Fix und fertig von der letzten Nacht machten wir uns am nächsten Morgen direkt auf den Weg zu den heißen Quellen in Mataranka und danach nach Katherine. Wir wollten uns vor unserer Weiterfahrt noch einmal ein oder zwei Stunden Erholung in den warmen Quellen gönnen.

Schwimmen in warmen Quellen in Mataranka

Dabei lernten wir eine Australierin kennen, die anscheinend jemanden zum Quasseln brauchte. Sie gab uns viele Tipps zu der Umgebung und klärte uns über das Verhalten der gefährlichen Tiere auf. Zudem erzählte sie uns von dem Hurrikan, der kurz zuvor durch den Norden Australiens fegte und vielerorts für Überflutung sorgte. Sie meinte, dass die meisten Strecken wegen der Überflutung gesperrt seien und man, wenn überhaupt, dann nur mit einem Allradantrieb durchkäme.

Besonders schade fanden wir es zu hören, dass auch der Kakadu Nationalpark gesperrt war. Denn dort wollten wir eigentlich in den kommenden Tagen die meiste Zeit verbringen. Alternativ gab uns die Frau daher einige gute Tipps zum Litchfield Nationalpark. Da wir keinen Allradcamper hatten, waren wir auf gute Straßen angewiesen. Zu holprige oder überflutete Strecken durften wir mit dem gemieteten Camper nicht befahren. Auch Schotterpisten durften wir nur über einen Streckenabschnitt von maximal zehn Kilometern befahren.

Jedenfalls gab uns die Australierin den Tipp, höllisch auf Krokodile aufzupassen, da diese in der Regenzeit viel umherwandern und deshalb auch in Flüssen, Seen und Wasserlöchern vorkommen könnten, die eigentlich krokodilfrei sein müssten.

Sie klärte uns über die Verhaltensweisen der Krokodile und deren Jagdverhalten auf. Interessant war es zu erfahren, dass die Krokodile eher faule und geduldige Tiere sind und ihr Opfer oft tagelang beobachten, bis sie zuschnappen. So kann man zwei Tage lang an einem Wasserufer sein Geschirr waschen und es passiert nichts.

Das bedeutet jedoch nicht, dass man nicht möglicherweise bereits unter Beobachtung der Krokodile steht. Das Krokodil beobachtet seine Beute häufig über einen längeren Zeitraum hinweg. Wenn es merkt, dass man beispielsweise zum zweiten Mal am selben Wasserufer sein Geschirr wäscht kann man sich sicher sein, dass die Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass der nächste Waschgang tödlich enden könnte.

Von ihr erfuhren wir auch, dass man in Darwin nicht ins Meer gehen sollte. Zu dieser Zeit würden sich neben den Salzwasserkrokodilen auch viele tödliche Quallen im Wasser herumtreiben. Dabei handele es sich nicht selten um die gefährlichen Würfelquallen, deren giftige Fäden ausreichen, um mehrere Menschen innerhalb von Minuten zu töten.

Wir wussten von der Tierwelt um Darwin bereits gut Bescheid, aber dennoch nahmen wir ihre Hinweise erneut sehr ernst. Denn vor einigen Jahren wurde eine deutsche Backpackerin von einem Krokodil gefressen, weil sie ein Warnschild missachtete und in einem Wasserloch schwimmen ging. Die meisten tödlichen Unfälle mit diesen Tieren passieren, weil Menschen die Warnhinweise missachten oder betrunken schwimmen gehen. Dankbar über die vielen hilfreichen Informationen verabschiedeten wir uns von der Frau und dem aufschlussreichen Gespräch.

Proviant und kein Wasser bei der BP in Katherine

Die Oase Mataranka lag jetzt einige Kilometer hinter uns und wir waren dabei, nach Katherine zu fahren. In Katherine angekommen, war auch schon fast der ganze Tag vorbei. Sodass wir nur noch Zeit hatten, um unsere Einkäufe zu tätigen, bevor wir anschließend einen Stellplatz suchen mussten. Die Stadt Katherine war seit Langem wieder einmal ein größerer Ort, den wir besuchten. Es gab hier fast alle Geschäfte die man brauchte. Von Supermärkten über Tankstellen, KMart und einem McDonald’s fand man hier alles.

Katherine in Australien

Das Erste, was wir machen wollten, war, unsere Wasservorräte an einer BP-Tankstelle aufzufüllen. Doch als wir am Wasserhahn drehten, kam schon die Managerin herausgerannt und schrie herum, dass wir das nicht machen dürfen. Ich antwortete ihr, dass wir bis jetzt immer an allen Tankstellen Wasser auffüllen durften und ich daher nicht verstehe, warum das hier ein Problem für sie darstellt. Sie meinte nur, dass wir abhauen sollten. Damit hat BP bei uns an Sympathie verloren und wir werden in Zukunft die BP Tankstelle komplett meiden.

Das Gute war, dass auf der anderen Seite eine Shell-Tankstelle war. Dort hatten die Mitarbeiter kein Problem damit, dass wir Wasser auftankten. Sie halfen uns sogar dabei.

Unser Eindruck zu den Aborigines in Katherine

Die meisten Bewohner, die wir auf den Straßen sahen, waren Aborigines. Wie in den Orten zuvor prägten sie auch in Katherine das Bild. Einige saßen auf den Bürgersteigen herum, andere liefen in Grüppchen von A nach B und wieder zurück.

Auffallend war auch hier, dass viele Alkoholiker waren und bei der weißen Bevölkerung nach Geld bettelten. Zudem brüllten die Aborigines einander so laut zu, dass wir sogar einmal zusammenzuckten. Erst als wir merkten, dass es keinen anderen störte, machten wir uns bewusst, dass es hier anscheinend normal ist. Wir gewöhnten uns langsam an das Geschrei.

Neue Camper und eine weitere Nacht mit Insekten samt Sauna

Unseren Schlafplatz für die Nacht fanden wir zwanzig Kilometer von Katherine entfernt. Bei der Auswahl eines Schlafplatzes achteten wir immer darauf, dass wir weit genug von den Orten entfernt waren. Dadurch vermieden wir es, dass irgendwelche Jugendlichen sich nachts einen Spaß daraus machten und unseren Camper mit Steinen und Eiern bewarfen oder uns mit dem Aufleuchten von Scheinwerfern aufweckten. Denn damit hatten wir schon während unserer einjährigen Tour vor einigen Jahren durch Australien genügend Erfahrungen gesammelt.

Dieser Schlafplatz schien aber ein ruhiger freier Stellplatz und wir hatten ein gutes Gefühl. Später kam noch ein weiteres Camperfahrzeug dazu. Es waren zwei deutsche Jungs, die als Backpacker in einem Allradfahrzeug unterwegs waren und in einem Roof- Top-Tent (Zelt auf dem Fahrzeugdach) ihre Nacht verbachten. Wir wechselten mit ihnen einige Worte und wünschten uns gegenseitig eine gute Weiterfahrt.

 Katherine Campern in Australien

An dem Ort sahen wir einige schwarze Kakadus, die wir eigentlich nur aus West-Australien kannten. Wahrscheinlich waren es eher die größten schwarzen Kakadus, die nur im nördlichen Urwald zu finden waren. Jedenfalls flogen sie dort herum und sammelten Samen auf dem Boden. Ich versuchte ein Foto zu knipsen, jedoch waren die Kakadus dazu viel zu scheu und zu weit entfernt.

Die Nacht begann genau so stressig wie die Nacht zuvor. Wir kämpften mit den Insekten. Neben fliegenden Ameisen und anderem Ungeziefer waren jetzt zusätzlich noch Moskitos dabei. Die hätten wir echt nicht gebraucht. Wir hassen Moskitos. Diese Viecher versauen einem wirklich den Schlaf. Nur ein positives konnte ich den Moskitos abgewinnen. Und zwar, dass sie mich an den Spruch von Dalai Lama erinnerte, der meinte:

„If you think, you are too small to make a difference … try sleeping with a mosquito in the room.“

Im Bett liegend überlegten wir uns, warum sich der Britz-Camper über den Tag so sehr aufheizte, obwohl er doch zwei große Pilzlüfter in der Decke eingebaut hatte. Eigentlich hätten die unserer Meinung nach für genügend Zirkulation sorgen müssen. Denn wir waren vor Jahren mit einem selbst ausgebauten Camper unterwegs und dieser heizte sich nicht so stark auf, obwohl er keine Pilzlüfter hatte.

Campen in der von Katherine in Australien

Irgendwann kam die Erkenntnis, dass es nicht die Pilzlüfter waren, die einen schlechten Job machten. Dass sich der Camper so stark aufheizte, lag daran, dass die Luft bei den Möbeln nicht zirkulieren konnte. So staute sich die Wärme in den Hohlräumen der Schubladen und Fächer. Das war der Grund, warum der Camper über die Nacht wie ein Kamin wirkte, der langsam seine gespeicherte Wärme wieder abgab. Hinzu kam, dass der Camper nicht gedämmt war. Unserer Erfahrung nach waren die Britz-Camper für das australische Outback definitiv nicht richtig präpariert. Und jeder, der damit durch Australien reisen möchte, sollte sich auf eine harte Zeit in den Dingern einstellen.

Es wurde erst ab vier Uhr nachts angenehm kühl, so dass man gut einschlafen konnte. Wir gönnten uns die paar Stunden festen Schlaf bis zum baldigen Morgen, an dem uns der aufgeheizte Camper wieder aus dem Bett trieb.

weiterlesen…Tag 16 – Katherine und Katherine River

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