Es folgte eine angenehm kühle und ruhige Nacht, bevor es nach Mataranka ging. Der freie Campingplatz war besser als gedacht. Selina, die wir gestern kennengelernt hatten, war schon deutlich vor uns wach und machte sich und ihren Camper für die Weiterfahrt fertig. Wir unterhielten uns noch ein bisschen mit ihr und wünschten ihr eine sichere und gute Weiterreise.

Anschließend packten wir ebenfalls unsere Sachen und machten uns auf den Weg nach Mataranka. Der Ort wurde durch seine warmen Quellen und den Roman „We of the Never Never“, der auch verfilmt wurde, bekannt. Das Haus aus dem Film steht immer noch und wurde zum kostenlosen Museum umgebaut.

Im zweiten Weltkrieg entdeckten australische Soldaten mit Hilfe der Aborigines unweit der Militärbasis die warme Quelle und hoben um die Quelle herum ein Schwimmbad aus. So konnten sie sich nach einem anstrengenden Tag im Schwimmbad erholen.

Schwimmen in warmen Quellen in Mataranka

Wir freuten uns auf diese Quelle schon seit dem Tag, als wir ins Outback gestartet sind. Denn es war die erste Möglichkeit, überhaupt wieder ins Wasser zu gehen und ein wenig zu schwimmen.

In Mataranka leben nicht gerade viele Menschen und nur die Touristen bringen Abwechslung in die Gegend. Für die Touristen wurden extra verschiedene Unterkünfte und Campingplätze eingerichtet. Die meisten Touristen halten dort allerdings nur für einige Stunden an, um sich abzukühlen. Wir blieben ein bisschen länger. Die Abkühlung tat nach all dem Schwitzen einfach viel zu gut.

Parkplatz in Mataranka

Insgesamt sind die warmen Quellen das Herz dieser Oase, die von hunderten Palmen umgeben ist. Es ist eine Art Palmendschungel und alle paar Minuten hört man einige Palmenwedel abfallen.

Palmenwald in Australien in Mataranka

Die warme Quelle mündet im nicht einmal hundert Meter entfernten „Rover River“, indem sich auch Süßwasserkrokodile tummeln. Dass es hier Krokodile gibt, konnte man den Warnschildern am Ufer entnehmen. Diese sollte man auch unbedingt ernst nehmen. Leider konnten wir diesmal keine Krokodile vom Ufer entdecken, jedoch weiß ich, dass es dort welche gibt, denn vor einigen Jahren konnte ich am selben Ort einige beobachten.

Die zweithäufigste Beschäftigung in Mataranka war neben dem Entspannen im Naturpool, das Angeln. Vor allem viele australische Touristen machten sich auf den Weg, um im Rover River nach Barramundis zu angeln. Die besten Fänge konnte man in einem Schaufenster bestaunen.

Angeln in Mataranka im Outback

Frisches Brot fault im Outback schneller

Seit unserer Ankunft in Mataranka saßen wir im Pool und bewegten uns kaum. Die Hitze draußen war viel wärmer als die warmen Quellen und im Wasser ließ es sich definitiv besser aushalten.

Nur als wir Hunger bekamen, verließen wir die Quellen und gingen zu unserem Camper, um etwas zu kochen. Dabei erlebten wir eine Überraschung. Unser am vorherigen Tag frisch gekauftes Brot war komplett verschimmelt. Wir mussten daher alles wegwerfen. Wir erfuhren einmal mehr, dass der Hitze nichts Lange standhält, was nicht genug Zucker oder Salz beinhaltet. Frische Lebensmittel – egal welcher Gruppe – muss man daher entweder kühlen oder direkt essen.

Die Hitze machte, wie so oft, auch uns zu schaffen. Wir versuchten jede unnötige Bewegung zu vermeiden und uns nur auf das Kochen zu begrenzen. Obwohl wir keine Lust zum Kochen hatten, essen mussten wir. Denn die Energie braucht der Körper um bei Laune zu bleiben. Nachdem jeder von uns einen Teller mit Nudeln verputzt hatte, waren wir froh, als wir wieder im Pool saßen und uns abkühlen konnten.

Eine Nacht mit Insekten im Busch

Erst gegen Abend verließen wir die warmen Quellen und suchten uns einen freien Campingplatz, der circa 15 Kilometer von Mataranka entfernt war. Drei weitere Campingfahrzeuge hatten sich dort bereits niedergelassen. In dem einen Wohnmobil sahen wir einen alten Mann. Die anderen beiden Camper-Vans waren von junge französischen Backpackern bewohnt.

Als wir uns für die Nacht positionierten, machten wir einen entscheidenden Fehler und schauten nicht auf den Boden. Als wir einige Minuten später im Bett lagen fingen Ameisen an über unsere Bettdecke zu krabbeln. Zuerst dachten wir, dass wir sie unterwegs irgendwo eingefangen haben. Als es jedoch immer mehr wurden, wurden wir skeptisch und ich stieg mit einer Taschenlampe nach draußen. Wie ich bemerkte, stand unser Camper auf zwei Ameisennestern. Zuerst checkte ich die Reifen, um zu prüfen, ob die Plagegeister über die Reifen in den Camper krabbeln. Aber dem war glücklicherweise nicht so.

Nach weiterer Inspektion entdeckte Lisa, dass die Ameisen durch das Fliegennetz am Fenster in den Bus krabbelten. Wir schlossen die Fensterscheibe, knipsten das Licht an und töteten alle Ameisen. Die im Bett und auch die, die durch den Camper flogen. Fliegende Ameisen sind noch nerviger als krabbelnde.

Dass Licht die Insekten und Ameisen anzog, war uns klar, aber dass diese Tiere durch das Fliegengitter durchpausten, das war uns neu. Wir öffneten die Fensterscheibe daher erst einige Minuten später, nachdem das Licht im Innenraum bereits erloschen war. Denn ohne frische Luft wären wir im Camper wahrscheinlich kaputt gegangen. Neben den Insekten machte uns die entweichende Hitze vom Camper, die sich über den Tag hier in allen Dingen gestaut hatte, ebenfalls zu schaffen. Diese Nacht war wieder einmal der Horror. Wir waren von Insekten genervt, von der Hitze im Camper ausgelaugt und durch den Schlafmangel launisch. Der Schuldige war für uns schnell ausgemacht, es war der Britz-Camper.

weiterlesen… Tag 15 – Von Mataranka bis Katherine

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