Kuba: Frisches Obst, Gemüse und Fleisch auf dem Markt einkaufen

Als Individualreisender bist du in Kuba auf den wöchentlichen Markt angewiesen. Du wirst sehr schnell festgestellt haben, dass es auf Kuba kaum Produkte in den Geschäften gibt und diese zusätzlich zu unglaublich hohen Preisen verkauft werden. Auch die Obst- und Gemüsehändler um die Ecke haben oft nur wenig Auswahl, überteuerte Preise und nicht selten keine gute Qualität im Angebot.

Kuba ist zwar ein schönes Land mit atemberaubender Natur, aber für Individualtouristen immer noch eine schwere Herausforderung, was die Essensversorgung betrifft. Das Problem ist so groß, dass manche Individualtouristen sogar gezwungen sind, ihre Reise vorzeitig abzubrechen und ins nahegelegene Mexiko zu fliegen, um sich entweder wieder gut zu ernähren oder nicht das Gefühl zu haben, an jedem Verkaufsstand übers Ohr gehauen zu werden.

Damit man ohne zu verhungern seinen Aufenthalt unabhängig vom Pauschaltourismus genießen kann, zeigen wir euch einige Tipps, wie, wo und was ihr einkaufen könnt. Die Tipps basieren allesamt auf unseren Erfahrungen, die wir während unseres Kuba-Aufenthaltes sammelten.

Lebensmittel in Kuba einkaufen

Einkaufen auf den Wochenmärkten in Kuba

Politisches System hin oder her, Märkte gibt es überall auf der Welt auch in Kuba ist das keine Ausnahme. Wenn man bereit ist , früh morgens aufzustehen und sich in das Getümmel des Wochenmarktes zu stürzen, dann steht einem nichts im Wege, sich frische Produkte zu kaufen.

Frische Produkte werden direkt vom LKW verkauft

Warum sollte man in Kuba nur auf den Märkten einkaufen?

Wenn du in Kuba als Individualtourist unterwegs bist, dann sind die lokalen Märkte der Platz, auf dem du dein Essen kaufen solltest. Deshalb sind die Wochenmärkte, die fast in jedem Ort Samstagmorgens ab circa 6 Uhr stattfinden, die Gelegenheit , um frische und sehr gute Waren zu einem vernünftigen und sogar oft sehr günstigen Preis einzukaufen. Man sollte nicht daran denken, erst um 10 Uhr morgens aufzutauchen, denn dann ist es meistens zu spät und man bekommt nur noch den Restbestand verkauft. Die Märkte sind meistens schon um 7 Uhr morgens randvoll, denn die Kubaner kaufen dort alle sehr früh ein und jeder versucht sich die besten Produkte zu schnappen.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Wie findet man die Märkte?

Ein gutes Zeichen für einen bevorstehenden Markt ist immer, wenn die Kubaner mit leeren Taschen alle in eine Richtung strömen und mit vollen wieder zurückkommen. Ansonsten kann man natürlich bei der lokalen Bevölkerung nachfragen, wann der nächste Markt stattfindet. Die meisten Kubaner kaufen einmal die Woche auf diesen Märkten ein und laufen nicht selten bepackt mit vielen vollen Taschen von den Märkten wieder nach Hause.

Kubaner kaufen am Wochenende auf dem Markt ein

Was gibt es auf den Wochenmärkten zu kaufen?

Wir waren auf einigen Märkten in Havanna, Trinidad und Santa Marta (nahe Varadero) und sahen, dass es fast immer Gemüse, Obst, Eier und Fleisch im Angebot gab. Je nach Ort unterschied sich das Angebot ein wenig, ebenso wie die Vielfalt der Produkte. Die Auswahl war nie gigantisch und mit der Auswahl vieler europäischer oder asiatischer Märkte nicht zu vergleichen, aber dennoch findet man genug, um sich zu Hause ein tolles Essen zu zaubern.

Frisches Obst und Gemüse auf dem Markt in Kuba

Wie sollte man sich auf den Märkten verhalten?

Wir waren zu Beginn ein wenig gehemmt, auf den Märkten einzukaufen, weil wir glaubten, dass die Waren nur für die Einheimischen gedacht sind, so wie in den „Bodega“ Geschäften, in denen nur Kubaner einkaufen dürfen. Dem war aber nicht so. Auf den Märkten kann jeder einkaufen. Allerdings muss man bereit sein, sich ins Getümmel zu stürzen und mit den Händler verhandeln, wenn kein Preis angegeben ist. Die Sprache ist – wie wir herausfanden – eigentlich kein Problem. Irgendwie wurden wir uns immer einig. Die meisten Verkäufer sind Bauern und oft sehr freundlich.

Auf den Markt in Kuba findet man auch Fleisch

Man kann die Produkte ruhig anfassen, aussuchen und sich auch zwischen die Einheimischen drängeln. Wenn manche Händler versuchen, einem vergammelte Produkte anzudrehen, sollte man diese guten Gewissens ablehnen und sich selbst gute und frische Produkte aussuchen. Man sollte sich auch immer das Gewicht auf der Wage anschauen und sich nicht scheuen, den Taschenrechner rauszuholen und den Preis selbst zu berechnen. Nur wenn alles übereinstimmt, sollte man die Produkte kaufen. Ansonsten ruhig kritische Rückfragen stellen oder den Preis korrigieren. Denn nicht selten versuchen die Verkäufer einiges an Preis aufzuschlagen.

Tipp: Ein anderer Reisender hat uns gesagt, dass er immer mit seiner eigenen Digitalwaage auf die Märkte geht. Ebenfalls eine Möglichkeit, auch wenn wir davon absahen, dies zu tun.

Frischwaren auf dem Markt in Kuba richtig wiegen

Muss man auf den Märkten verhandeln?

In den meisten Fällen muss man das nicht, denn die meisten Preise sind in CUP ausgeschrieben und der Preis ist somit fast immer transparent. Das einzige, worauf man achten sollte, ist, dass beim Abwiegen alles stimmt und dass man keine verfaulte oder schlechte Ware angedreht bekommt.

Einkaufen ohne Verhandeln in Kuba

Welche Währungen sollte man auf den Märkten verwenden?

Bezahlen kann man mit beiden kubanischen Währungen. Es werden sowohl CUC als auch CUP akzeptiert. Jedoch würden wir euch empfehlen, in CUP zu bezahlen, da alle Preise in CUP ausgeschrieben sind. Der Vorteil, wenn man in CUP bezahlt, liegt darin, dass man es vermeidet umzurechnen und zudem beim Wechselgeld den besseren Überblick hat. Die CUC könnt ihr in einer kubanischen Bank in CUP wechseln. Solltet ihr so wie wir in einem Fall nur CUC dabei haben, dann schreibt euch unbedingt einen kleinen Notizzettel, auf dem ihr den Wechselkurs von CUP und CUC samt einigen Beispielen festhaltet!

Zwei Währungen in Kuba, die CUC und CUP

Was kosten die Produkte auf den Märkten?

Was die Preise angeht, sind die Produkte auf den Märkten um ein Vielfaches günstiger als in Deutschland und in den Obst- und Gemüseläden auf Kuba. Deshalb kaufen auch die meisten Kubaner auf den Märkten ein. Hier sind einige Preisbeispiele in Euro angegeben, damit man die Preise besser einschätzen kann.

  • 6x mittelgroße Tomaten bekamen wir für umgerechnet 0,80 Euro
  • 2x mittelgroßen Auberginen für 0,50 Euro
  • 3x große Gurken für 0,10 Euro
  • 6x mittelgroße Paprika für 0,50 Euro
  • 1x große Süßkartoffel für 0,20 Euro
  • 1x große Wurst ca. 300 Gramm für 0,50 Euro
  • 10x kleine Bananen für 0,50 Euro
  • 3x Ananas für 1,00 Euro

Fleisch kostete generell circa einen Euro pro Kilogramm. Eier, Fisch und Milchprodukte fanden wir auf den Märkten, die wir besuchten, nicht. Brot kauften wir in einer naheliegenden Bäckerei für ca. 0,40 Euro das Stück. An dem unterem Bild kannst du unseren Einkauf für umgerechnet 4,50 Euro dir anschauen.

Unser Einkauf am Markt in Kuba

Fazit zum Markteinkauf auf Kuba

Wenn ihr so wie wir dort einkauft, wo die Einheimischen ihr Essen besorgen, dann solltet ihr auf Kuba definitiv die Märkte besuchen. Die Produkte sind dort nicht nur besser als beim Händler um die Ecke, sondern auch viel günstiger. Zudem macht es einen riesigen Spaß, verschiedene Produkte zu entdecken, die es in Deutschland eher selten zu sehen gibt. Alle Arten von Süßkartoffeln, Wurzelfrüchten, Kochbananen und riesigen Auberginen entdeckten wir auf den Märkten.

Die Märkte sind meistens frei von Touristen und es wird auch kein Touristenzeug angeboten, was den Besuch um einiges interessanter macht. Neben den Produkten sieht man natürlich auch mal die Kubaner abseits des Tourismus in Aktion. Wie kann man besser die Lebensweise der Kubaner kennenlernen, als wenn man sie beim Einkaufen beobachtet? Deshalb geht auf die Märkte, kauft das eine oder andere ein und macht die armen Bauern glücklich. Sie haben es auf jeden Fall mehr verdient, als die Abzocker aus der Touristenbranche.

Wie immer freuen wir uns über eure Kommentare und Erfahrungen zu diesem Thema.

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Hier findet ihr einige Literaturempfehlungen von uns. Das Buch „Schock Kultur Cuba“ sollte man sich vor einer Kubareise mal durchgelesen haben.

 

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