Am nächsten Morgen ratterte es sehr laut, bevor es nach Alice Springs ging. Wir wurden sofort wach und blickten halb verschlafen aus dem Fenster. Zwei gewaltige Roadtrains platzierten sich unweit unseres Campers, um die Reifen zu prüfen. Die Roadtrains sind echt gewaltig. Man könnte sagen, Monster auf Rädern, da darf echt nichts schief gehen. Ich nutzte diesen Moment, um mir die Roadtrains samt geladenen Minenfahrzeugen näher anzusehen und einige Bilder zu knipsen.

Roadtrains im Outback Australien

Als die Roadtrains weg waren, frühstückten wir und starteten unsere Weiterfahrt nach Alice Springs. Unterwegs hielten wir bei Erldunda, der Tankstelle an der Kreuzung, an. Wie schon beim letzten Mal war auch heute wieder die Hölle los. Der Laden brummte und die Tankstelle war voller Touristen.

Die Strecke zwischen der Tankstelle Erldunda und Alice Springs war gut befahren und viele Fahrzeuge kamen uns entgegen. Immer wieder sahen wir verschrottete Fahrzeuge am Straßenrand, die zurückgelassen wurden. Unser ursprünglicher Plan sah es vor, circa 50 Kilometer vor Alice Springs die Nacht zu verbringen. Da wir gut vorankamen, entschieden wir uns jedoch weiter zu fahren.

Unfallfahrzeuge im Outback von Australien

Die Kamelfarm vor Alice Springs

Einige Kilometer vor Alice Springs entdeckten wir herumlaufende Kamele. Es war ein toller Anblick.

Wilde Kamele im Outback von Australien

Dann entdeckten wir einige Kilometer weiter eine Kamelfarm. Ohne lange zu überlegen, nahmen wir die Ausfahrt. Es war eine kleine Kamelfarm mit einigen Kamelen. Dazu beherbergte die Farm einige Kängurus und Emus. Man konnte einfach kostenlos herumlaufen und sich die Tiere anschauen.

Kamelfarm in Australien Outback

Wir waren fast schon auf dem Weg in Richtung Weiterfahrt, als ein Reisebus mit einer Schulklasse ankam. Wie wir beobachteten, bereitete der Kamelfarm-Besitzer die Kamele für einen Ritt vor. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Deshalb verlängerten wir unseren Aufenthalt noch um gute 30 Minuten und hielten einige lustige Momente der Schüler beim Kamelreiten fest. Es gab viel Gelächter, als die Kamele mit den Schülern auf dem Rücken dem Kameldompteur hinterher rannten. Einzig die Kamele fanden das Ganze nicht so lustig. Man konnte es an ihrem Gebrüll hören.

Auf Kamelen reiten in Australien

An der Kamelfarm zu stoppen, war eine gute Entscheidung. Wir haben viel gelacht. Wer Kamele mag, der sollte hier Halt machen und sich eine Pause vom Fahren gönnen.

Alice Springs, der Mittelpunk in Australien

Alice Springs war die größte Stadt, die wir seit Port Augusta anfuhren. Wir verbrachten nicht viel Zeit dort, sondern nutzten im Grunde nur die Einkaufsmöglichkeiten, um unsere Vorräte aufzufüllen. Insgesamt beschäftigten wir uns im Vorfeld auch nicht viel mit Alice Springs und wussten nur, dass die Stadt im australischen Outback Ausgangsort für viele Touren war.

Alice Springs in Australien

Viele Touristen kamen dort mit der berühmten Bahn „The Ghan“ an. Die „Ghan“ ist ein Zug, der die Central Australian Railway befährt. Man kann in Adelaide einsteigen und die gesamte Strecke durchs Outback über Alice Springs bis Darwin fahren. Alternativ hat Alice Springs auch einen Flughafen.

The Ghan in Australien Zug ins Outback bis Alice Springs

Die Stadt selbst diente früher als Telegraphenstation, die man immer noch besuchen kann, wenn man sich dafür interessiert. Ansonsten gab es dort einige Supermärkte, eine Laundry, verschiedene Banken, eine Post, Werkstätte und Märkte. Die meisten Camper hielten hier, um sich mit Proviant und Benzin einzudecken, da es doch viel günstiger war als im umliegenden Outback. Wir tankten, wuschen unsere Wäsche und gingen danach noch einiges einkaufen.

Aborigines in Alice Springs

Dabei sahen wir sehr viele Aborigines. Bereits als wir in die Stadt fuhren, bemerkten wir die vielen Ureinwohner, die sich auf den Straßen herumtrieben. Unzählige saßen einfach irgendwo herum. Teils im Busch, teils auf der Straße. Das Bild der Stadt war gewöhnungsbedürftig. Uns kamen die Aborigines verloren vor, herumirrend und fast schon mitleidserregend. Viele waren betrunken und pöbelten andere Leute an. Insgesamt hatten wir den Eindruck, dass die Aborigines mit den westlichen Gesellschaftssystemen nichts anfangen konnten. Es war klar zu erkennen, dass eine Parallelgesellschaft existierte. Die Aborigines versuchten, die Touristen überhaupt die Weißen zu meiden. Eigentlich schade, denn viele Touristen zeigten großes Interesse an den Aborigines.

Wir sahen während unseres kurzen Aufenthaltes in Alice Springs nur einige Aborigines, die sich mit dem westlichen Verständnis vom Leben arrangierten. Nur wenige sahen wir ordentlich gekleidet in den Geschäften arbeiten oder mit ihren Familien einkaufen. Wir als Reisende können natürlich nur das beurteilen, was wir während unserer Aufenthaltsdauer beobachten. Es ist uns nicht möglich, in vollem Umfang die Situation der Aborigines in Australien zu beurteilen.

Alice Springs im Outback von Australien

Am selben Tag wuschen wir noch für 6 $ unsere Wäsche. Dabei hätten wir uns sowohl die damit verbundenen Kosten wie auch die damit verbundene Zeit sparen können. Denn nach dem 45 minütigen Waschgang kam die Wäsche genauso dreckig heraus, wie wir sie in die Waschmaschine legten. Nichts Neues in Australien. Denn hier sind die Waschmaschinen in den Waschsalons sehr selten gut. Die meiste Zeit taugen nichts. Auf das Trocknen verzichteten wir und beschlossen, die Wäsche einfach im Camper aufzuhängen. Warm genug war es.

Von Alice Springs zu den Devil Marbles

Danach verließen wir Alice Springs. Es war bereits Abend und bis zu den Devil Marbles waren es noch circa 400 Kilometer zu fahren. Bei den Devil Marbles wollten wir die Nacht verbringen. Natürlich hätten wir entlang der Strecke auch andere Rast- und Campingplätze nutzen können. Jedoch waren diese entweder nicht gut genug oder wir hatten ein schlechtes Gefühl. Im Vorfeld lasen wir, dass es auf diesem Streckenabschnitt sehr viele Idioten geben soll, die nachts Ärger suchten. Außerdem wurde an einem dieser Rastplätze kurz vorher ein französisches Pärchen von einem verrückten Australier angegriffen. Dabei stach der Australier dem Franzosen ins Genick. Der französische Mann starb am Rastplatz, die Frau konnte sich retten. Der Verrückte wurde erst Tage später von der Polizei gefasst.

Wie man an dieser Tat sieht, ist Australien kein Wunderland, sondern hat genauso wie jedes andere Land auch mit Kriminellen zu kämpfen. Man muss als Reisender überall vorsichtig sein und die Augen offen halten. Deshalb beschlossen wir wie gesagt, den Rastplatz bei den Devil Marbles anzufahren, da wir über diesen Rastplatz vorher nur Gutes lasen. Nach einer anstrengenden Fahrt kamen wir unversehrt an. Einige Camper hatten den Platz bereits bezogen. Kein Wunder, wir waren auch spät dran. Insgesamt war die Strecke zwischen Alice Springs und den Devil Marbles mit 800 Kilometer die längste Strecke, die wir am Stück gefahren sind. Von daher räumten wir uns für den nächsten Tag einen Ruhetag ein, um uns auszuruhen und die Gegend ein wenig zu Fuß zu erforschen.

weiterlesen… Tag 12 – Ein Ruhetag bei den Devil Marbles

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