Auf unserer Liste der Tiere, die wir unbedingt sehen wollten, blieb nur noch der Ara übrig, den wir auf unserem Roadtrip irgendwo finden mussten. Nach kurzer Recherche wussten wir, dass es diese Papageien-Art im National Park Manuel Antonio, im National Park Carara und im National Park Corcovado zu sehen gab. Es lag also nahe, dass die Vögel sich im ganzen südlichen Gebiet verstreut haben und man wahrscheinlich gar keinen Nationalpark brauchte, um dieser schönen Papageien-Art zu begegnen.

Unser Roadtrip ging also von Playa Grande aus Richtung Süden an der pazifischen Küste entlang. Hier gab es zwei Möglichkeiten. Man konnte entweder den normalen Landweg nehmen oder mit der Fähre von Puerto Jimènez einen Teil abschneiden, den man dann nicht fahren musste. Wir entschieden uns für den Landweg, weil es schneller ging und wir unterwegs noch einige Krokodile sehen wollten.

Die Route und die Landschaft waren so, wie wir es von Costa Rica bereits gewohnt waren. Die Landschaft änderte sich alle paar Kilometer vom Trockenen ins üppige Grün, dann mal in Felslandschaften, dann erschienen wiederum Gebirge mit wunderschönen Flüssen, begleitet von einer tollen Tierwelt. Eines der ersten Highlights unterwegs nach Süden waren nicht die Aras, sondern die Krokodile an einer Brücke.

Krokodile am River Tarcoles in Costa Rica

Eine beliebte und kostenlose Attraktion ist die Brücke am Fluss Tarcoles, die entlang der Route 34 liegt und auch den Anfang des Nationalparks Carara bildet. Man kann diese Brücke, unter der Krokodile (Allegatoren) schwimmen, kaum verfehlen, wenn man Richtung Jacò und Playa Hermosa fährt. Wir wussten auch nicht genau, wo die Krokodilbrücke war, aber als wir an einer Brücke vorbeifuhren und dutzende aufgeregte Touristen mit Kameras sahen, die von der Brücke aus etwas fotografierten, wussten wir, dass wir die Krokodilbrücke gefunden hatten.

Krokodile unter der Brücke in Costa Rica

Um die Krokodile zu sehen, hält man einfach vor der Brücke links oder rechts an der Straßenseite an und läuft zu Fuß zur Brücke, um die Tiere zu beobachten. Im Fahrzeug sollte man keine Wertgegenstände zurücklassen und das Auto ebenfalls gut abschließen, um es vor Diebstahl und Einbruch zu schützen. Diese Regel gilt eigentlich für ganz Costa Rica! Als wir unser Auto an der Brücke abstellten, war zusätzlich eine Polizeistreife vor Ort, damit die Fahrzeuge der Touristen sicher waren.

Die Krokodile waren schnell gefunden. Man musste nur einen Blick von der Brücke zum Fluss werfen und schon sah man die Krokodile, die sich auf einer Sandbank in der Sonne sonnten.

Krokodile unter der Brücke in Costa Rica

Einige waren im Wasser, einige am Ufer und andere rissen ihr Maul auf, um Insekten einzufangen, mit denen sie wiederum im Wasser Fische anlockten, die sie fressen konnten.

Krokodile in Costa Rica

Was passieren könnte, wenn man von der windigen Brücke ins Wasser fallen würde, konnten wir uns gut vorstellen als einem Touristen eine Plastikflasche von der Brücke fiel. Innerhalb von Sekunden schnappte sich ein Krokodil die Flasche und zerbiss diese in Fetzen und zog damit auch die Neugierde der anderen Krokodile auf sich, die ebenfalls in Bewegung versetzt worden waren und zur gleichen Stelle schwammen, um etwas von der „Beute“ abzubekommen. Wir waren froh, nicht an Stelle der Plastikflasche gewesen zu sein.

Krokodil mit Plastikfalsche in Costa Rica

Nach unserem Halt bei den Krokodilen setzten wir unseren Roadtrip fort, um die Aras zu suchen, die in diesem Gebiet zuhause waren. Dabei blieben wir so lange erfolglos, bis wir aus Zufall an einem Strand anhielten, der auf unserem Weg lag.

Hellrote Aras (macaw) in Costa Rica

Etwa zehn Kilometer südlich der Krokodilbrücke gibt es einige aneinander gereihte Strände, an denen man für eine Pause locker halten kann oder auch gleich den ganzen Tag dort verbringen kann. Einer der Strände hieß „Playa Galardonada“. Wir spazierten nicht einmal fünf Minuten am Strand entlang, als das typische Gekreische der Aras aus der Ferne zu hören war.

Ara macaw in Costa Rica

Die hellroten Aras (Ara macao) flogen meistens in kleinen Gruppen oder als Pärchen herum und suchten sich Bäume mit Früchten, die sie fressen konnten. Die größten Papageie der Welt, die ca. 90 cm groß sind und rund einen Kilogramm wiegen sahen wir beide schon in Zoos, aber in freier Wildbahn war es etwas Besonderes und ein unvergessliches Erlebnis für uns als Tierliebhaber.

Ara bei der Paarung in Costa Rica

Man fand die AraS vor allem in ihren Lieblingsbäumen, in denen sie mit Leidenschaft die Früchte des Baumes sammelten und die Kerne herausholten. Man musste sich den Papageien mit Sorgfalt nähern und am besten ein gutes Objektiv dabei haben, denn beim kleinsten Geräusch flogen die Tiere davon.

Ara in Costa Rica auf Bäumen finden

Wir waren froh, dass wir die Aras in dieser Gegend entdeckten, da wir uns in unmittelbarer Nähe zu diesem Strand auf einem Berg nahe des Dschungels ein Haus mit Meerblick gebucht hatten. Wir hatten uns das Haus extra ausgesucht, um die Tiere beobachten zu können. Und das Haus war viel besser als erwartet. Es war fast wie ein Strandvilla mit einem riesigen Balkon, von dem aus man die Aras beim Kaffee trinken beobachten konnte. Hier könnt ihr nachlesen, wo und wie das Haus war: Costa Rica: Das Ara Haus nahe des Dschungels und des Ozeans

Hinweis: Die wunderschönen Ara Papageie sind vom Aussterben bedroht, weshalb die Tiere Unterstützung und Hilfe benötigen. Wie du den Tieren vor Ort oder auch von zu Hause aus helfen kannst, kannst du bei aramanzanillo.org oder macawrecoverynetwork.org erfahren.  Diesen beiden Projekten haben wir es zu verdanken, dass sich in Costa Rica die Aras wieder ausbreiten.

Leguane, Krabben, Einsiedlerkrebse und Reifenspuren

Neben den Aras und den Krokodilen lebten in der Gegend noch Affen, Leguane, Pelikane, Geier und viele lustige Einsiedlerkrebse. Wir waren wortwörtlich im Tierparadies gelandet und brauchten gar keinen Nationalpark mehr. Wir entschieden uns, die restliche Zeit in Costa Rica hier zu verbringen und von hier aus die restliche Gegend zu erkunden.

Leguane in Costa Rica

Direkt vor unserer Unterkunft beziehungsweise auch auf dem Grundstück lebten diese wundervollen Tiere. Die Leguane verbrachten den ganzen Tag damit, sich in der Sonne zu sonnen. Es gab die Leguane sowohl in gelbgrün als auch in türkis schimmernden Farben.

Wir sahen schon viele Leguane, u.a. auch in Australien, aber die hier in Costa Rica waren einem Gozilla am ähnlichsten. Man konnte diese Tiere fast überall in Costa Rica vorfinden.

Leguane in Costa Rica

Hier ist ein anderes Exemplar, das eher eine blaue Farbe hat. Diese konnten wir zu Dutzenden vor allem auf den Baumstämmen beobachten.

Leguan aus Costa Rica

Einsiedlerkrebse in Costa Rica

Das Zweite, was wir entdeckten, waren die vielen Einsiedlerkrebse am schönen schwarzen Sandstrand, der nicht weit von unserer Unterkunft war. Viele dieser Einsiedlerkrebse rannten am Strand herum, einige gönnten sich jedoch auch eine Ruhepause wie dieser hier.

Einsiedlerkrebs in Costa Rica am Strand

Man musste mit dem Finger die Muschel nur leicht anstupsen, dann kam der Einsiedlerkrebs heraus, um nach dem Rechten zu sehen. Dabei waren die Einsiedlerkrebse je nach Charakter auch gute Verteidiger, die sich und ihr Haus mit vollem Einsatz verteidigten, indem sie einem zwickten.

Einsiedlerkrebs in der Muschel in Costa Rica

Besonders Lisa, meine Freundin, schloss diese Tierchen in ihr Herz und würde meiner Meinung nach am liebsten selbst zum Einsiedlerkrebs werden. So hätte sie ihr Haus immer dabei. Spaß bei Seite! Hier sind nun einige Bilder der Tiere.

Einsiedlerkrebs aus Costa Rica

Krabbe am Strand von Galardonada in Costa Rica

Aber nicht nur die Einsiedlerkrebse hatten den Strand in ihrer Hand, sondern auch die Krabben, die wir bereits in Playa Grande beobachten konnten. Besonders auffallend waren bei diesen die herausstehenden Augen, die wie Antennen in die Höhe ragten. Bei der kleinsten Gefahr flitzten die Krabben in das nächste sichere Loch, das sie sich für so einen Ernstfall gegraben haben. Hier ist so eine Krabbe.

Krabbe am Strand in Costa Rica

Tödliche Gefahr für die Tiere am Strand

Wir verbrachten bereits einige Stunden am Strand und beobachteten die Tiere. Der Strand war eigentlich menschenleer und nur wenige Touristen verirrten sich hierher. Der Strand war friedlich, bis ein Tour-Guide mit einigen Touristen auf Quads am Strand herumrasten. Was den Touristen Spaß machte, bedeutete für Hunderte von Tieren am Strand einen sinnlosen Tod. Die viele Krebse und Krabben wurden unter den Quadreifen zerdrückt. Wahrscheinlich war es den Touristen gar nicht bewusst. Dennoch war es wieder einmal ein Beispiel dafür, wie oft Touristen der Natur einen erheblichen Schaden zuführen, um nur zehn Minuten Spaß zu haben.

Quad am Strand Costa Rica

Das ganze Theater mit den Quads ging dann alle paar Minuten hin und her. Hunderte von Reifenspuren durchzogen Kilometerweit den Strand.

Tödliche Reifenspuren am Strand für die Tiere

Umgeben vom Dschungel und Wasser

In der Gegend um Galardonada gab es aber nicht nur die Aras und insgesamt die Tierwelt zu bestaunen, sondern auch die Landschaft war ein wahres Paradies. Von super tollen Sonnenuntergängen bis zu unglaublichen Aussichtspunkten auf das Meer und den Dschungel war alles dabei.

Sonnenuntergang am Strand in Costa Rica

Wir liebten es abends mal nichts zu tun und einfach am Strand spazieren zu gehen und den Sonnenuntergang zu bestaunen. Das Hinterland hatte eine üppige Vegetation mit einem sehr dichten Dschungel und vielen tollen tropischen Pflanzen.

Pflanzen aus dem Dschungel

Man konnte direkt hinter unserem Haus den Berg hoch wandern und hatte eine super Aussicht, sowohl über die Strände und das Meer als auch über den grünen undurchdringbaren Dschungel.

Pazifik Ausblick Costa Rica

Selten haben wir auf unseren Reisen einen so verwachsenen Dschungel gesehen, wie hier von diesem Hügel aus. Es war einfach eine grüne Landschaft mit tausenden verschiedenen Gewächsen, die nur so vor Leben pulsierte. Der Gesang der Vögel und sonstiges Tiergeschrei drängte immer wieder aus dem Dschungel. Pura Vida!

Tiefer Dschungel Costa Ricas

Den Spaziergang macht man am besten morgens, da ist die Luft noch frisch und es ist nicht so heiß. Denn bereits auf dem Rückweg gegen neuen Uhr morgens, wurde es langsam schwül und der Schweiß zog sofort irgendwelche Mücken an, die einem ziemlich zusetzen konnten.

Baum des Lebens im Dschungel

Vom Dschungel aus konnte man direkt an den unteren Strand gelangen und den Fischern bei ihrer Arbeit zuschauen. Jeden Morgen und jeden Abend fuhren die Fischer mit ihren Fischerbooten raus, um frischen Fisch zu fangen, den sie dann am Straßenrand oder an die umliegenden Restaurants verkauften.

Fischer am Strand in Costa Rica

Fazit zu den Aras, zum Strand Galardonada und der Umgebung

Die Gegend am und um den Strand Galardonada war ein Volltreffer auf unserem Roadtrip. Wir sahen viele Ara-Pärchen, die täglich nach neuem Futter in den Bäumen suchten. Wir sahen Affen in den Bäumen und viele interessante Strandtiere, denen man stundenlang zuschauen konnte. Wir verbrachten nicht nur Stunden an einsamen, wunderschönen Stränden, an denen es kaum Tourismus gab, sondern besuchten auch immer wieder mal die Krokodile unter der Brücke oder machten einen Abstecher nach Jacò oder Playa Hermosa, das ebenfalls nur einige Kilometer von uns entfernt lag. Sollten wir wieder nach Costa Rica kommen, dann werden wir definitiv wieder einige Tage und Nächte an diesem Ort samt seiner Umgebung verbringen!

Im Folgenden findet ihr einige ausgewählte Literatur zum Reisen in Costa Rica.

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