Britz Camper HiTop in Australien: Unsere Campingerfahrung von Melbourne bis Darwin

Bis jetzt berichteten wir immer mal wieder über Ausbauten von privaten Campingmobilen. Diesmal wollen wir mal über einen Camperausbau von einem kommerziellen Vermieter berichten. Dazu haben wir einen Britz Camper Hitop in Australien gemietet und sind mit diesem 25 Tage durch das australische Outback – das Herz Australiens – gefahren.

Bevor wir über den Camper loslegen, wollen wir euch kurz die Details zur Strecke, den Kilometern und den Kosten aufzeigen.

  • Strecke: Melbourne bis Darwin
  • Kilometer (inkl. Umwegen): 5800 km
  • Treibstoff: Benzin Super 91
  • Verbrauch: 13 Liter/100 km
  • Benzinkosten insgesamt: $ 1010 AUD (606 Euro)
  • Getriebe: Automatik
  • Fahrzeug: Toyota Hiace Automatik
  • Reisedauer in Tagen: 25
  • Mietkosten für die gesamte Reisedauer: $ 1290 AUD (810 Euro)
  • Drittversicherung: $210 AUD (130 Euro)
  • Hinterlegte Kaution: $ 5100 AUD (3200 Euro)
  • Anbieter: Britz Camper (THL)

Die Hinterlegung einer Sicherheit von 5100 $ wird gebraucht, wenn man nicht die Versicherung des Anbieters mit bucht, sondern selbst eine Drittversicherung abschließt.

Roadtrip durch Australien mit all seinen Extremen

Ein Roadtrip durch Australien hat die eine oder andere Extreme in sich. Da das Land mehrere Klimazonen hat, ändert sich bei einer Reise über den Kontinent nicht nur die Umgebung, sondern auch die Temperaturen verändern sich massiv. Diese Extreme muss ein Campingmobil in Australien so gut kompensieren können, dass ein Reisen weiterhin angenehm bleibt. Mal schauen, ob unser gemieteter HiTop Camper von Britz den australischen Bedingungen entsprechend angepasst wurde.

Wir starteten unseren Roadtrip bei Melbourne, fuhren entlang der Great Ocean Road, besuchten die Grampians, fuhren bei Adelaide über Port Augustra nach Coober Pedy, fanden uns dann irgendwann beim Uluru wieder und machten uns von dort auf den Weg nach Alice Springs. Von Alice Springs ging es nach Katherine, dann über einen Abstecher zum Litchfield Nationalpark und schließlich erreichten wir unseren Endpunkt Darwin nach 25 Tagen und 5800 gefahrenen Kilometern.

Unsere gemachten Erfahrungen zu unserem gemieteten Britz Campingwagen während dieser Tour und zum Umgang des Unternehmens mit dem Kunden, möchten wir hier mit euch teilen. Wir hoffen, dass ihr dadurch eine bessere Entscheidung treffen könnt, welches Campingmobil ihr das nächste Mal in Australien bucht. Unser 25-tägiger Reisebericht inklusive all unseren Erlebnissen kommt natürlich auch bald in ausführlicher Form :-).

Britz, Mighty, Maui sind eine Marke von THL

Hinter den Marken Britz, Mighty und Maui steht ein gewaltiger Konzern, nämlich die Tourism Holdings Ltd oder kurz THL, die mit der weltweiten Vermietung von Urlaubsfahrzeugen im Jahr 2017 circa 340 Millionen Dollar an Umsatz und 30 Millionen Dollar an Gewinn hatte. Das Unternehmen ist der größte Anbieter von Urlaubsfahrzeugen weltweit und bereits auch die Nummer zwei in den USA. Besonders bekannt sind die Campingfahrzeuge der THL in Australien, Neuseeland und anderen angelsächsischen Ländern. Die Campingfahrzeuge gibt es in verschiedenen Ausführungen. Vom kleinem Camper, über den 4 WD bis hin zum Wohnmobil ist alles zu haben. Diese Campingfahrzeuge aller Art werden vor allem von Reisenden gebucht, die Australien mit einem Campingwagen entdecken möchten.

Trotz der Größe des Unternehmens sollte man nicht davon ausgehen, dass es die perfekten Campingmobile anbietet. Denn auf unseren Trip fanden wir viele Mängel am Camper, die das Campen doch sehr erschwerten.

Camper buchen, abholen und abgeben

Beim Buchen und Abholen des Campers sollte man das eine oder andere beachten, denn man kann viel Geld bezüglich der Versicherung und anderen Dingen sparen.

Campermobil online buchen

Wir hatten uns entschieden, den Britz HiTop für zwei Personen zu buchen und mit diesem von Melbourne bis Darwin zu fahren. Gebucht hatten wir unseren HiTop über die Webseite discovery-campervans.com.au . Die Buchung ist recht einfach. Zuerst sucht man sich seinen „Wunschcamper aus, gibt dann die gewünschte Reisedauer ein und fordert eine Preisanfrage sowie die Verfügbarkeit des Campers an. Nach einigen Minuten erhält man dann eine E-Mail mit dem zugesicherten Preis und kann seinen Camper direkt per Kreditkarte buchen. Hier sollte man gut aufpassen bezüglich der zusätzlich angebotenen und vom Anbieter empfohlenen Versicherung. Diese ist, wie wir feststellen mussten, nämlich meistens genau so teuer, wenn nicht sogar teuerer als der Buchungspreis für das Campingmobil. Da wir in erster Linie einen Camper buchen und nicht eine Versicherung kaufen wollten, entschieden wir uns während des Buchungsprozesses für die Variante ohne Versicherung.

Diese Buchungsvariante war zu dem Zeitpunkt auch noch problemlos möglich. Wir erhielten eine Bestätigungsemail, inklusive der Angaben wann und wo wir den Camper abholen könnten und waren glücklich, dass die Buchung so problemlos ablief. Doch wir hatten uns zu früh gefreut. Denn so problemlos die Buchung ablief, so problematisch sollte die Abholung werden.

Keine Abholung ohne richtige Versicherung oder hinterlegtem Pfand

Die Abholung des Campers glich ehrlich gesagt eher einer Katastrophe als einem entspannten Tour-Start. Vielmehr noch konnten wir die Tour überhaupt nicht an dem Tag starten, an dem wir ursprünglich starten wollten. Das Problem war, dass wir bei der Buchung nicht direkt die überteuert angebotene Versicherung des Unternehmens mitgebucht hatten, sondern uns für eine eigene unabhängige Versicherung, auf tripcover.com.au, entschieden hatten. Versichert war der Camper dadurch natürlich auch, nur eben über einen externen Anbieter.

Die Crux liegt darin, dass ihr, wenn ihr über Britz, Mighty oder Maui direkt eine Versicherung abschließt, keine Kaution hinterlegen müsst. Wenn ihr allerdings eine anderweitige Versicherung abschließt, eben diese Kaution hinterlegen müsst. Die Art der externen Versicherung spielt dabei keine Rolle. Auf das Fälligwerden einer Kaution im Falle der Wahl einer externen Versicherung wurden wir nur leider auf der Seite, auf der wir buchten, nicht aufmerksam gemacht. So erfuhren wir davon erst bei der Abholung des Campers. Wir fielen beinahe aus allen Wolken, als wir hörten, dass wir trotz der Versicherung, die wir extern abgeschlossen hatten, eine Kaution von 5000 AU$ hinterlegen sollten. Doch unser Missmut ob dieser Tatsache schien die Mitarbeiter der THL in keinster Weise zu interessieren. Sie blieben bei ihrer Aussage: Wenn wir die Kaution hinterlegen, können wir den Camper mitnehmen. Ansonsten nicht. Dabei spielte es ihrer Ansicht nach keine Rolle, ob wir den Camper im Schadensfall anderweitig versichert hätten oder nicht. Wir befanden uns also in der Sackgasse.

Dadurch dass wir in Australien zeitlich acht Stunden vor waren und unsere Bank in Deutschland erst angewiesen werden musste die 5000 AU$ auf die Kreditkarte zu überweisen, dauerte der Überweisungsprozess 24 Stunden. Deshalb konnten wir den Camper nicht an dem Tag mitnehmen, an dem wir ihn eigentlich hätten mitnehmen wollen. Das heißt, wir haben einen Tag umsonst bezahlt.

Den Camper konnten wir am nächsten Tag abholen, als wir die 5000 AU$ hinterlegt hatten. Der Betrag wird übrigens nicht nur auf der Kreditkarte blockiert, sondern von der Kreditkarte abgebucht. Unser Roadtrip verlief ohne irgendwelche Schäden und wir konnten den Camper nach 25 Tagen in Darwin in einem Stück wieder abgeben. Die 5000 AU$ wurden noch direkt vor Ort bei der Abgabe des Campers zurücküberwiesen und wir haben auch umgehend eine diesbezügliche Bestätigung per E-Mail erhalten.

Zusammenfassung: Man kann den Camper bei den genannten Marken nicht bekommen, wenn man die Kaution nicht hinterlegt beziehungsweise nicht eine Versicherung über das Unternehmen direkt abschließt. Hier versucht das Unternehmen THL dem Kunden eine total überteuerte Versicherung anzudrehen. Obwohl wir bereits eine Versicherung hatten (nur eben bei einem anderen Versicherungsunternehmen), schlugen uns die Mitarbeiter in der Filiale in Melbourne vor, eine weitere Versicherung bei denen abzuschließen. Doppelt hält ihrer Meinung wohl besser. Den Umgang mit uns und die Argumentation erachteten wir als total unverschämt und arrogant und möchten deshalb an der Stelle den Marken Britz, Mighty und Maui ganz klar einen Minuspunkt geben.

Minuspunkt: Britz, Mighty und Maui fordern eine so hohe Kaution, dass man als Reisender fast keine andere Wahl hat, als die teuere Versicherung beim Unternehmen abzuschließen.

Pluspunkt: Entscheidet man sich dafür, die Kaution zu hinterlegen, wird diese, wenn bei Abgabe keine Schäden vorhanden sind, ohne weiteren Ärger direkt zurück überweisen. Wir hatten drei Tage nach Abgabe des Fahrzeugs die hinterlegten 5000 AU$ wieder auf unserem Konto.

Empfehlung: Wenn man das Geld hat, um die Kaution zu hinterlegen, sollte man dies tun und parallel eine Drittversicherung abschließen, die meistens 70% günstiger ist.

Bei der Hinterlegung der Kaution sollte man unbedingt auch die Kursschwankungen von EUR zu AUD beachten, denn nach 25 Tagen kann sich diese positiv oder negativ auf den hinterlegten Betrag auswirken. So hatten wir nach dem automatischen Währungsumtausch auf unserer Visa-Karte 100 Euro weniger verbucht bekommen, weil der Wechselkurs in der Zwischenzeit schlechter geworden war. Wenn man Glück hat, wird der Wechselkurs in der Zwischenzeit besser.

Britz HiTop Campingmobil für 2 Personen

Das Campingfahrzeug war ein umgebauter Toyota Hiace 6.0 LWB mit einem draufgesetzten Hochdach. Wir hatten einen mit einem Automatikgetriebe bekommen. Die Automatik stellte sich bei den weiten Strecken als doch ziemlich bequem heraus. Das Campingfahrzeug wurde nur für zwei Personen konzipiert, also für den Fahrer und einen Beifahrer. Auf einen dritten Sitz in der Fahrerkabine wurde verzichtet.

Der Benzintank fasste 70 Liter und der Verbrauch lag bei uns bei durchschnittlich 13 Litern pro 100 Kilometern. Je nach Ladegewicht kann der Benzinverbrauch natürlich auch höher liegen. Getankt haben wir Benzin (Unleaded 91). Geschätzt war der Tank alle 550 Kilometer leer und musste nachgetankt werden. Insgesamt hatten wir für die 5800 Kilometer 1010 AU$ an Benzinkosten ausgegeben. Dies entsprach umgerechnet etwa 600 Euro.

Campingmobil aus Toyota Hiace

Der Innenraum des Campers ist für Menschen, die nicht größer als 1,75 Meter sind perfekt. Für alle Menschen, die diese Körpergröße überschreiten, wird es schwieriger. Ich selbst bin 1,90 m und meine Freundin ist 1,82 m groß, wir sind also beide ziemlich groß. Mit meinen 1,90 Meter konnte ich in dem Camper nicht gerade stehen und haute mir ständig den Kopf am Rauchmelder an. Meine Freundin mit ihren 1,82 Meter konnte noch ohne Probleme gerade stehen.

Ausbau und Ausstattung des Campingmobils

Der Camper kommt mit einer teilweise sinnvollen und teilweise eher weniger sinnvollen Ausstattung daher. Was wir an der Ausstattung besonders gut fanden und was weniger, zeigen wir euch im Folgenden auf.

Was wir allerdings vorweg nehmen wollen, ist, dass man in Australien oft frei stehen kann, also irgendwo kostenlos frei campen kann ohne einen bezahlbaren Campingplatz anzufahren. Allein diese Tatsache sollte dem Camper bezüglich des Ausbaus die Richtung weisen. Also je autarker desto besser.

Strom: Bekommt man aus der Batterie oder angeschlossenen Steckdosen

Wir hatten zwei Steckdosen im Camper, jedoch wurden diese von uns nicht benutzt, da sie nur mit angestecktem Strom funktionsfähig gewesen wären. Das war die größte Überraschung für uns, als wir im Outback standen und unsere Laptops und Kameras an die Steckdosen anschlossen und nichts funktionierte. Da begriffen wir, wie unbedacht die Konstruktion bezüglich des Stromkreislaufs im Camper war.

Im Camper wurde zwar eine zweite Batterie eingebaut, diese konnte jedoch nur zwei USB-Steckdosen mit 12V versorgen, darüber hinaus das Innen -und Außenlicht, den Wasserhahn und den Kühlschrank. Was definitiv fehlte war ein Spannungswandler, den das Unternehmen nicht eingebaut hatte, so das man die Standardgeräte, die man beim Reisen hat, nicht nutzen konnte. Dabei meine ich nicht den Fön für Frauen, der 2000 Watt braucht, sondern Kameras oder Laptops, die heutzutage meistens jeder Reisende mit sich führt und die man nicht zwangsläufig über einen USB aufladen kann. Denn die meisten Kameras muss man extra über ein Ladegerät aufladen und dieses braucht eine Steckdose. Jedenfalls wurde es nach einigen Tagen nichts mehr mit dem Fotografieren, sodass wir in einer Bibliothek unsere Batterien für Kameras und Laptop aufladen mussten.

Es gibt also zwar Steckdosen im Bus, die jedoch nur nutzbar sind, wenn man sich auf einem bezahlten Campingplatz an eine Steckdose anschließt. Das machen in Australien allerdings nicht sehr viele, da die meisten Campingplätze sehr teuer sind und man hier darüberhinaus super frei im Outback campen kann.

Minuspunkt:

  • Stromkreislauf nicht wirklich durchdacht: ein einfacher Spannungswandler würde das Campen für die Reisenden massiv erleichtern. Dadurch könnte man Kameras, Laptops usw. schneller und einfacher aufladen.
  • Die zweite Batterie wird nur beim Fahren aufgeladen. Ein zusätzliches Solarpanel auf dem Dach würde ein längeres Stehen in der Natur für die Reisenden ermöglichen, ohne dass man das Fahrzeug bewegen muss, um die Batterie aufzuladen. In Australien gibt es genug Sonne, deshalb auch für uns unverständlich, warum kein Solarpanel eingebaut wurde.
  • Aufladen per USB ist zwar ebenfalls im hinteren Raum möglich, was jedoch sinnlos ist, da man in der Fahrerkabine den Zigarettenanzünder und den USB-Hub vom Radio zum Aufladen nutzen kann.

Pluspunkte:

  • Die zweite Batterie sorgt dafür, das der Kühlschrank, der Wasserhahn und das Licht funktioniert.
  • Zusätzlich kann man an bezahlten Campingplätzen von außen Strom anschließen, um zum Beispiel eine Mikrowelle oder sonstiges im Innenraum zu benutzen.
  • Es gab fast für alles einen extra Schalter.

Strom inkl. Batterie beim Camperausbau

Fazit: Insgesamt kann man sagen, dass dieser Camper bezüglich Stromanforderungen für das autarke Reisen ungeeignet ist und man gezwungen ist entweder das Fahrzeug zu bewegen oder Campingplätze anzufahren, damit genügend Strom vorhanden ist. Also gut für Campingplätze mit Stromanschluss und schlecht für das autarke Reisen.

Gasflasche: 2 kg überraschenderweise genug für 25 Tage

Wir haben eine 2 kg Gasflasche bekommen, die außen in einem extra Fach platziert wurde. Das fanden wir ganz gut, da eine Gasflasche im Innenraum doch gefährlich werden kann. Überhaupt war die Sicherheit bezüglich der Anschlüsse vom und zum Gasherd sehr hoch und es wird auch oft auf die Gefahr bezüglich dessen unsachgerechter Verwendung hingewiesen.

Ein Rauchmelder sollte zusätzlichen Schutz bieten. Der Rauchmelder an sich war zwar gut gemeint, jedoch bringt dieser bei ausströmendem Gas nichts. Dazu braucht man einen Warnmelder der extra bei Gas reagiert. Der im Britz Camper verbaute taugt eigentlich nichts, außer dass er einem beim Kochen erschreckt oder man sich den Kopf an diesem anhaut. Da hätte Britz definitiv mehr investieren und einen ordentlichen Kohlenmonoxied Warnmelder installieren sollen.

Insgesamt waren wir 25 Tage unterwegs und die Gasflasche war immer noch nicht leer. Wir haben jeden Morgen Kaffee, jeden Mittag Mittagessen und jeden Abend Tee gekocht.

Pluspunkt: Hohe Sicherheit bezüglich Gasanschlüssen im Camper. Zudem reicht eine Gasflasche mit einer Füllung von 2 kg gut für 25 Tage. Sollte die Gasflasche vorher leer werden, kann man diese übrigens für circa 6-10 Dollar recht günstig nachfüllen lassen.

Minuspunkt: Statt eines Rauchmelders sollte besser ein Kohlenmonoxidmelder verbaut werden. Hier gibt es unbedingt Nachholbedarf!

Mit Gas im Campingwagen kochen

Kühlschrank: Ein Engel im Campingmobil kühlt so gut er kann

Hier hat Britz einen Einbaukühlschrank von Engel eingebaut, was eigentlich ganz ordentlich war. Wir hatten genügend Platz und er lief und kühlte ohne Probleme auch bei extremer Hitze im australischem Outback. Nur ab und zu ließ er viel Wasser, sodass wir alles leer räumen und den Kühlschrank auswaschen mussten.

Pluspunkt: Der Kühlschrank hatte eine angemessene Größe, war gut verbaut und kühlte ohne Probleme auch bei heißem Wetter.

Minuspunkt: Der Kühlschrank verlor viel Wasser, sodass Produkte oft nass wurden. Das kleine Gefrierfach funktionierte kaum.

Kühlschrank im Camper ein muss

Gas: Gekocht wird mit Gas unter großer Sicherheit im Camper

Das Kochen ist aufgrund des Gasherdes innen bequem und problemlos möglich, wenn die Temperaturen draußen nicht zu heiß sind. Man kann ohne Problem im Camper stehen und kochen, wenn man nicht größer als 1,85 Meter ist. Die zwei Gasplatten ermöglichen auch schnelleres Kochen, wenn man zum Beispiel Nudeln abkochen muss und parallel die Spaghetti Sauce zubereiten muss. Das Einschalten des Gasherds geht ebenfalls leicht von der Hand und wir brauchten nie extra Streichhölzer oder sonstiges.

Jedoch ist das Kochen im Britz Camper eine Katastrophe, wenn es es draußen heiß wird, was im australischem Outback fast immer der Fall ist. Der Bus heizt sich nicht nur von außen auf, sondern auch durch das Kochen von innen, sodass man beim Kochen nahe dem Kreislaufkollaps steht und das Kochen zum Teil nur im Sitzen möglich ist, da sich die Hitze oben im Camper staut. Der Camper wurde nach dem Kochen jedesmal zu einer Sauna und wir schwitzten wie verrückt danach, sodass ein Essen im Camper nicht mehr möglich war.

Es gibt auch keine Möglichkeit den Gaskocher draußen zu verwenden, um dem entgegenzuwirken oder eine Dachluke, damit die entstandene Hitze durch das Kochen entweichen kann. Da hat Britzcamper es zwar mit den zwei Pilzlüftern gut gemeint, was jedoch vorne und hinten nicht ausreicht.  Hier wäre eine Dachluke die deutlich bessere Lösung gewesen, sodass man auch nach dem Kochen das Essen im Camper genießen kann.

Minuspunkt: Der Camper heizt sich stark auf nach dem Kochen, sodass man drinnen kaum noch essen kann und wie in der Sauna schwitzt. Die zwei Pilzlüfter reichen nicht aus.

Pluspunkt: Der Gasherd funktionierte die ganze Zeit einwandfrei.

Kochen mit Gas im Camper brauch viel frische Luft

Wasser: Den Verbrauch muss man erraten

Der Camper hat einen Wasserkanister and der Seite eingebaut, das Wasser wird durch eine Pumpe zum Wasserhahn gepumpt, wenn man diesen betätigt. Die Befüllung mit frischem Wasser erfolgt von außen, indem man einfach einen Schlauch in das dafür vorgesehene Loch steckt. Wenn man sparsam genug mit dem Wasser umgeht, reicht es für circa drei Tage.

Unser Verbrauchsverhalten bezüglich des Wassers:

  • Morgens Zähne putzen, Kaffeekochen und anschließend Geschirr spülen.
  • Mittags Essen kochen und anschließend Geschirr spülen.
  • Abends Tee kochen und wieder Geschirr spülen.

Der Wasserkanister ist nach unserer Erfahrung definitiv zu klein. Das größere Problem war, das man nirgendwo ablesen konnte, wie viel Wasser sich noch im Kanister befand. Man konnte den Kanister nicht sehen, da dieser hinter einer Wand irgendwo verbaut wurde. Man bemerkte erst, dass sich das Wasser dem Ende neigte, wenn die Pumpe laute Geräusche machte, weil sie kein Wasser mehr zum Pumpen hatte. Beim Befüllen konnte man ebenfalls nur feststellen, dass der Kanister voll war, wenn das Wasser auf den Boden tropfte.

Wir sagen, das ist eine unglaublich dumme Konstruktion, die im australischen Outback lebensgefährlich sein kann. Wenn man ins Outback fährt und sagen wir mal drei Tage oder länger dort verbringen möchte und nicht weiß, wie viel Wasser man dabei hat, dann kann das bei der Hitze lebensgefährlich werden, wenn man sich nicht mit weiterem Wasser eindeckt. Man muss jederzeit wissen, wie hoch der Wasservorrat ist, deshalb für uns umso unverständlicher dass man diesen Camper in Australien anbietet und so etwas Wichtiges nicht beachtet hat!

Wir hatten uns deshalb noch einen zusätzlichen Kanister gekauft, da wir uns nicht auf den eingebauten Kanister vom Britz Camper verlassen konnten und wollten.

Pluspunkt: Wasser wird von einer Pumpe zum Wasserhahn gepumpt, was beim Nutzen sehr kompfertabel sein kann.

Minuspunkt: Ein Ablesen des Wasservorrats ist nicht möglich, was in einer Wüstenregion lebensgefährlich sein kann.

Wasservorrat im Camper nachfüllen

Als wir bei der Abgabe des Campers nachfragten, wo wir den Wasserstand ablesen könnten, bekamen wir von der Mitarbeiterin eine kurze Antwort „Du kannst es nirgendwo ablesen“. Im Nachhinein fanden wir allerdings irgendwo online in einem Formular, dass die Camper einen 25 Liter Kanister eingebaut haben. Das ist viel zu wenig.

Campingtisch: Gegessen wird im Camper oder draußen

Im Camper hat man einen großen Tisch, der locker für vier Personen ausreicht. Wie der Tisch zum Bett umfunktioniert werden kann, fanden wir persönlich gut gelöst. Neben dem Essen kann man am Tisch auch super arbeiten, wenn man unterwegs was zu erledigen hat.

Essen im Camper in Australien

Der Tisch besteht aus einem Tischbein, welches unter der linken Sitzbank verstaut ist und einer Tischplatte, die in einem der beiden Deckenfächer verstaut ist. Die Tischplatte wird abends dazu gebraucht, um das Bett aufzubauen. Wir packten unser Bett jeden morgen weg und bauten uns für den ganzen Tag den Tisch auf.

Tisch im Campingmobil einbauen

Es gab auch noch eine zweite Tischplatte, die hinter dem Beifahrersitz versteckt war. Diese konnte man in eine Schiene, die außen am Spülschrank befestigt war, einfügen.

Campingtisch für den Campingmobil

So hatten wir auch draußen einen Tisch, den wir gerne und oft nutzten.

Campingtisch für Draußen

Die Tischlösungen waren sehr gut. Hier gab es nicht viel zu bemängeln. Das größere Problem war, dass man im Camper einerseits wegen der Hitze nicht essen konnte und draußen andererseits nicht wegen der Insekten. Insekten wie Moskitos, Fliegen und Ameisen machen ein entspanntes Essen unmöglich. Das Essen war immer sehr anstrengend.

Pluspunkt: Tolle Konstruktion, so kann man je nach Bedarf innen oder außen essen, wenn es die äußeren Rahmenbedingungen es zulassen.

Minuspunkt: Hier gibt es nichts zu bemängeln.

Bett: Zum Auf- und Abbauen im Camper

Die Liegefläche des Bettes wurde aus zwei Sitzbänken und dem Tisch sowie noch drei zusätzlichen Brettern zusammengebaut. Auf diese wurden dann die Seitenteile von der Couch gelegt, so dass man eine Art Matratze hatte. Die Matratze bot zwei Personen genügend Platz zum Schlafen und war ziemlich bequem.

Die Konstruktion war hier nicht das Problem, denn schlafen konnte man ganz gut, wenn das Klima mitspielte. Hier war viel mehr die Isolierung das Problem, denn wie schon erwähnt gab es keine. Dadurch dass sich der Camper tagsüber so stark aufheizte, dauerte es ewig, meist bis circa 3 Uhr nachts, bis sich der Camper endlich abkühlte und man ohne zu schwitzen einschlafen konnte.

Bett im Camper aufbauen

Pluspunkt: Das Bett bot für beide Personen viel Platz, auch für größere Menschen war es sehr bequem. Zudem hatte man das Bett in 5 Minuten locker aufgebaut.

Minuspunkt: Die Matratzen oder Kissen wurden über nacht sehr nass, sodass man diese am nächsten Morgen draußen trocknen musste um Schimmel vorzubeugen.

Ausstattung: Von Besteck, Wasserkocher und Mikrowelle

Bei der Ausstattung kommt es auf den Camper und seine bevorzugte Art zu Reisen an. Jeder Camper legt auf manche Sachen mehr auf andere Sachen weniger Wert. Für uns ist es, wie anfangs schon erwähnt, wichtig, dass der Camper autark ist. Deshalb machten einige Dinge im Britz Camper für uns einfach keinen Sinn.

Als Beispiel könnte man hier unter anderem die Mikrowelle, den elektrischen Wasserkocher und den Toaster aufführen. Diese drei Geräte waren für uns richtige Platzverschwendung. Denn wenn man nicht gerade auf einem Campingplatz mit seinem Camper an ein Stromkabel angeschlossen ist, sind diese Geräte absolut nutzlos, da nicht verwendbar. Da wir mit einer einzigen Ausnahme nie auf einem Campingplatz übernachteten, hatten wir die Geräte in den 25 Tagen nicht einmal benutzt. Jedoch muss man hier dazu sagen, dass die Geräte für andere Camper, die nicht autark reisen und einen Stromanschluss an bezahlten Campingplätzen haben, natürlich Sinn machen und das Leben im Camper enorm erleichtern. Es kommt eben auf die Art des Reisens an.

Geräte im Camper

Neben den drei genannten Elektrogeräten erachteten wir das Porzellangeschirr als ungeeignet. Es war nicht nur schwer, sondern auch zerbrechlich. Campinggeschirr hätte sich stattdessen sicher deutlich besser geeignet. An den Töpfen gibt es nichts zu bemängeln, dafür an der Pfanne. Eine gute Pfanne ist beim Campen oft das A und O. Denn wer möchte schon in der Natur  und wenn das Wasser knapp ist, angebranntes Essen aus der Pfanne 30 Minuten lang kratzen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch wichtiges Wasser!

Geschirr und Besteck für den Camper

Pluspunkt: Es gibt viel Ausstattung, man hat alles und noch mehr, als man tatsächlich beim Campen braucht.

Minuspunkt: Je nach Campertyp sind einige Sachen unnötig und verschwenden nur wichtigen Platz.

Stauraum: Genug Platz zum Verstauen im Camper

Wir waren zu zweit unterwegs, hatten zwei große Backpacker mit uns und nochmal zwei normale Rucksäcke. Diese konnten wir problemlos verstauen. Dazu kauften wir natürlich noch einige weitere Dinge, wie Wasserflaschen und sonstige Produkte, die wir ebenfalls gut verstauen konnten.

Stauraum im Camper

Die großen Taschen legten wir alle in eines der beiden Deckenfächer. Unsere Nahrungsmittel kamen unten in die aufschiebbaren Schubladen.

Stauraum im Campingwagen unter dem Dach

Pluspunkt: Stauraum gab es für zwei Personen genug.

Minuspunkt: Gibt es keinen.

Isolierung oder Dämmung nicht vorhanden: Camper ist ein Backofen

Ihr habt es bereits in den oberen Abschnitten lesen können, als wir darauf hingedeutet haben. Im Camper war so etwas wie eine Isolierung oder Dämmung nicht vorhanden – zumindest konnte man nichts davon spüren. Dies war auch der größte Mängel überhaupt im Camper. In Australien herrschen zum Teil extreme Hitzeperioden und einen Camper nicht ordentlich zu dämmen ist für uns komplett unverständlich. Der Camper wird bereits morgens ab neuen Uhr zum Backofen, in dem man es kaum aushalten kann. Und das geht dann den ganzen Tag so weiter. Man kann den Camper zwar im Schatten verstecken, dennoch heizt er sich auf. Es ist auch nicht so, dass dieser sich abends wieder abkühlt, sodass man normal essen oder schlafen kann. Vielmehr steht die Hitze im Camper bis in die tiefe Nacht hinein. Sie kann aus dem Camper einfach nicht entweichen, dafür sorgt auch das viele verbaute Holz, welches zwischen den Fächern keine Luftzirkulation zulässt.

Zusätzliche Hitze brachte dann nicht nur das Kochen, sondern abends auch die Beleuchtung im Camper. Hier wurden Lampen verbaut, die so heiß wurden, dass wir uns gezwungen sahen, jeweils nur eine anzumachen, obwohl wir drei an der Decke hatten.

Pluspunkt: Gibt es keinen!

Minuspunkt: Ein Camper ohne Isolierung und ausreichende Luftzirkulation kann das Campen vermiesen.

Mückennetz im Camper: Unzureichend gegen jegliche Art von Insekten

Wie bereits bei vielem anderen, wurde hier ebenfalls nicht mitgedacht. Es wurde nur ein Fenster mit einem Mückennetz verbaut, welches jedoch kaum hilfreich war. Erstens konnte so kein Durchzug entstehen, zweitens kamen einige Insekten locker durch das Mückennetz hindurch. Das Mückennetz war nicht nur nicht engmaschig genug, sondern hatte an der linken Seite auch einen breiten Schlitz. Diesen nutzten die Moskitos und Insekten um sich hindurchzuquetschen. Wir haben dann Papiertücher in den Schlitz gesteckt, um die Nervtöter fernzuhalten. Und mit dieser Idee waren wir nicht alleine, denn wir sahen tatsächlich viele andere Camper von Apollo, die anscheinend das gleiche Problem hatten und ähnlich reagierten.

Ein weiterer großer Minuspunkt war, dass es an der Schiebetür kein Mückennetz gab. So musste man ständig die Tür schließen, wenn man keine Fliegen oder andere Insekten im Camper haben wollte. Das Schließen der Tür führte dann allerdings dazu, dass man im Backofen hockte. Man befand sich permanent in einer Zwickmühle zwischen zerbissen werden und verglühen.

Fast jeder Privatcamper weiß, dass man ein Mückennetzt an der Schiebetür anbringen muss. Bei Britz scheint dieses Wissen leider noch nicht angekommen zu sein.

Mückennetz für den Camper

Pluspunkt: Ein Fenster hatte ein Mückennetz.

Minuspunkt: Das Mückennetz war von schlechter Qualität. Die Schiebetür hatte kein Mückennetz, wodurch das Campen in vielen Gebieten Australiens nahezu unmöglich war.

Gute Lösung: Vorhänge mit Magneten im Camper

Die Vorhänge hatten uns sehr gut gefallen. Damit meinen wir nicht gerade die Farbe, sondern eher die Stoffart und die Möglichkeit, den Vorhang mit Magneten an der Fahrzeugkarosserie befestigen zu können. Das war eine gute Lösung!

Vorhänge für den Camper

Pluspunkt: Sehr handlich und von guter Qualität. Verdeckt den Innenraum vor neugierigen Augen und vor zu viel Sonne.

Minuspunkt: Gibt es keinen.

Fazit zum HiTop Camper von Britz

Während unserer Reise, wenn wir mal wieder wegen des Campers mit unseren Nerven unfreiwillig am Ende waren, hatten wir uns häufig gefragt, ob die von Britz Camper selbst mit dem HiTop das australische Outback mal bereist hatten oder überhaupt diesen jemals getestet haben. Der Camper, den wir hatten, ist nämlich für das Outback einfach ungeeignet.

Autarkes Campen ist mit diesen Camper kaum möglich. Zwar hat der Camper den ein oder anderen Schnickschnack, der jedoch total unnötig ist, da nicht hilfreich. Dadurch dass der Camper keine ausreichende Belüftung, keine ausreichenden Mückennetze und keine ausreichende Dämmung hat, darüberhinaus über schweres, zerbrechliches Geschirr verfügt und es keine ausreichenden Möglichkeiten gibt, um seine Elektrogeräte richtig aufzuladen, würden wir persönlich den Britz Camper HiTop für das australische Outback nicht empfehlen.

Wofür dann? Der Camper ist unserer Meinung nach gut für Regionen geeignet, in denen die Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad liegen. Allerdings ist zu bedenken, dass auch hier die Luft aus dem Innenraum nicht richtig entweichen kann, da die Pilzlüfter zu schwach sind, was zu Kondenswasser im Innenraum führt.

Zudem dürfen in den bereisten Regionen nicht zu viel Insekten unterwegs sein,  da ansonsten das Campen im Britz Camper schnell zur Qual der Wahl werden kann.

Fazit ist ganz klar: Der Britz HiTop ist ein Camper, der nicht von leidenschaftlichen Campern ausgebaut wurde. Er wurde ohne Liebe und ohne Nachdenken ausgebaut und wahrscheinlich nie richtig getestet, sonst hätte man das ein oder andere sicher anders gelöst.

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