Nicht weit von den Florence Falls begannen wir den nächsten Tag übermüdet. Das hatten wir den Halbaffen aus der letzten Nacht zu verdanken. Nur eine kalte Duschen und ein guter Kaffee machten uns wieder fit, sodass wir uns auf den Weg zu den Florence Falls begaben.

Florence Falls im Litchfield National Park-Australien

Der Weg dorthin war nicht sehr schwer, man musste nur einige hundert Treppen in das Tal absteigen und schon war man da. Unterwegs entdeckten wir fleißige und grüne Ameisen, die auch als Weberameisen bekannt sind. Diese Ameisenart findet man weltweit in den tropischen Regionen außer auf dem amerikanischen Kontinent.

Weberameisen in Australien

Die Florence Falls waren mit den Robin Falls nicht zu vergleichen. Die Florence Falls waren viel größer, es gab hier fast einen ganzen See, in dem viele Menschen Platz hatten. Man konnte von den Felsen springen und super schnorcheln.

Zudem gab es hier schöne kurze Wanderwege, die durch die unterschiedlichste Flora und Fauna führten. Vor allem die Tierwelt war besonders mit ihren vielfältigen und großen Schmetterlingen.

Florence Falls Australien Litchfield National Park

Nach einigen Stunden im Wasser begaben wir uns wieder zurück zum Camper, um unseren Hunger zu stillen. Es war sehr heiß und wir versuchten jede unnötige Bewegung zu vermeiden.

Wir werden von einem angriffslustigen Wasserwaran verjagt!

Wir stärkten uns und suchten uns oberhalb des Wasserfalls eine kleine Wasserstelle. Die Wasserstelle war im Grunde ein größerer Bach, der im Wasserfall mündete.

Ich saß im Wasser und genoss das kühle Nass als Lisa plötzlich am Ufer vor Schreck aufsprang und schrie: „Eugen, komm schnell, da ist eine Riesenschlange im Wasser!“ Ich sah ihr den Schreck in den Augen an. „Sie kommt auf dich zu.“ Bei genauerem Hinsehen war es keine Schlange, sondern ein „Wasserwaran“. Er jagte Fische und andere kleinere Lebewesen im Wasser.

Im Normalfall meiden diese Tiere die Menschen und laufen weg, wenn ihnen jemand zu nahe kommt. Lisa war in weiser Voraussicht schon einige Meter abgehauen. Ich war nicht der Meinung, dass ich ihr folgen müsse, nahm mir zur Sicherheit einen Ast in die Hand und sagte mutig: „Die machen doch nichts! Der geht gleich wieder weg.“

Doch an Weggehen schien der Waran nicht zu denken. Er bewegte sich entschlossen und tapfer aber langsam aus dem Wasser auf mich zu und zischte dabei. Also hielt ich ihm den Ast entgegen, um ihn zu verscheuchen.

Doch anstatt abzuhauen, biss er in den Ast, kreiste mit dem Schwanz und zischte. Ich entschied, klein beizugeben und machte mich mit langsamen, aber großen Schritten auf und davon. Ich wusste, wenn der Waran wollte, konnte er aus dem Stand sehr schnell angreifen.

Wasserwaran im Litchfield Nation Park in Australien

Ich hielt den Rucksack vor mich und lief rückwärts, bis ich einen sicheren Abstand zu ihm hatte. Einen dermaßen angriffslustigen Waran hatte ich noch nicht angetroffen. Anscheinend hatte er sich an Menschen gewöhnt und komplett die Angst vor ihnen verloren. Man sah es dem Waran an. Er war stolz, sein Revier gegen einen Menschen verteidigt zu haben.

Da uns der Waran von dem Bach verscheucht hatte, entschieden wir dazu, unseren restlichen Tag doch lieber bei den anderen Menschen am Wasserfall zu verbringen.

Frisches Stockbrot am Lagerfeuer

Den Abend verbrachten wir erneut an unserem Campingplatz und hofften, dass die Randalierer weitergezogen waren. Ich sammelte Holz, denn wir wollten endlich mal wieder Stockbrot am Feuer machen. Das Sammeln von Feuerholz war beschwerlich.

So lange es hell war nervten die Fliegen, sobald die Dunkelheit einbrach wurde diese Plage von den Moskitos abgelöst. Nur das Feuer und genügend Insektenspray halfen gegen diese Plagegeister.

Stockbrot am Lagerfeuer in Australien

Das Feuer brannte gut und ich schnitzte uns noch einige Äste zurecht, um den Teig für das Stockbrot aufrollen zu können. Lisa bereitete in der Zwischenzeit den Teig zu. So verbrachten wir diesen Abend, am Lagerfeuer sitzend und Stockbrot essend.

Unser Stockbrot roch nicht nur gut, sondern schmeckte auch lecker. Es war fast wie ein geräuchertes Ciabatta-Brot und machte gut satt. Der Abend verlief ruhig, es waren keine Randalierer weit und breit zu sehen.

weiterlesen…Tag 21 – Die Rock Holes sind das geheime Wasserparadies im Litchfield-Park

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