Die „Zweiwährungslösung“ auf Kuba schafft für die Touristen eine schlechte Situation, denn dadurch sind Tür und Tor für Abzocke und Betrug geöffnet. Als Tourist wird man regelrecht ausgenommen. In keinem Land hatten wir so schlechte Erfahrungen bezüglich der Bezahlung gemacht wie auf Kuba. Dabei war es egal, ob wir beim kleinen Obsthändler, beim Imbiss, in einem größeren Geschäft, beim Metzger oder in der Bäckerei etwas kauften – wir wurden immer betrogen. Wir hatten 23 Tage auf Kuba verbracht und einfach mal mitgezählt, wie oft wir im Schnitt betrogen wurden. Das Verhältnis ist erschreckend. Von zehn Einkäufen hat man uns neunmal versucht zu betrügen. So eine Betrugsrate hatten wir noch in keinem anderen Land, nicht einmal in Asien.

Der Betrug funktioniert sehr einfach. Beide Währungen werden als Pesos bezeichnet. CUC steht für Peso Convertible. CUP für kubanischer Peso. Der CUC steht im Verhältnis zum US Dollar 1:1 . Das bedeutet, dass man für einen US Dollar einen CUC erhält. Der CUP steht zum US Dollar 1:24 , was bedeutet, dass man für einen US Dollar (= 1 CUC)  24 CUP erhält. Man merkt, es wird langsam kompliziert. Diese Verwirrung nutzen die Kubaner bei den Touristen rücksichtslos aus.

Im folgenden listen wir euch die Abzocker-Tricks auf, die wir während unseres Kuba-Aufenthaltes beobachteten und erlebten, in der Hoffnung, dass ihr nicht in diese Fallen tappt..

Abzocke 1 : Angabe von falschen Preisen für Touristen

In manchen Geschäften sind die Produkte nicht mit Preisen ausgezeichnet. Fragt man nach, wird einem ein viel höherer Preis genannt, als der tatsächliche. Der Mitarbeiter kassiert den Überschuss dann ein und lässt ihn in die eigene Tasche wandern. So bezahlten wir zum Beispiel in einer Bäckerei für acht Brötchen einen CUC, was 24 CUP entsprach. Später fanden wir heraus, dass ein Brötchen nur einen CUP kostet. Wir zahlten also nichtsahnend den dreifachen Preis.

Tipp: Kauft niemals gleich ein, sondern beobachtet die Einheimischen beim Einkauf, um ein Gefühl für die Preise zu bekommen und zu sehen, wie viel die Einheimischen bezahlen. Wenn ihr den Preis kennt, dann versucht immer passend zu bezahlen, damit ihr nicht auf passendes Rückgeld hoffen müsst, denn …

Abzocke 2: Verwirrung zwischen CUC und CUP beim Touristen wird ausgenutzt

… am meisten wird beim Wechselgeld betrogen! Wenn man einkauft, bekommt man oft Wechselgeld, das sich aus CUC und  CUP zusammensetzt. Hierbei wird man fast zu hundert Prozent betrogen und sollte sein Wechselgeld dreimal prüfen. Dabei geht es oft nicht um kleine Cent-Beträge, sondern nicht selten um fünf oder zehn CUC, also circa fünf bis zehn Euro.

Zum Beispiel kauften wir uns in einem Geschäft zwei Flaschen Wasser und ein Glas Marmelade für 3,60 CUC (ca. 3,60 Euro). Wir bezahlten mit 50 CUC (ca. 50 Euro) und erhielten als Rückgeld 36 CUC und 10 CUP. Merkt ihr den Betrug? Die 36 CUC machen circa 36 Euro aus und die 10 CUP machen circa 0,40 Euro Cent aus. Wir hatten also als Rückgeld keine 46,40 CUC erhalten, sondern 36,40 CUC. Man wollte uns also um 10 CUC betrügen! Sicherlich könnte man an der Stelle sagen: „Im Zweifel für den Angeklagten!“, vielleicht hat sich die Verkäuferin einfach verrechnet oder verzählt. Hätte so sein können, war es aber nicht. Denn wir bemerkten das falsche Wechselgeld sofort und wiesen die Verkäuferin freundlich darauf hin. Anstatt dass sie sich entschuldigte, warf sie uns allerdings unsere Flaschen vor die Füße und war sauer, dass wir es bemerkt hatten! Auf eine Entschuldigung oder ein Lächeln konnten wir lange warten.

Tipp: Versucht so oft wie nur möglich mit passenden Beträgen zu bezahlen und wenn es nicht anders geht, dann holt auch mal einen Taschenrechner raus! Wenn die Preise in CUP ausgeschrieben sind, dann bezahlt nur in CUP. Zu Beginn eurer Reise solltet ihr mindestens 20 CUC in CUP in einer Bank wechseln. Denn wenn ihr mit CUP bezahlt, vermeidet ihr schonmal den Betrug mit den verschiedenen Währungen.

Abzocke 3: Rückgeld stimmt nicht überein

Eine weitere sehr beliebte Betrugsmasche ist das Rückgeld. Nicht genug, dass der Tourist durch die zwei Währungen schon total verwirrt ist. Es wird auch noch beim Rückgeld getrickst, was das Zeug hält. So hatten wir mehrmals die Verkäufer korrigieren müssen, weil das Rückgeld jedesmal zu wenig war. Die Verkäufer wissen, dass sich viele Touristen mit den zwei Währungen schwer tun und geben sehr gerne viel weniger bis gar kein Rückgeld heraus. Deshalb immer nachrechnen und das passende Rückgeld verlangen! Wenn gar nichts geht, könnt ihr auch mal etwas lauter werden, damit andere Menschen es mitbekommen!

Abzocke 4: Die kaputte Kasse bei der Kassiererin

An den meisten Kassen werden die Produkte zwar gescannt und es wird auch in der Kassenanzeige ein Preis angezeigt, der jedoch meistens falsch ist. Die Kassiererin ist so flink, dass sie es beim Einscannen irgendwie schafft, einen Zusatzpreis einzutippen um an einige CUC von den Touristen zu gelangen. Auf Verlangen eines Kassenzettels wurde behauptet, dass die Kasse kaputt sei und man uns daher keinen Kassenzettel aushändigen könne. Niemals glauben!!! Deshalb unbedingt nochmal nachrechnen, am besten die Einkäufe wieder aus der Einkaufstasche holen und wenn es sein muss, einzeln von ihr nachrechnen lassen. Ihr glaubt es kaum, wie oft die Touristen an den Kassen abgezockt werden, weil sie sich auf die Digitalanzeige der Kasse verlassen!!!

Tipp: Am besten während des Einkaufs die Produktpreise addieren, damit man den Endpreis kennt.

Abzocke 5: Schlepper für Restaurants und Taxifahrten

Ihr werdet in Kuba sehr oft von Menschen draußen angesprochen und gefragt, ob ihr ein Taxi braucht oder ob ihr Zigarren bzw. Rum kaufen wollt. Sehr oft sind diese Kubaner Schlepper und verwickeln euch erst einmal einfach in ein Gespräch, indem sie euch fragen, woher ihr kommt. Danach wird euch irgendeine Geschichte erzählt mit dem Ziel, euch etwas zu verkaufen. Die Schlepper arbeiten mit den Restaurants, Taxifahrern und anderen Verkäufern zusammen und bekommen eine Provision, wenn sie euch anschleppen. Hier nur einige Beispiele:

  1. Ihr werdet in ein Restaurant gelockt. Dort erhaltet ihr dann eine total überteuerte Preiskarte angezeigt, auf der Menüs schonmal im Preisbereich um die 20- 50 Euro liegen. Wenn ihr dann verneint dort zu essen, bekommt ihr schnell eine andere Menükarte, auf der die Preis bei durchschnittlich 10 Euro pro Menü liegen. Merkt euch einfach, dass ein Menü nicht mehr als 5 Euro kosten sollte!
  2. Die gleichen Schlepper bringen euch auch in andere Geschäfte, in denen zum Beispiel Zigarren oder Rum zu überteuerten Preisen verkauft werden.
  3. Das Gleiche gilt auch für die Taxifahrten. Jedesmal wenn ihr von einem Schlepper angeschleppt werdet, kostet die Fahrt das Doppelte oder Dreifache.

Wichtig: Merkt euch, dass ihr immer, wenn ihr einem Kubaner auf der Straße folgt, Provision fällig wird. Wir wurden in den 23 Tagen nicht einmal von einem Kubaner angesprochen, weil er wirkliches Interesse an einem Gespräch mit uns hatte. Die Kubaner, die uns ansprachen, führten die Gespräche letztlich immer mit dem Ziel, uns etwas anzudrehen.

Abzocke 6: Gefälschte Produkte wie Zigarren und Rum

Gleich die Warnung: Kauft niemals Zigarren oder Rum auf der Straße von irgendwelchen Kubanern! Die Produkte sind alle gefälscht. Bei Zigarren handelt es sich nicht um die beliebten kubanischen Zigarren mit einem guten Geschmack, sondern um billigen Ramsch, der einfach etikettiert wird. Das Gleiche gilt auch für Rum oder Bier! In den Flaschen ist zwar Rum beziehungsweise Bier drin, allerdings nicht das Original, sondern ein staatlich subventioniertes Bier oder stattlich subventionierter Rum. Beides können sich die Kubaner an verschiedenen Stellen oder auch von vorbeifahrenden LKW für kleine CENT-Beträge pro Liter abfüllen lassen. Dieses Gesöff wird dann gerne den Touristen als teueres Getränkt weiterverkauft oder in einigen Bars und Restaurants für Cocktails verwendet!

Tipp: Kauft euren Rum und eure Zigarren nur in offiziellen Stellen und Geschäften. Kauft nur verschlossene Bierdosen und Flaschen!

Abzocke 7: Mitleidserregende Geschichten von kranken Kindern und Armut

Viele Kubaner wissen, dass vor allem die Deutschen sehr gerne auf mitleidserregende Geschichte reinfallen. Ihr werdet deshalb alle möglichen Geschichten hören, zum Beispiel, dass deren Kind krank sei und sie kein Geld für Medizin haben oder dass sie nichts zu essen haben oder dass sie sich keine Kleider leisten können usw. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, um Mitleidsgeschichten zu erfinden. Fallt nicht darauf ein, denn diesen Menschen geht es nur um euer Geld, um nicht mehr und nicht weniger!

Tipp: Wenn ihr tatsächlich helfen wollt, dann geht zur nächsten Grundschule und verschenkt den Kindern Kreide, Bleistifte oder sonstiges. Aber gebt es niemals den Erwachsenen, denn dann kommt es meistens nicht dort an, wo es ankommen sollte!

Abzocke 8: Betteln nach Seife, Kugelschreibern und T-Shirts

Vor allem in Trinidad werdet ihr es erleben, dass einige Kubaner in der Altstadt nach Seife, Kugelschreibern oder T-Shirts betteln. Dabei geht es ihnen oft nur darum, euch in ein Gespräch zu verwickeln, um euch in den nächsten Laden zu schleppen. Teilweise konnten wir sogar beobachten, wie Kinder trainiert wurden, zu betteln.

Tipp: Hier gilt das Gleiche: Wenn ihr helfen wollt, dann kauft den Kindern etwas oder bringt ihnen Sachen mit. Gebt die Sachen allerdings direkt den Kindern, denn diese werden es euch mit einem Lachen danken.

Abzocke 9: Spenden für normale Leistungen

Wenn ihr mit einem Langstreckenbus, wie z.B. Viazul, in Kuba unterwegs seid, dann gibt es immer mal wieder vermeintliche Helfer, die eure Taschen aus dem Bus ausladen oder besser gesagt, rauswerfen. Diese stellen dann eine Spendenschüssel auf und fordern eindringlich und aggressiv, dass ihr Geld einwerft. Das müsst ihr nicht tun, denn es ist die reine Abzocke. Versucht eure Reisetasche selbst auszuladen, sie wird es euch danken und geht einfach. Ihr werdet zwar böse Blicke ernten, aber das ist egal.

Tipp: Nicht schämen, wenn ihr nichts geben wollt, sondern nur für reelle Leistungen belohnen.

Abzocke 10: Falsches Gewicht und verfaulte Früchte und Gemüse beim Händler

Solltet ihr mal bei einem Obst- oder Gemüsehändler einkaufen, dann sucht euch unbedingt selbst die Ware raus, da einem die Händler sehr gerne verfaulte Ware andrehen. Achtet außerdem darauf, dass ihr beim Gewicht nicht über’s Ohr gehauen werdet. Denn die uralten Gewichtswaagen (nicht digital), die man als Tourist kaum lesen kann, werden oft verwendet, um ein falsches Gewicht anzugeben. Dadurch zahlt man mitunter das Doppelte bis Fünffache. Von daher, zeigt Interesse, wie die Waage funktioniert und rechnet mit.

Tipp: Die Kubaner wiegen die Sachen in LB (Pfund) ab und nicht in kg (Kilogramm). Ein Pfund sind 500 Gramm.

Abzocke 11:  Wertlose CUP mit berühmten Gesichtern wie Che Guevara gegen wertvolle CUC tauschen

Viele Touristen möchten ein Andenken mit dem Revolutionsheld Che Guevara haben. Das wissen die findigen Kubaner natürlich und versuchen einem nicht selten, die wertlosen CUP mit berühmten Gesichtern gegen CUC zu tauschen. So hatte uns beim Einkaufen in einem Supermarkt ein Kubaner, der die Taschen am Eingang verwahrte, einen CUP-Schein angeboten und gemeint, dass dieser wertvoll sei und wir ihn für nur einen CUC von ihm haben könnten. Dabei war der CUP-Schein nur 12 Cent wert. Ein CUC hingegen einen ganzen US-Dollar. Selten war der Schein auch nicht, denn wir hielten immer mal wieder 3-CUP-Scheine mit Che Guevara in den Händen. Also bloß nicht drauf rein fallen!

Tipp: Wenn ihr so einen Schein mit Che Guevara haben wollt, dann einfach in eine Bank gehen und CUC gegen CUP wechseln. Der Held Che Guevara ist auf den 3-CUP-Geldscheinen abgebildet.

Abzocke 12: Alter Kubaner mit Zigarren, Kubanerinnen in Karnevalsanzügen und herumlaufende Zeichner

Eine andere Abzocke, auf die viele Touristen reinfallen, sind alte Kubaner, die in Anzügen gekleidet auf einem Stuhl vor einem Haus sitzen und so tun, als würden sie genüsslich eine Zigarre rauchen. Die Touristen möchten natürlich ein Bild davon haben. Das ist – wie man am Titelbild erkennen kann – allerdings nur gegen Bezahlung möglich. Ansonsten verdeckt sich der nette Herr sein Gesicht. Das Gleiche gilt, wenn man Kubanerinnen sieht, die in Kostümen herumlaufen. Diese schnappen sich einen Touristen und fragen, ob er ein Bild mit ihnen möchte. Vorher wird den Touristen allerdings nicht gesagt, dass ein gemeinsames Bild Geld kostet. Sobald das Bild im Kasten ist, verlangen die Frauen Geld und zwar 2 CUC.

Eine weitere Abzocke sind die herumlaufenden Zeichner, die ungebeten blitzschnell eine Karikatur von einem zeichnen, einem anschließend die Zeichnung zeigen und in die Hände drücken. Sobald man die Zeichnung in den Händen hält, verlangen sie Geld. Ebenfalls 2 CUC für eine wirklich grauenvolle Zeichnung.

Tipp: Immer vorher fragen, ob es Geld kostet, wenn man ein Bild von einem Kubaner mit Zigarre knipst und niemals auf freundliche Einladungen oder vermeintliche Geschenke reinfallen. Wie wir herausfanden, gibt es auf Kuba nichts, wirklich nichts umsonst.

Fazit zu den Abzockereien und Betrugsversuchen auf Kuba

Wie ihr wisst, waren wir schon in vielen Ländern, u.a. auch in Asien unterwegs. In fast allen Ländern waren die Einheimischen einfallsreich, was das Abzocken von Touristen anging. Jedoch hielten sich die Abzockereien und Betrugsversuche immer in Grenzen und wenn man gut verhandeln konnte und einige Tipps beherzigte (z.B. Wechselstuben meiden), blieb man von größeren Betrügereien eigentlich auch verschont. Von daher kamen wir bislang nie so stark an unsere Grenzen, dass wir verspürten, über Betrügereien zu schreiben. Auf Kuba hat das Ganze allerdings ein ganz anderes Level erreicht. Wir kamen uns, obwohl wir als Backpacker unterwegs waren, wie bei einem Marathonlauf vor und mussten ständig die Abzocker, Betrüger und Gauner abwehren. Das Reisen durch Kuba wurde so zu einem Spießrutenlauf, vor allem weil wir selbst einkauften und kochten.

Unser Bild von Kuba hat sich nach 23 Tagen leider vom Positiven ins Negative gedreht. Wir fanden es wirklich sehr schade, dass die meisten Kubaner so eine Enttäuschung waren und so respektlos mit den ausländischen Besuchern umgingen. Wir haben so eine Respektlosigkeit und systematische Betrugsmasche nirgendwo sonst erlebt! Die meisten Touristen merkten es nicht einmal, dass sie betrogen wurden. Deshalb hoffen wir, dass ihr nach diesem Beitrag etwas vorsichtiger durch Kuba reist.

Wie immer freuen wir uns über eure Kommentare und Erfahrungen zu diesem Thema.

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Hier findet ihr einige Literaturempfehlungen von uns. Das Buch „KulturSchock Cuba“ sollte man sich vor einer Kubareise mal durchgelesen haben.

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