Einkaufen in Kuba: Essen, Trinken und Bezahlen

Wenn man nicht als normaler Pauschaltourist reist, dann wird man in Kuba Lebensmittel einkaufen und bezahlen müssen. Außer, man weicht auf Restaurants aus. In diesem Artikel erfährst du, wie du sicher bezahlen kannst und wo du Produkte findest und einkaufen kannst.

Einkaufen in Kuba kann kompliziert werden

Das Einkaufen in Kuba gestaltet sich zu Beginn ein wenig kompliziert und nicht so, wie wir es gewohnt sind. Wenn man noch nie in Kuba gewesen ist, dann stellt man sehr schnell fest, wie viel Zeit man benötigt, um einfachste Grundnahrungsmittel wie zum Beispiel Wasser, Brot, Käse, Gemüse oder Eier aufzutreiben. Wir brauchten fast eine ganze Woche, bis wir gelernt hatten, wo man das eine oder andere kaufen kann. Einige Produkte, wie zum Beispiel ganz normale Hühner-Eier werden an Ausländer erst gar nicht verkauft. Auch Trinkwasser in Flaschen ist in manchen Orten schwer zu finden. Das alles kann einen Touristen schon mal an seine Grenzen bringen!

Um euch beim Einkaufen in Kuba ein bisschen zu unterstützen, haben wir hier zusammengefasst, an welchen Orten man welche Lebensmittel bekommt.

Einkaufen in den Supermärkten in Kuba

Das Erste, was wir machten, war, in einem Supermarkt einzukaufen. Dort erwarteten wir – mit ein paar Einschnitten – alle Lebensmittel kaufen zu können, die man so zum Kochen und Essen braucht. Jedoch stellten wir sehr schnell fest, dass die Regale in den kleinen Supermärkten fast leer sind und eine Produktvielfalt so gut wie nicht vorhanden ist. Zunächst kauften wir in einem Spar-Supermarkt ein, später noch bei Western Union und Panamericana. Die Größe der meisten Supermärkte war vergleichbar mit einem Tankstellen-Shop in Deutschland. Man sollte sich keinen Aldi vorstellen!

Jedenfalls fanden wir dort meist nur Nahrungsmittel in großen Dosen, wie Tomaten, Erbsen, Gurken und eingelegte Früchte. Zudem gab es eigentlich immer Soft-Drinks, Alkohol und Öl im Angebot. Auch Nudeln und Tomatensauce fanden wir immer. Reis und Käse gab es manchmal auch. Zu beachten ist jedoch, dass die Preise für die einzelnen Produkte meist doppelt bis dreifach so hoch sind wie in Deutschland (abgesehen vom Rum, der ist günstiger).

Dosenessen kaufen auf Kuba

Wo kauft man Früchte und Gemüse?

Früchte und Gemüse fanden wir in den Supermärkten nicht.  Allerdings wurde alle paar Straßenblocks meist frisches Obst und Gemüse von Straßenhändlern verkauft. Die Auswahl war übersichtlich. Als Obst gab es meist Kochbananen, Bananen, Kokosnüsse, Limetten, Avocados und Mangos.

Als Gemüse gab es meist Süßkartoffeln, Karotten, Gurken, Paprika, Kürbisse, Auberginen, Tomaten und Kopfsalat. Die Auswahl und die vorhandene Menge war nicht sehr groß, von daher empfiehlt es sich, morgens einzukaufen, da abends nicht mehr viel Gutes übrig bleibt. Das Gemüse und Obst in Kuba ist sehr gesund, weil es anscheinend noch wie früher angebaut wird. Das merkt man am Geruch und am Geschmack der Früchte und des Gemüses.

Tipp: Wir bevorzugten die Wochenmärkte, da man dort die bessere und günstiger Ware fand. Benutzt hier am besten CUP als Zahlungsmittel, um Verwirrungen und Betrügereien entgegenzuwirken!

Obst und Gemüse auf Kuba einkaufen

Wo kauft man Brot und Brötchen?

Brot und Brötchen konnten wir ebenfalls nicht in den Supermärkten finden. Stattdessen kauften wir es immer in kleinen Bäckereien, die wir in regelmäßigen Abständen in den Städten verteilt fanden. Diese Bäckereien kann man jedoch nicht mit deutschen Bäckereien vergleichen. In Kuba haben die Bäckereien meistens nur zwei Sorten Weißbrot und eine Sorte Brötchen im Angebot. In den Bäckereien, in denen wir regelmäßig einkauften, gab es Brot und Brötchen im Wechsel. Das heißt, wir mussten nehmen, was es gab. Wenn wir Glück hatten, bot die Bäckerei noch einige Kekse und Tortenstückchen an.

Hinweis: Wenn man zu spät kommt, kann es sein, dass alles ausverkauft ist und man ohne Brot bleibt. Deshalb immer früh da sein. Zusätzlich sollte man beachten, dass man die Produkte häufig nicht eingepackt bekommt und von daher selbst eine Tragetasche oder einen Transportbehälter mitbringen sollte.

Tipp: In dem Ort Santa Marta, der direkt an Varadero angrenzt und von dort aus zu Fuß zu erreichen ist, gibt es mehrere Bäckereien und Konditoreien, die teilweise europäischen Standard anbieten. Dort findet man neben gutem Brot auch Donuts und anderes Gebäck. Dieses Angebot sahen wir in der Form in den anderen Orten, die wir auf Kuba besuchten, nicht.

Brot und Brötchen auf Kuba in einer Bäckerei kaufen

Wo kauft man Eier, Mehl und Zucker?

Mehl und Zucker gibt es meistens im Supermarkt. Dort allerdings zu relativ teuren Preisen. Zumindest gab es in den Supermärkten in Havanna nur eine Sorte Mehl, die das Kilo 2,59 CUC hätte kosten sollen. In Trinidad lag der Preis für ein Kilo Mehl bei 1,00 CUC (Stand: Mitte/Ende November/AnfangDezember 2018). Eier fanden wir in keinem der Supermärkte. Wie wir auf Nachfrage erfuhren. gibt es die nur in „Bodegas“. Dort gibt es auch Zucker und Mehl in riesigen Säcken zu einem deutlich günstigeren Kilopreis.

Einziger Haken. Als Ausländer oder Tourist kann man dort die Produkte nicht kaufen, da diese nur für Kubaner gedacht sind. Um an die Produkte zu kommen, braucht man eine sogenannte „Russian Card“. Wenn ihr also Eier haben möchtet, könnt ihr einen Kubaner fragen, ob er euch gegen Bezahlung welche mitbringt. Allerdings darf er auch nur eine bestimmte Menge einkaufen. Wenn er diese für den Eigenbedarf benötigt, schaut es schlecht für euch aus.

Wo kauft man Fleisch und Fisch?

Wie so oft in Kuba, hängt das stark vom Ort ab. Hühner- oder Schweinefleisch fanden wir generell auf den Wochenmärkten und teilweise in den kleinen Supermärkten. Dort waren die Produkte allerdings schnell ausverkauft und manchmal dauerte es Tage, bis wieder Nachschub kam. Dadurch, dass die Nachfrage nach bestimmten Fleischprodukten generell hoch ist, konnten wir korrupte Verkäufer beobachten, die uns den Verkauf der Produkte verweigerten und diese für Kubaner zur Seite legten.

Beispiel: Als wir in Trinidad waren, wollten wir eine Tüte Hühnerschenkel kaufen. Obwohl wir in der Schlange standen, wurden immer zuerst die Kubaner bedient. Als wir uns endlich ein Gehör verschafften, wurden uns die Hühnerschenkel vorenthalten. Natürlich war das pure Diskriminierung.

Was Fisch angeht, fanden wir in den Supermärkten kaum Angebot, auf den Märkten überhaupt keines. Obwohl Kuba von Meer umgeben ist, wird fast kaum Fisch verkauft. Den einzigen Fisch, den wir in einem Supermarkt sahen, war ein importierter Lachs für 60 Euro. Wenn man nicht selbst angeln geht, dann wird es schwer, an Fisch zu kommen. Wenn man nicht darauf verzichten möchte, kann man in Restaurants danach Ausschau halten.

Tipp: Wir würden euch empfehlen, das Fleisch auf den Märkten zu kaufen. Dort interessiert es die Metzger nicht, ob ihr Touristen seid oder nicht. Für Deutsche werden die Hygienestandards ein wenig befremdlich sein, denn das Fleisch ist nicht gekühlt und liegt einfach so auf dem Verkaufstresen. Deshalb würden wir euch dringend empfehlen, das Fleisch sehr früh am Morgen zu kaufen, da es zu der Zeit frisch angeliefert wird. Sucht euch das Fleischstück unbedingt selbst aus, Geruch und Farbe müssen stimmen, und ihr solltet es unbedingt gut durchbraten.

Fleisch in Kuba kaufen

Wo kauft man Wasser zum Trinken?

Wie wir von einheimischen Kubanern erfuhren, kocht sich der Durchschnittskubaner das Wasser aus dem Wasserhahn entweder ab oder trinkt es einfach so. Das Wasser ist sehr kalkhaltig. Deshalb sollte man das Wasser aus dem Wasserhahn als Tourist nicht trinken, da unser Magen nicht daran gewohnt ist.

Wasser aus der Flasche, so wie wir es kennen, ist in vielen Geschäften Kubas Mangelware. Für uns war es oft sehr schwer zu finden und wenn wir was fanden, war häufig nur noch eine Flasche da. Eine 1,5 l-Flasche Wasser kostet eigentlich 0,70 CUC! In den Touristenorten kostete sie oft 1,50 CUC und in den Casas 2,00 CUC.

Man findet das Wasser entweder an den Tankstellen oder in den Supermärkten. Jedoch sollte man sich nicht darauf verlassen, dass jeder Supermarkt Wasser anbietet. Häufig findet man dort nur Softdrinks wie Cola und Limonade. Auch Bier und Rum fanden wir immer in den Regalen. Wasser hingegen war häufig Mangelware. Dazu müssen wir sagen, dass es für uns in keinem anderen Land, das wir bis jetzt bereist haben, so problematisch war, Trinkwasser in Flaschen zu finden wie in Kuba!

Wo kauft man Alkohol wie z.B. Rum oder Bier?

Alkohol war das einzige Produkt, das man fast an jeder Ecke zu kaufen bekam. Wir waren erstaunt, dass man zwar Schwierigkeiten hatte, normale Produkte zum Essen zu finden, aber Alkohol überall verkauft wurde. Rum in Flaschen, Bier in Dosen und sogar Wein fand man in jedem kleinen Supermarkt oder an den kleinen Tankstellen. An den Wochenenden sahen wir sogar, dass LKWs in die Orte fuhren und Alkohol zu sehr günstigen Preisen an die Bevölkerung verkauften.

Wer guten Rum kaufen möchte, der sollte sich diesen nur in offiziellen Geschäften kaufen und niemals bei kleinen Verkäufern oder von der Straße, da hier gerne betrogen wird, was die Qualität betrifft. Das Gleiche gilt natürlich auch für Bier!

Subventioniertes Alkohol wie Bier in Kuba

Grundregeln zum Einkaufen in Kuba

Damit der Einkauf in Kuba von Beginn an ohne größere Enttäuschungen abläuft, sollte man einige Grundregeln beachten.

  1. Augen auf beim Bezahlen, denn man wird in Kuba sehr oft übers Ohr gehauen!
  2. Die meisten Kubaner in den Geschäften lächeln nicht, sagen nicht „Danke“ oder „Auf Wiedersehen“ (jedenfalls nicht in Trinidad, Havanna, Varadero) ! Darauf sollte man sich einstellen, damit man nicht enttäuscht wird.
  3. Diskriminierungen von Touristen in den Geschäften kommt oft vor, v.a. in Trinidad machten wir diese Erfahrung.
  4. Die Verkäufer werden dir in den Supermärkten manchmal einzelne Produkte nicht verkaufen.
  5. Als Ausländer hat man in den Geschäften immer das Gefühl, dass man nicht willkommen ist. Oft werden Kubaner auch bevorzugt behandelt und Ausländer gerne ignoriert.
  6. Drängeln in Kuba ist ganz normal. Wenn du es nicht machst, kommst du nie dran.
  7. Du findest eigentlich nie alle Waren in einem Geschäft, sondern verteilt in vielen verschiedenen Kleingeschäften. Insgesamt ist die Produktauswahl sehr gering und man sollte sich darauf einstellen, im Vergleich zu seinem Einkauf in Deutschland, deutliche Abstriche zu machen.
  8. Bringe deine eigene Tasche zum Einkaufen mit, denn Einkaufstüten gibt es oft nicht (Pluspunkt für den Umweltschutz!).
  9. Geschäfte mit dem Namen „Bodega“ sind nur für Kubaner gedacht! Also nicht zu früh freuen.
  10. Gewöhne dich gleich daran, in der Schlange zu stehen. Dort wirst du oft gefragt, ob du der letzte in der Warteschlange bist.
  11. Die meisten Geschäfte lassen nur eine begrenzte Zahl an Personen eintreten und erst wenn diese den Laden verlassen haben, dürfen die nächsten rein. Bringe also viel Geduld mit.

Alles was du zum Bezahlen auf Kuba mit CUC und CUP wissen musst

Wir machten die Erfahrung, dass man beim Einkaufen in Kuba nicht mir Euro oder US-Dollar bezahlen konnte. Dafür mit den zwei kubanischen Landeswährungen CUC und CUP. An die CUC kommt man am besten, wenn man sie an einem Geldautomaten abhebt.

Wir konnten die CUC problemlos mit unserer VISA-Karte abheben. Am Flughafen gab es mehrere Geldautomaten, die man nutzen sollte, da es je nach Stadt und Lage nicht überall Geldautomaten gibt. Nicht selten waren auch Geldautomaten, an denen wir abheben wollten, leer und wir mussten es am nächsten Tag noch einmal versuchen.

Geld in einem Geldautomaten auf Kuba abheben

Wenn du lieber eine Wechselstube verwenden möchtest, dann findest du diese wahrscheinlich noch öfters als Geldautomaten. Jedoch ist der Wechselkurs niemals so gut, wie an einem Geldautomaten. Zudem solltest du beachten, dass du, wenn du US -Dollar wechselst, mehr Gebühren bezahlst, als wenn du Euro verwendest. Wechsle dein Geld nur in den offiziellen Wechselstuben und niemals bei jemandem auf der Straße, der dich anspricht. Das sind alles Betrüger!

Wie bereits erwähnt, hat Kuba zwei Währungen. Das eine sind die CUP, die von der Regierung nur an die einheimische Bevölkerung ausgezahlt wird und das andere sind die CUC, die man am Geldautomaten oder in den Wechselstuben erhält. Man kann jedenfalls mit beiden Währungen problemlos überall in Kuba bezahlen. An die CUP kommst du als Ausländer nur ran, wenn du sie als Rückgeld von den Händlern oder an den Kassen nach dem Einkauf erhältst. Alternativ kannst du auch in einer Bank deine CUC in CUP wechseln. Sei beim Wechseln in der Bank allerdings ebenfalls vorsichtig und rechne den Wechselbetrag genau aus!

Die CUC, die man aus dem Geldautomaten bekommt, sind an den US-Dollar gekoppelt und der Wechselkurs beträgt 1 CUC = 1 US$ . Der CUP, den die Einheimischen benutzen, ist an den CUC gekoppelt und der Wechselkurs beträgt 1 CUC = 24 CUP. Beim Bezahlen mit CUC und CUP sollte man vorsichtig sein, da die Einheimischen hier gerne tricksen!

Links im Bild seht ihr die CUC, auf denen charakteristisch Gebäude abgebildet sind.  Rechts seht ihr die CUP, die charakteristisch Gesichter abbilden.

Zwei Währungen in Kuba, die CUC und CUP

Fazit zum Einkaufen in Kuba

Wir rechneten zwar damit, dass es in Kuba schwer wird, an Produkte zu kommen. Allerdings dachten wir nicht, dass es so schwer und so teuer wird. Vor allem in den ersten Tagen war es für uns sehr anstrengend, an die einfachsten Produkte zu kommen, um uns einfach ein Essen zu kochen. Mit den Tagen lernten wie natürlich dazu, wo man was bekommt und was es kostet. Für das Einkaufen in Kuba braucht man viel Geduld, viel Zeit und einiges an Lehrgeld. Es ist – wie unsere Reiseerfahrung bestätigt – möglich, als Individualtourist durch Kuba zu reisen und selbst zu kochen, allerdings ist es mit einigem Aufwand verbunden.

Tipp: Wenn ihr in am ersten Tag nicht ausreichend Produkte zum Kochen findet, dann kauft euch eine „Pizza de Queso“ beim nächsten Imbiss, um den Hunger zu stillen.

Wie immer freuen wir uns über eure Kommentare und Erfahrungen zu diesem Thema.

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