An diesem Tag stand der Ausflug zu den Robin Falls an. Wir freuten uns schon darauf und dachten an erfrischende Wasserlöcher wie beim letzten Wasserfall. In Flipflops nahmen wir den Weg auf uns und kämpften uns durch den unerwarteten steinigen Pfad. Immer wieder kamen uns Leute entgegen, die wir von unserem Parkplatz kannten. Warum kommen die denn alle so schnell von den Robin Falls zurück?, fragten wir uns. Es dämmerte uns bereits auf dem Weg, dass der Robin Falls (Wasserfall) wahrscheinlich nicht so super war, wie gedacht.

Als wir bei den Robin Falls ankamen war es keineswegs zu voll, allerdings war der Schwimmbereich zu klein. Der Wasserfall mündete in zwei Wasserlöchern. Keine Frage, es war schön anzusehen, aber zum Relaxen oder Schwimmen taugte der Robin Falls Wasserfall nicht. Die Wasserlöcher waren klein, die Steine glitschig und es war hochgefährlich, wenn man ausrutschte. Das sahen wir bei einer Frau, die ausgerutscht war, während wir dort waren.

Robin Falls in Australien beim Litchfield National Park

Wir hüpften über das eine Wasserloch und suchten uns einen mehr oder weniger bequemen Platz um die Atmosphäre zu genießen. Als wir einen Platz zum Verweilen gefunden hatten, fanden wir es erstaunlich zu beobachten, dass fast alle Neuankömmlinge direkt nach ihrer Ankunft das Mobiltelefon zuckten und ein Foto knipsten. Die Menschen ließen ihrem Gehirn nicht einmal drei Sekunden Zeit, um zu verstehen, an welchem Ort sie waren. Leider bemerkte ich, dass ich früher nicht viel besser war.

Früher standen die Leute an schönen Plätzen einfach da und bewunderten die Natur. Heute geht es nur noch um das nächste Foto, das in sozialen Netzwerken hochgeladen oder geteilt werden kann und wenn die Szenerie im Kasten ist, ziehen die meisten auch schon wieder weiter. Man sollte sich wenigstens einige Minuten Zeit nehmen und die Atmosphäre auf sich wirken lassen. Denn ein Foto, so schön es zuhause auch ist, kann keine Atmosphäre, keine Gerüche und auch keine Geräusche wiedergeben.

Hunde im Wasser bei den Robin Falls

Als immer mehr Menschen, teils auch noch mit Hunden kamen, entschieden wir uns, uns kurz abzukühlen und den Wasserfall zu verlassen. Es war einfach nicht genug Platz da! Etwas enttäuscht traten wir den Rückweg zum Camper an und verließen den Platz. Sowohl der Campingplatz als auch die Robin Falls gefielen uns persönlich nicht sehr.

Adelaid-River und der Pub von Crocodile Dundee

Auf dem Weg zum Litchfield-Nationalpark hielten wir an einer berühmten Tankstelle an, die sich in Adelaide River befand. Die Tankstelle war wegen des Pubs berühmt, der zum Filmset von Crocodile Dundee gehörte. Wer die Filme kennt, wird den Pub schnell wiedererkennen. Viele Touristen halten dort, um was zu essen, ein Bier zu trinken, Live-Musik zu hören oder sich einige Souvenirs zu kaufen.Pub Crocodile Dundee in Australien

Unweit der Tankstelle gab es eine Abbiegung zum Litchfield- Nationalpark, der dort auch offiziell begann. Im Vergleich zum Kakadu-Nationalpark war der Litchfield-Nationalpark größtenteils ganzjährig geöffnet und nicht alle Gebiete waren überschwemmt.

Fünf Meter hohe Termitenhügel

Jedenfalls hielten wir zuerst an einem gewaltigen Termitenhügel, der mindestens fünf Meter hoch war.

Die riesigen Termitenhügel, die über 50 Jahre alt werden und von den Kathedraltermiten gebaut werden, sind in ganz Nordaustralien verstreut. Es ist unglaublich, was diese kleinen Tiere vollbringen.

Termiten Hügel in Australien Outback

Der Vorgang beim Bau des Termitenhügels ist immer der Gleiche. Zuerst suchen sich die Termiten einen Baum. Dann beginnen sie von unten den Baumstamm mit Lehm zu umschließen und verwerten das Holz als Nahrung.

Termitenhügel in australischem Outback

Das abgebaute Holz wird bei bestimmter Temperatur in dem Höhlensystem der Termiten gelagert. Daraus wächst ein bestimmter Pilz, den die Termiten abbauen und als Nahrung verwerten. Der Baum selbst bleibt zwar noch einige Zeit am Leben aber schlussendlich bedeutet ein begonnener Termitenhügel das Ende für den Baum. Wurde ein Baum verwertet, machen sich die Termiten übrigens an die umliegenden Sträucher und Bäume heran.

Florence Falls und der freie Campingplatz

Nachdem wir die Termitenhügel ein wenig bestaunt und erkundet hatten, machten wir uns wieder auf den Weg. Kurze Zeit später erreichten wir auch schon den von uns ausgesuchten Campingplatz, der nicht einmal drei Kilometer von den Florence Falls entfernt war. Wie so oft hatten andere Camper bereits ihr Lager aufgeschlagen.

Campingplatz bei den Florenzfalls in Australien

Der Campingplatz war gut. Er war unterteilt in einzelne Buchten, die jeweils über eine Feuerstelle verfügten. Dadurch hatte man beim Kochen und Schlafen seine Privatsphäre.

Feuerstelle auf dem Campingplatz bei den Florenzfalls

Außerdem gab es ein Häuschen mit Toiletten, sauberen Duschen und einer kleinen Küche. Der gesamte Campingplatz war neu angelegt und aufgrund der Tatsache, dass die Regierung diesen pflegte, kostete er nur 6,30 AUD pro Person & Nacht. Das war ein fairer und günstiger Preis im Vergleich zu den privaten Campingplätzen, die nicht selten mehr als 20 AUD pro Person & Nacht verlangten.

Zuerst wollten wir an diesem Ort nur eine Nacht verbringen. Letztendlich verbachten wir dort mehrere Tage und das, obwohl die erste Nacht von Randalierern gezeichnet war. Kaum zu glauben, aber als wir abends unseren wohl verdienten Tee tranken und gerade ins Schwärmen kamen, wie schön ruhig es auf diesem neuen Campingplatz im Vergleich zu dem Campingplatz bei den Robin Falls sei, kamen plötzlich zwei Backpacker-Fahrzeuge mit lautem Gedöns angerast.

Die Neuankömmlinge waren auf dem ganzen Campingplatz kaum zu überhören. „Oh nein“, dachten wir, „nicht schon wieder! Hoffentlich parken die ihre Fahrzeuge weit weg!“ Doch all die Hoffnung war umsonst. Sie wendeten ihre Fahrzeuge hin und her und nach einigen Minuten standen die Dinger. Direkt gegenüber unserer Campingbucht. Dann ging die erste Tür auf. Wie in einem Hollywoodfilm fielen Bierdosen aus dem Fahrzeug, laute Musik dröhnte und tosendes Gelächter durchdrang die Ruhe. Das erste Wort, dass diese Menschen rausbrachten war „Fuck“. Zu unserer Überraschung war unter den beiden Fahrzeugen der Camper der beiden Deutschen, die mir bei den Robin Falls die dumme Frage stellten, ob ich illegal in Australien sei. Die anderen beiden Chaoten, die das zweite Fahrzeug behausten, waren Australier.

Wir dachten uns: Da hat das Bier Gleichgesinnte zusammen geführt. Und das Naturgesetz war mal wieder präsent: Gleiches zieht Gleiches an! Die Truppe machte bis drei Uhr nachts Radau. Man hörte immer wieder: „Fuck“. Eigentlich bestimmte das Wort jeden Satz. Erst als die Typen so besoffen waren, dass sie sich untereinander zu streiten begannen, kehrte Ruhe ein. Der eine sprang betrunken in sein Fahrzeug und fuhr ohne die anderen weg. Ein anderer verschwand beleidigt in seinem Zelt. Die zwei anderen deutschen Vollhorste bekamen sich ebenfalls in die Haare, stritten aber glücklicherweise nur noch so lange, bis einer im Bus einpennte. Ein Glück, dachten wir und schliefen ein.

Diese Art von Reisenden sind das Unheil für alle anderen Reisenden, die respektvoll miteinander umgehen und ihre Mitmenschen nicht vergessen.

Neben den unverschämten Campern hatten wir wieder einmal mit der Hitze und den Insekten zu kämpfen. Gegen die Hitze konnten wir nicht viel ausrichten, aber gegen die Moskitos hatten wir uns diesmal mit Insektenspray eingesprüht und uns mit einem Roll-on von „Bushman“ eingeschmiert. Das hielt die Viecher auf Abstand. Allerdings klebte man dadurch am ganzen Körper.

Das einzig Tolle an der Nacht waren die Dingos und deren Geheule. Wir bekamen immer wieder Gänsehaut, je näher sie an unseren Camper heran kamen. Das Geheule erinnerte an Wölfe und weckte eine Art Urangst in uns. Die Dingos gelten zwar nicht als besonders gefährlich, aber dennoch sollte man im Umgang mit ihnen Vorsicht walten lassen.

weiterlesen…Tag 20 – Florence Falls im Litchfield National Park in Australien

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