das Erste, was wir machen: Wir erkunden zu Fuß die Umgebung, um ein Gefühl für die Gegend zu erhalten. Denn bereits am nächsten Tag wirkt so schon alles gleich viel vertrauter. Das Zweite, was wir machen: Wir gehen irgendwo Essen oder kaufen ein. Dadurch bekommen wir bereits nach kurzer Zeit eine Art Beziehung zu einigen Geschäften und Restaurants. Essen hilft immer …

Spanisch essen in Melbourne

Kurz gesagt, mit jedem neuen Erlebnis weicht das fremde Gefühl für eine Umgebung immer mehr. Man baut erste Beziehungen zur Umgebung auf und kann sagen, da haben wir mal gegessen, da war das Eis gut, hier konnte man gut schwimmen oder joggen, und hier kann man am besten einkaufen, da gibt es die besten Sonnenuntergänge und und und …

Unser lieblingsort in Williamstown

Am meisten hilft jedoch der Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Denn wenn man bereits einige Leute aus der Umgebung kennt oder vielleicht sogar bereits einige Freunde gefunden hat, dann erscheint einem vieles gar nicht mehr so fremd. Hierbei helfen einem oft sportliche Aktivitäten oder Meetups, bei denen man Gleichgesinnte zu allen möglichen Themen trifft. Ein weiterer Tipp, um sich möglichst schnell in einem fremden Ort heimisch zu fühlen, lautet, Unterkünfte zu buchen, in denen man zum Beispiel einige Sachen mit anderen Nachbarn oder Mitbewohnern teilt, so kommt man ebenfalls schnell in Kontakt mit anderen Menschen und fühlt sich nicht mehr so alleine.

Unten haben wir euch ein Bild eingefügt, auf dem ihr eine Yoga-Gruppe seht. Dieser konnte man sich in Sydney anschließen, um bei guter Laune super schnell neue Freundschaften zu knüpfen :-).

Gemeinsames Yoga in Sydney

Ein fremdes zu Hause in wenigen Schritten heimischer machen

Wenn man so wie wir oft Unterkünfte über Airbnb bucht, kommt man immer wieder in fremde Unterkünfte, zu denen man im Grunde keinerlei Verbindung hat. Damit man sich von Beginn an gleich ein bisschen zuhause fühlt, helfen bereits kleine Dinge. So empfiehlt es sich,  die Wohnung gleich mit persönlichen Dingen, wie Familienbildern, Kuscheltieren, Kleidern, Schuhen etc.zu dekorieren. Am besten man breitet sich gleich mit all seinen Sachen aus, denn je mehr gewohnte Sachen man von sich selbst in der neuen Unterkunft sieht, desto schneller fühlt man sich heimisch.

Was ebenfalls gut hilft, ist, sich im Bad frisch zu machen. Nachdem man einmal in der neuen Unterkunft geduscht hat, sich die Zähne geputzt hat und einmal auf dem stillen Örtchen war, fühlt man sich gleich viel besser. Man hat einen ersten Ort gefunden, bei dem man seinen täglichen Routinen nachgehen kann.

Diese Routinen spielen auch beim Kochen mit ein. Wir merken immer wieder, wenn wir an einem neuen Ort gekocht und danach gegessen haben, dass uns die Unterkunft viel vertrauter ist als vorher.

Das Gefühl der Fremde verfliegt sehr schnell, wenn man merkt, dass man einiger seiner gewohnten Routinen auch in anderen Unterkünften nachgehen kann.

Der Mensch ist ein Gewöhnungstier – auch beim Reisen

Dadurch dass wir oft mit dem Camper oder auch mit dem Flieger in fremde Länder reisen, mussten wir schon häufig feststellen, dass Routine auch beim Reisen für uns eine wichtige Rolle spielt. Dabei ist es egal, ob wir mit dem Camper einen neuen Platz irgendwo in Norwegen oder im Australischen Outback gefunden haben, oder monatlich unsere Unterkunft über Airbnb wechseln. Wir fangen immer wieder von Neuem an, unsere Routinen an die neue Umgebung anzupassen. Denn wenn auch alles an einem neuen Ort fremd ist, hat man immer noch die Routine, die einem ein bisschen Sicherheit, ein bisschen Heimat verleiht.

Wir finden das Routinen beim Reisen wichtig sind und würden uns interessieren, wie es euch ergeht und ob ihr ebenfalls beim Reisen euren gewohnten Routinen nachgeht?

 

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2 Kommentare auf "Das Gewohnte in der Fremde – Alltag und Routine beim Reisen"

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Birte
Gast
3 Monate 3 Tage her

Hey, ich kann den Gedanken total nachvollziehen, dass man sich in der Fremde einen Alltag aufbauen möchte – mir geht es genauso. Ich finde es dennoch manchmal richtig schwer, weil eben der Tag doch ganz anders aussieht. In dem neuen Heim zu kochen hilft mir aber auch sehr, da musste ich schmunzeln. Weiterhin gute Reisen euch beiden! :-)

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