Chichén-Itzá, das ist wohl die bekannteste Maya Pyramide auf der Halbinsel Yucatan in Mexiko. Keine andere Maya Pyramide wird auf Yucatan so oft beworben wie diese. Bereits bei der Ankunft am Flughafen oder in den typischen Touristenorten wie Cancun, Playa Del Carmen oder Tulum wird einem Chichén-Itzá von den Tour-Anbietern auf der Straße unter die Nase gerieben.

Ehrlich gesagt wussten wir zwar von den Maya und ich habe sogar ein ganzes Buch über diese Bevölkerungsgruppe gelesen, aber von Chichén-Itzá hatten wir vor unserer Ankunft in Mexiko noch nie etwas gehört. Das musste sich ändern! Da wir uns auf unserem Roadtrip sowieso in Valladolid befanden, war ein Abstecher nach Chichén-Itzá natürlich auch drin.

Chichén-Itzá: Anfahrt, Parken und Eintrittspreise

Von der charmanten Stadt Valladolid aus waren es nach Chichén-Itzá circa 45 Kilometer Fahrt, also nur ein Katzensprung bis zur berühmten Pyramide. Wir hätten auch von Tulum aus Chichén-Itzá erreichen können, jedoch hätten wir dann 150 Kilometer am Stück fahren müssen. Bei den dortigen Straßenverhältnissen eine Menge.

Deshalb entschieden wir uns, von Valladolid aus unsere Trips zu starten und sowohl Chichén-Itzá als auch Cobá zu besuchen und uns für jede Ruinenstätte einen Tag Zeit zu nehmen. Das war im Nachhinein eine gute Entscheidung, da wir dadurch ausgeruht und ohne großen Stress die schönen Maya Pyramiden entdecken und betrachten konnten. Zudem war die Anfahrtszeit von Valladolid aus optimal. Einen Tag vorher informierten wir uns ein wenig über die Eintrittspreise, Parkgelegenheiten und die besten Besucherzeiten, damit wir unseren Roadtrip dahin so angenehm wie möglich gestalten konnten.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

So kam es, dass wir den Tipp von anderen Reisenden beherzigten und an dem Tag, an dem wir Chichén-Itzá besuchten, sehr früh morgens losfuhren, um pünktlich am Einlasstor zu stehen. Dies hatte den Vorteil, dass wir vor den vielen anderen Touristen, die mit dem Reisebus gegen 10 Uhr morgens antrafen in Ruhe unsere Fotos von der Pyramide knipsen konnten. Ein weiterer Vorteil war, dass morgens die Sonne noch nicht so stark schien und man dadurch bequem die Pyramiden entdecken konnte.

Die Fahrt nach und das Parken bei Chichén-Itzá

Die Fahrt von Valladolid aus nach Chichén-Itzá war sehr gut ausgeschildert. Wir meisterten die Strecke mit unserem kleinen gemieteten Chevrolet Spark ohne Probleme. Bei der Ankunft auf dem Gelände gab es sowohl Parkplätze für große Touristenbusse als auch für ganz normale Fahrzeuge. Das Parken hatte uns umgerechnet ca. 2 Euro (30 Pesos) gekostet und war auch sehr sicher.

Tipp: Man muss nicht auf dem Parkplatz parken, sondern kann sein Fahrzeug auch vor der Einfahrtsschranke links oder rechts am Straßenrand abstellen. Wie sicher die Autos dort sind, können wir allerdings nicht sagen.

Chichén-Itzá – Eintrittspreise

Der Eintritt zum Komplex war nicht zu übersehen. Der Eingangsbereich war übersichtlich und alles war sehr professionell organisiert. Etwas erstaunt hat uns, wie stark man auf die Massen ausgerichtet war. Vor dem Eingang saßen bereits links und rechts Markverkäufer und boten Touristenkram an. Decken, Sonnenhüte, Pfeifen und Holzschnitzereien, um nur einiges aus ihrem Sortiment zu nennen. Es war wie an fast allen Orten, an denen sich viele Touristen versammeln. Man bekommt alles, nur keine Ruhe ;-).

Wir kauften jedenfalls erst einmal nichts und gingen direkt zum Eingang. Der Eintritt kostete uns pro Person umgerechnet ca. 12 Euro bezahlt. Das waren 242 Pesos im Oktober 2018. Mittlerweile (Anfang 2019) soll der Eintritt 440 Pesos pro Person kosten, also das Doppelte. Direkt nach dem Eintritt fanden wir Toiletten, Souvenir-Shops, Snackbars und viele Tourguides, die uns eine Führung anbieten wollten. Wir lehnten dankend ab und machten uns auf eigene Faust auf den Weg.

Fotos von der Kukulcàn Pyramide ohne Störenfriede

Das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt. Denn wir waren mit die Ersten an der Kulkulcàn Pyramide. Das war auch unser Ziel, denn wir wollten ein Foto von der Pyramide knipsen, ohne dass andere Touristen durch das Bild rannten. Dazu hatten wir jetzt nur noch einige Minuten Zeit, denn wir sahen, dass hinter uns bereits Heerscharen von Touristen ankamen.

Die  Kukulcàn Pyramide Chichén-Itzá war mit ihren 30 Metern Höhe beeindruckend. Es war nicht nur die Höhe, sondern auch die Bauform die einen magisch fesselte. Besonders interessant war der Schatten, der von den Stufen geworfen wurde und sich mit der Bewegung der Sonne ständig änderte. Anscheinend wurde beim Bau genau darauf geachtet, wie und wohin der Schatten laufen sollte.

Chichen Itza Maya Pyramide

Die Maya Pyramide wurde auf die Liste von UNESCO gesetzt und zählt somit zum Weltkulturerbe. Chichén Itzá wurde von den Spaniern im 15. Jahrhundert entdeckt. Es dauerte aber mehr als 300 Jahre, bis erste Archäologen begannen das Areal richtig zu untersuchten. Mittlerweile gibt es viele interessante Details dazu, aber wir möchten hier nicht weiter drauf eingehen, da es zu viel für diesen Artikel wird. Wer weitere Einzelheiten zur Geschichte und der Pyramide nachlesen möchte, der findet bei Wikipedia gute Infos dazu.

Da man seit einigen Jahren nicht mehr auf die Pyramide steigen darf, weil einige betrunkene Touristen von dieser herunter flogen, kann man nur noch drumherum laufen. Wir machten einen Rundgang um die Pyramide, schauten uns interessiert den Komplex an und konnten uns nur in unserer Fantasie ausmalen, was sich hier vor Jahrhunderten abspielte. Es war eine beeindruckende Leistung, die die Menschen schon damals erbrachten.

Wir knipsten noch einige weitere Fotos von uns, als Beweis, dass wir mal da waren und gingen dann weiter, um die anderen Bauten auf dem riesigen Areal zu entdecken.

Chichen Itza in Mexiko bei den Mayas

Der Komplex Chichén-Itzá

Die Pyramide des Kukulcán war nicht das einzige Gebäude auf dem riesigen Chichén-Itzá-Areal. Daneben gab es noch sehr viel mehr zu entdecken. Es gab eine weitere kleinere Pyramide, Tempel, Cenoten und sogar einen Fußballplatz der Maya. Der gesamte Komplex war früher eine Stadt, in der tausende von Menschen lebten. Schauen wir uns also an, was wir noch so entdeckten.

Kriegertempel und die 1000 Säulen

Nicht weit von der Kukulcán-Pyramide, die dem Gott Kukulcán gewidmet war, gab es noch weitere interessante Anlagen. So fanden wir diese hundert Säulen und einen weiteren super schönen Tempel, bei dem es sich um einen Kriegertempel handeln soll.

1000 Säulen in Chichen Itza

Der Kriegertempel war zwar nicht so hoch, aber dennoch beeindruckend. Ein Rundgang um diesen lohnte sich ebenfalls, vor allem gab es dort viele schöne und schattige Bäume, die uns bei der aufkommenden Hitze willkommen waren.

Kriegertempel der Maya

Je weiter man sich von der Kukulcán-Pyramide entfernte, desto ruhiger wurde es und desto weniger Touristen traf man an. Man konnte sich irgendwo niederlassen und die mystische Atmosphäre der alten Maya in Ruhe auf sich wirken lassen.

Observatorium Caracol

Bereits die Kukulcán-Pyramide ließ erahnen, dass die Maya schon damals gute Astronomie-Kenntnisse hatten. Dies bestätigte sich, als wir den Tempel entdeckten, der dem heutigen Observatorium ziemlich ähnlich kam. Es war das Observatorium Caracol, das die Maya zur Erforschung der Sterne benutzten. Ob das dann tatsächlich so war, steht natürlich in den Sternen, aber man nimmt es an.

Observatorium Caracol

Osttor Las Monjas

Die vielen Muster und Figuren auf diesem Gebäude fanden wir ebenfalls sehr interessant. Auf den ersten Blick erkannte man nicht genau, was es ist, aber bei genauerem Hinsehen konnte man eine Gottheit über dem Tor erkennen. Hier wäre ein professioneller Führer bestimmt eine gute Investition gewesen, damit man auch mehr von den Gebäuden verstanden hätte.

Osttor Las Monjas

Totenkopfmauer der Maya

Als nächstes fanden wir diese tolle Mauer, die mit hunderten von eingeschnittene Totenköpfen  geschmückt war. Man merkte insgesamt, dass der Tod für die Maya nicht nur eine ganz andere Bedeutung hatte als für uns heute, sondern auch im Alltag ausgelebt wurde.

Totenköpfe Maya

Fußballplatz der Maya

Irgendwann kamen wir an einem Platz vorbei, der links und rechts schräge Mauern mit einer komischen Vorrichtung aufwies. Hierbei soll es sich um einen Fußballplatz gehandelt haben. Es war also eine Art Arena oder Kolosseum. Das Interessante war, so nimmt man es an, dass das Sieger-Team geopfert wurde.

Fussballplatz der Maya

Cenoten auf dem Gelände

Auf dem Gelände fanden wir neben den Tempeln und den Pyramiden auch zwei Cenoten, in denen man jedoch nicht schwimmen durfte. Dennoch waren diese interessant anzuschauen, denn wo sieht man sonst ein so riesiges Kalksteinloch gefüllt mit Wasser, das in die Unterwelt führt. Die Maya haben den Cenoten immer wieder Opfergaben gebracht, darunter nicht nur wertvolle Gegenstände aus Gold, sondern auch Menschen. Wenn ihr mehr über die Cenoten nachlesen möchtet und wissen wollt, in welchen man schwimmen kann, dann findet ihr hier weitere Infos dazu: Cenoten in Yucatan: Schwimmen im tiefblauen Wasser

Cenote Kalksteinloch in Chichen Itza

Händler und Souvenirs in Chichén-Itzá

Auf dem Gelände in Chichén-Itzá saßen fast überall Händler, die einem verschiedene Souvenirs anboten. Das eine oder andere Stück war gar nicht so schlecht und kann ein tolles Erinnerungsstück sein. Wir würden euch die Schnitzereien empfehlen, denn diese werden direkt vor Ort von den Schnitzern hergestellt und verkauft, man kann sogar zuschauen.

Schnitzereien Chichen Itza

T-Shirts mit Chichen Itza

Alte Frau verkauft Tücher in Chichen Itza

Souvenirs Chichen Itza

Maya Decken in Chichen Itza

Ruhepausen auf dem Chichén-Itzá Gelände

Dadurch dass das Gelände von Chichén-Itzá so groß ist und es ab zehn Uhr morgens richtig heiß wird, ist die Erkundung der Pyramiden, Tempel und anderen Anlagen sehr anstrengend. Deshalb solltet ihr immer wieder Pausen an einem der schattigen Plätze einlegen, so wie das Kerlchen auf dem unterem Bild es tut.

Man sollte auch unbedingt viel Wasser dabei haben, denn auf dem gesamten Gelände gibt es kaum etwas zu kaufen. Wir haben nur zwei kleine Verkäufer gesehen, die Softdrinks verkauften und das zu gesalzenen Preisen.

Wasser Chichen Itza trinken

In diesem kleinen traditionellen Maya Lehmhaus konnte man auch eine kurze Rast einlegen. Wir waren erstaunt, wie kühl es da drin war.

Afrikanisches Haus in Chichen Itza

Fazit zur Kukulcán-Pyramide und dem Chichén-Itzá Komplex

Wir waren von der Pyramide beeindruckt und hatten es nicht bereut, diese zu besuchen. Wer sich für Tempel und für die Geschichte der Maya interessiert, der ist an diesem Ort genau richtig. Aber auch für all diejenigen, die sich weniger für das Geschichtliche interessieren. Die Pyramide ist beeindruckend und zeigt einem auf, wozu die Menschen schon damals in der Lage waren. Aber vor allem zeigte es auch den Europäern, dass es vor diesen eine sehr weit entwickelte Zivilisation gab. Neben der Pyramide waren wir auch von der Größe des Geländes überrascht. Der Komplex ist gewaltig und verfügt über sehr viele andere Tempel und interessante Gebäude und kleinere Pyramiden zum Entdecken. Einige Stunden reichten jedenfalls nicht aus und man konnte hier locker einen ganzen Tag verbringen. Ganz wichtig ist es, genügend Wasser und Essen mitzunehmen, vor allem wenn man Kinder dabei hat, da es hier kaum was zu kaufen gab, abgesehen von Souvenirs.

Wie ihr beim Lesen schon bestimmt gemerkt habt, beschrieben wir die Gebäude in dem Artikel nur ansatzweise beziehungsweise erwähnten teilweise nur deren Funktion. Wenn wir die genaue Bedeutung und die Funktion jedes Maya Tempels beschrieben hätten, dann wäre der Artikel geplatzt. Deshalb verweisen wir für Interessierte auf die Literatur zur den Maya Tempeln.

Empfehlung zur Literatur

Wenn ihr mehr über die Maya Ruinen und Yucatan in Mexiko erfahren möchtet, dann seid ihr mit diesen Büchern gut bedient.

*Klickt auf die Artikel, um weitere Information dazu bei Amazon zu erhalten.

Unterkünfte in der Nähe von Chichen Itza

Wenn ihr das Areal Chichen Itza und die umliegenden Ruinen erkunden möchtet, dann empfiehlt sich eine Unterkunft in Valladolid zu mieten. Von hier aus kann man super seine Ausflüge planen und ausführen. Je nach Interesse sollte eine Woche reichen, um Chichen Itza, Ek Balam, Cobra und auch die umliegenden Cenoten zu erkunden.

AirBnB eignet sich dazu super. Da wir private Unterkünfte den Hotels bevorzugen. Hier kann man sich als neues Mitglied registrieren und ca. 30 Euro Startguthaben für die erste Buchung erhalten: Unterkunft bei Airbnb suchen

Natürlich gibt es auch Hotels in Umkreis von Valladolid. Auf dieser Webseite findet man die größte Auswahl und die günstigsten Hotels: Hotel bei booking suchen

Empfehlung zum Transport

Die meisten Touristen kommen entweder mit eigenen Mietfahrzeugen an oder mit Bussen und Taxis. Wir persönlich mieteten uns ein Fahrzeug bereits in Tulum für eine Woche. In Valladolid gab es keine Anbieter von Mietfahrzeugen.

Jedenfalls kannst du Mietautos sehr günstig durch die folgende Webseite buchen: Mietwagen bei Rentalcars suchen

Wie immer freuen wir uns über eure Kommentare und Erfahrungen zur Maya Pyramide Kukulcàn in Chichen Itza.

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Martina
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Martina

Hallo, Chichen Itza gehört zu meinen Lieblingsorten in Mexiko. Ich finde die Ruinen absolut beeindruckend. Dein Bericht macht Spaß und weckt Erinnerungen. Leider muss ich sagen, dass die Hütte nichts mit Afrika zu tun hat sondern ein traditionelles Mayahaus darstellt, das es so immer noch in Yukatan gibt. Viele Grüße