Auf unserem Roadtrip durch Costa Rica entdeckten wir zufällig ein Erdhügelhaus, in das man sich einmieten konnte. Da wir noch einige Tage Zeit hatten und uns etwas Ruhe abseits des Tourismus gelegen kam, entschieden wir uns kurzzeitig dafür, uns für drei Tage in dem Erdhügelhaus in direkter Natur einzumieten. Wir waren sehr gespannt darauf, wie es sich wohl in einem Erdhügelhaus leben lässt. Wir waren schon immer Fans von alternativen Wohnmöglichkeiten und probierten schon das ein oder andere aus, aber in einem Erdhügelhaus wie ein Hobbit wohnten wir noch nie.

Das Erdhügelhaus namens „La Cusuca“ liegt am Arenal See in dem kleinem Ort Guadalajara und ist circa 50 Kilometer von La Fortuna entfernt. Es war nicht schwer zu finden, da Google Maps die Lage genau kannte und uns dahin führte. Zuerst mussten wir von der Hauptstraße auf einen Schotterweg abbiegen und diesem circa 500 Meter folgen, bis eine weitere Einbiegung zum Grundstück, das links und rechts mit Palmen bewachsen war, führte. Da das Haus vom Hügel aus überhaupt nicht zu sehen war, fragten wir uns schon, ob wir hier richtig waren. Aber als ich aus dem Auto ausstieg und mich umsah, entdeckte ich das Haus eingebettet in den Hügel. Ein Traum!

Erdhaus in Costa Rica

Das Erdhügelhaus von außen

Wir waren ziemlich begeistert als uns die Hausverwalterin die Schlüssel übergab und uns das Erdhügelhaus erkunden ließ. Wir fühlten uns wie in die Kindheit zurückversetzt. Selten hatten wir so einen Spaß beim Umzug. Das Haus lag fast komplett unter der Erde und nur die vorderen großen Fenster hatten eine Sicht auf den Garten.

Erdhügelhaus in Costa Rica

Als wir das Haus umrundeten, bemerkten wir ein großes Loch direkt in der Erde, welches außen herum mit Blumen umsäumt war. Das Loch sorgte dafür, dass mehr Licht in das Innere des Hauses strömen konnte. Das war einfallsreich, denn obwohl sich das Haus in der Erde befand, war es durch dieses ca. zwei Quadratmeter große Lichtloch im Inneren ziemlich hell.

Erdhaus mit Lichtloch in der Mitte

Auffallend war auch die wirklich gut gepflegte Grünanlage, die das Haus umgab und es so zu einem kleinen Paradies machte. Von der anderen Seite hatte das Erdhügelhaus eine Art Wölbung, die aus dem Boden herausragte.

Erdhaus umgeben von grünen Pflanzen

Egal von welcher Seite man das Erdhügelhaus betrachtete, es sah immer irgendwie anders aus. Was jedoch immer gleich blieb, war das runde und kurvige Design, das sich durch das ganze Haus zog. Der Garten mit all den exotischen Pflanzen war ebenfalls allgegenwärtig.

Garten um das Erdhügelhaus

Die große Terrasse und ein Sonnensegel

Der Architekt des Erdhügelhauses setzte einscheinend alles daran, dass das Haus viel Licht ins Innere bekam und baute deshalb auch eine tolle Terrasse mit einem riesigen Sonnensegel.

Sonnensegel an der Haus Terrasse

In Verbindung mit dem Garten sah das Sonnensegel ganz nett aus und lud zum Verweilen im Garten oder auf der Terrasse ein. Das Sonnensegel beziehungsweise die Überdachung war aus Metall und Plastik gefertigt.

Erdhaus mit Terrasse

Außenbereich des Erdhügelhauses

Das Innere des Erdhügelhauses

Nachdem wir das Äußere des Erdhügelhauses entdeckt hatten, ging es in das Innere des Kaninchenbaus. Vom Parkplatz aus mussten wir über die Treppe hoch zum Eingang des Hauses. Auf den ersten Blick sah man von unten gar nicht, dass es sich um ein Erdhügelhaus handelte. Doch das begrünte Dach verriet es.

Eingang zum Erdhaus

Das Haus war von innen genauso mit dem Garten verbunden wie von außen. So war der wunderschöne Garten auch im Hausinneren immer präsent und vermittelte einem ein Gefühl der Ruhe und Entspannung.

Aussicht von Innen aus den Erdhaus

Das Erdhügelhaus hatte innen eine interessante Aufteilung. Es hatte drei voneinander getrennte Räume, die jedoch nur durch eine rundgeformte Mauer, von circa einem Meter Höhe geteilt war. Auf der einen Seite hatte man das Gefühl, in einem anderen Raum zu sein und auf der anderen Seite dennoch mit allen Räumen durchgehend verbunden zu sein. Das abgerundete Design war auch innen allgegenwärtig und gab dem Ganzen eine positive Note.

Erdhügelhaus im Innern

Die Küche im Erdhügelhaus

Die Küche war ebenfalls gut durchdacht. Entlang der Wand erstreckte sich ein gemauerter Tresen, der enorm viel Platz bot, um Essen vorzubereiten. Das Besondere waren die Fenster, die man einfach zur Seite schieben konnte und somit seine Gäste direkt von der Küche aus bedienen konnte. Die Küche war gut für Gäste geeignet.

Küche im Erdhügelhaus

Der Esstisch befand sich direkt in der Küche. Insgesamt war die Ausstattung ziemlich einfach gehalten, was das Haus nicht weniger sympathisch machte. Natürlich hätte man die Innenausstattung noch viel mehr an das runde Design anpassen können, jedoch war es anscheinend in so einem Land wie Costa Rica nicht einfach, die passenden Möbelstücke zu finden bzw. zu bestellen. Die einzige Lösung wären hier teure Maßanfertigungen gewesen. Da der Architekt und gleichzeitig auch der Hauseigentümer jedoch bereits über 70 Jahre alt war, hatte er es bei der Einfachheit gelassen.

Küche und Essraum im Erdhaus

Das Schlafzimmer im Erdhügelhaus

Das Schlafzimmer war ebenfalls mit den ganzen anderen Räumen verbunden und nur durch eine kleine Zwischenwand von halber Höhe getrennt. Die Einrichtung war genau wie in der Küche ziemlich einfach gehalten. Das Besondere am Schlafzimmer waren die vielen Fenster, die unglaublich viel Licht hereinließen und vom Bett aus auch einen super tollen Ausblick auf den grünen, mit Pflanzen geschmückten Garten gaben.

Schlafzimmer im Erdhügelhaus

Hinter dem Schlafzimmer befand sich noch ein weiter kleiner Stauraum beziehungsweise ein begehbarer Schrank, der sicherlich bei jeder weiblichen Person die Herzen höher schlagen lässt. Die Decke war wie auch in den anderen Räumen komplett mit Bambus verkleidet, was dem Ganzen einen angenehmen tropischen Effekt gab und auch zu Costa Rica passte.

Schlafzimmer im Erdhaus

Wie bereits erwähnt, konnte man von jedem Zimmer nicht nur den wunderschönen Garten erblicken, sondern auch die tolle Tierwelt Costa Ricas. So konnten wir jeden Morgen dutzende Kolibris vom Bett aus beobachten, wie sie den leckeren Nektar von den Blumen ernteten. Ein toller Anblick!

Kolibri in Costa Rica

Die Toilette im Erdhügelhaus

Der Baderaum war anders, als wir es gewohnt waren. Denn das Waschbecken, die Toilette und die Dusche befanden sich in einem Bereich des Hauses, jedoch jeweils in getrennten Räumen voneinander. So war zwar alles beisammen, aber dennoch getrennt. Das Besondere am Duschraum war, dass er eine Glastür nach draußen in das Lichtloch hatte. Das Lichtloch von dem wir vorher berichtet hatten, war dafür verantwortlich dass der Baderaum gut hell war.

Badezimmer im Erdhaus

Das Erdhügelhaus bei Nacht

Bei Dunkelheit sah das Erdhaus von außen nicht weniger gut aus! Im Gegenteil: So konnte man noch mehr Details erkennen als vorher. Da das Haus ziemlich abgelegen war und keine Nachbarn im vorderen Bereich hatte, hatte man genug Privatsphäre und musste die Fenster nicht schließen.

Erdhaus bei Nacht

Die Umgebung Arenals beim Erdhügelhaus

Das Erdhügelhaus ist schon etwas Tolles, aber auch die Umgebung, in der es gebaut wurde, kann sich sehen lassen. Costa Rica Erfahrene kennen bestimmt die Lage in der Nähe des Arenal Sees und des weltberühmten Vulkans. Die Natur ist atemberaubend und von Nationalparks umgeben. Dort findet man nicht nur Affen, Tukane, Faultiere und Kolibris, sondern bei Glück auch ab und zu wilde Pumas und andere Katzen. Am Arenal See hat man die Möglichkeit einfach zu verweilen oder irgendeinem Wassersport nachzugehen. Wer nichts von dem mag, kann auch einfach in dem weltberühmten „Café Macadamia“ etwas zu sich nehmen und die Aussicht auf den See und den Vulkan genießen.

Arenal See in Costa Rica

Fazit zum Erdhügelhaus

Da wir bis jetzt fast ausschließlich in normalen Behausungen lebten, war das Erdhügelhaus für uns ein besonderes Erlebnis und bewirkte bei uns den ein oder anderen Aha-Effekt. Wir dachten immer, dass so eine Erdhaus im Inneren ziemlich dunkel sein muss, aber dem war nicht so. Im Gegenteil: Es war es so angelegt, dass mehr Licht ins Haus strömte als in einem gewöhnlichen Einfamilienhaus in Deutschland. Auch von der Belüftung her war es besser als erwartewt. Klar konnte man ab und zu den Geruch der Erde wahrnehmen, aber das machte das Erdhügelhaus ja auch aus. Besonders gut gefiel uns der Garten, der das Erdhaus zu etwas noch Besondererem machte und einen in eine Art Märchenlandschaft versetzte. Im Großen und Ganzen fühlten wir uns sehr wohl in diesem Erdhügelhaus und könnten uns sehr gut vorstellen, in so einem auch mal in Zukunft zu leben oder ein eigenes zu bauen.

Die Zeit im Erdhügelhaus war eine gute Erfahrung und sorgte für die nötige Erholung. Dennoch wurde es Zeit, weiter Richtung Pazifischen Ozean zu reisen. Denn dort wollten wir die vom Aussterben bedrohten Lederschildkröten beobachten. Was wir dort erlebten, könnt ihr im nächsten Artikel nachlesen.

Lage und Buchung der Unterkunft

Die vorgestellte Unterkunft im Wohncontainer könnt ihr über Airbnb buchen. Wenn ihr noch kein Konto dort habt, dann registriert euch über diesen Link und erhaltet einen: Airbnb Gutschein von circa 30 Euro. Wenn ihr bereits Mitglied seid, dann könnt ihr die Unterkunft von German hier buchen: THE CUSUCA , home for rent at Lake Arenal

Kommentare und Literatur

Im Folgenden findet ihr einige ausgewählte Literatur zu alternativen Häusern:

*Weitere Informationen über die Produkte erhält man durch einen Klick direkt bei Amazon

Wie immer freuen wir uns über eure Kommentare und Erfahrungen zu diesem Thema.

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Karin & Uwe
Gast
Karin & Uwe

Gefaellt mir sehr gut!

Tobias
Gast

Hallo,
sehr schick. Was kostet da denn so eine Nacht?