Wir ziehen in ein Wohnmobil, um auf Langzeitreisen zu gehen. Nach längerer Reisepause im bayerischen Oberallgäu geht es wieder weiter durch die Welt. Unser neues zu Hause wird in Zukunft ein Wohnmobil von 7,4 Metern Länge sein. Wir möchten erst einmal in Bewegung bleiben!

Wir haben vieles jahrelang ausprobiert, aber das leben auf vier Rädern passt zu uns persönlich am besten. Kein anderes Leben bietet uns das Gefühl von Freiheit, die Sicherheit des Eigentums und so viel Lebensgefühl in einem wie ein zu Hause auf vier Rädern. Unabhängigkeit ist einfach das, was wir mögen und wollen.

Ein eigenes festes Haus auf einem Grundstück bedeutet oft viel Arbeit, starke Abhängigkeiten, Konsumansammlungen und hohe Kosten. Eine Wohnung, egal ob Eigentum oder Miete, ist auch nichts für uns, da es uns dabei oft an Privatsphäre fehlte beziehungsweise wir uns auch immer in einer Abhängigkeit befanden und dafür nebenbei relativ hohe Kosten verrichten mussten. In der Mietwohnung fühlten wir uns häufig nicht nur eingeengt, sondern hatten auch zeitweise das Gefühl, dass ständig irgendwer etwas von uns wollte. Ferienwohnungen sind da schon besser, aber nur vorübergehend eine Lösung, da wir uns dort nie richtig zuhause fühlten und demnach nie wirklich bei uns ankamen. Deshalb also ein Zuhause auf vier Rädern.

Eigentlich wollten wir mit dem Reisen noch ein bisschen warten und nicht – nach nur einer circa zweijährigen Reisepause – direkt wieder starten. Aber die Corona Pandemie (Covid-19) und die neuen, sich ständig wechselnden Arbeitsbedingungen sowie die Freiheitseinschränkungen brachten viele Lebenspläne durcheinander und so haben wir uns entschieden, in ein Wohnmobil zu ziehen und auf Reisen zu gehen. So bleiben wir flexibel und können das machen, was wir am liebsten tun, Zeit als Familie verbringen und schöne Orte bereisen!

Denn, wie es Benjamin Franklin sagen würde: „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.

So kam es, wie es kommen musste und wer uns kennt, der weiß, dass wir anfangs als Backpacker in Hostels unterwegs waren, dann einige Jahre in verschiedenen selbst ausgebauten Campern die Welt bereisten und schließlich nochmals mit dem Rucksack loszogen und uns rund um den Globus Airbnb- Unterkünfte mieteten. Anschließend folgte eine Pause vom Reisen. Wir arbeiteten vermehrt. Jetzt geht es mit dem Wohnmobil weiter. Mit einer richtigen Dusche, einer eigenen Toilette, einem Kühl- Gefrierschrank, einem Gasherd, einer Heizung und sogar einer Klimaanlage sind wir autark, haben so viel „Komfort“ wie noch nie und können entspannt der Sonne entgegen.

Der Unterschied zu früher ist, dass wir diesmal zu dritt unterwegs sind, denn unser fast zweijähriger Sohn begleitet uns nun auf unseren Reisen. Da er aktuell in einem Alter ist, in dem er den ganzen Tag motiviert ist, etwas zu lernen, ist das Reisen die perfekte Schule für ihn. Er begegnet vielen gleichaltrigen Kindern, kann mit diesen spielen, in Schwimmbädern planschen und an den Stränden und am Meer aus Entdeckungstour gehen. Gleichzeitig sieht er sehr viele verschiedene Tiere, die er mit den Abbildungen in seinen Büchern abgleichen kann, spielt fast den ganzen Tag draußen und lernt ungemein viel über die Natur. Und das Beste: Wir haben unglaublich viel Zeit für ihn, weil sich die Hausarbeit enorm reduziert hat und wir uns unsere Arbeitszeit wieder komplett frei einteilen können, sodass wir nicht gezwungen sind, ihn tagsüber auf „gleich“ oder „später“ zu vertrösten.

Bevor wir jedoch mit dem Wohnmobil starten konnten, mussten wir wie immer einiges erledigen. Die Wohnung und der Job mussten gekündigt, das Wichtigste eingepackt werden. Außerdem mussten wir die meisten unserer Sachen verkaufen, den Umzug organisieren, Persönliches einlagern und behördliche Gänge erledigen. Da es nicht das erste Mal ist, dass wir Deutschland verlassen, haben wir bereits Routine darin alles abzubrechen und loszuziehen. Es ist immer mit etwas Stress verbunden, dauert auch mehrere Wochen, aber wir wissen, dass es sich bislang immer gelohnt hat, auf Reisen zu gehen.

Nur eins vermissen wir diesmal ein wenig: Wir mussten unsere tolle Wohnung im Oberallgäu aufgeben, die uns samt der Nachbarschaft sehr ans Herz gewachsen war und einen wunderschönen Ausblick auf die Oberallgäuer Berge geboten hat. Aber eine Langzeitreise vorzunehmen und parallel einen Wohnsitz in Deutschland zu haben, schafft auf lange Zeit unserer Erfahrung nach nur Probleme und unnötige Kosten. Deshalb ist es immer besser, einen klaren Schnitt zu machen und sich in Deutschland abzumelden.

Wir haben jetzt nur uns und unser Zuhause auf vier Rädern, das wir immer dabei haben. Wie lange wir jetzt tatsächlich Reisen, wissen wir nicht, das lassen wir erst einmal offen und lassen uns treiben. Man kann sich jeden Tag neu erfinden, denn heute machen wir das und morgen vielleicht schon was ganz anderes.

Mit einer Segelyacht um die Welt zum Beispiel wäre auch so eine Idee …

Wie immer freuen wir uns über eure Kommentare und Erfahrungen zu diesem Thema.

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