Der Transport von Tieren speziell von Reptilien kann stressig sein. Aber auch für die Reptilien selbst ist der Transport strapazierend. Deshalb ist es wichtig, sich im Voraus Gedanken über den Tiertransport zu machen und sich entsprechend vorzubereiten.

Da Reptilien keine festgelegte Körpertemperatur haben, ist es hier umso wichtiger, die Tiere artgerecht zu transportieren. Vor dem Reptilientransport sollte unbedingt geprüft werden, ob das Reptil gesund und transportfähig ist. Auch sollten die Witterungsbedingungen einen Transport zulassen. Bei Reptilien sind diese Bedingungen erfüllt, wenn die Außentemperatur zwischen 5 und 25 Grad Celsius liegt. Reptilien, die Winterschlaf halten, sollten auch während diesem nicht transportiert werden.

Die Wahl der richtigen Transportboxen für Reptilien

Beim Reptilientransport muss verschiedenes beachtet werden, wie

  • Die richtige Transportbox
  • Luftzufuhr
  • Temperatur
  • Einzeltransport
  • Stressvermeidung
  • Beachten des Winterschlafs

Wie bereits erwähnt, sollte der Reptilientransport so schonend wie möglich durchgeführt werden. Hierbei muss auf eine ausreichende Luftzufuhr, aber auch entsprechende Verpackungsmaterialien geachtet werden.

Natürlich müssen die Tiere während des Transports ebenfalls vor Hitze und Kälte geschützt werden. Durch ihre wechselwarmen Eigenschaften sollten die Reptilien durchgehend ihrer Vorzugstemperatur ausgesetzt werden.  Eine ausreichende Anzahl an Luftlöchern sind min der Regel durch 2-5 Löcher mit einem Durchmesser von ungefähr 5-6 mm gegeben (variiert mit der Größe der Box).

Allgemein gilt, dass Reptilien immer in getrennten Behältnissen voneinander, also einzeln, transportiert werden. Die Transportbox eines Reptils sollte immer an die Größe des Tieres angepasst werden. Zudem sollte die Box einen rutschfesten Untergrund bieten und leicht zu reinigen sein.

Generell gilt Styropor als geeignetstes Material für den Reptilientransport, da dieses vor Extremtemperaturen schützt. Bei Regenwaldtieren sollte der Boden der Transportbox befeuchtet werden. Hierfür kann man beispielsweise ein Tuch, eine Zeitung oder auch ein Substrat verwenden. Das Innere der Box sollte ausbruchssicher sein und auch so beschaffen sein, dass sich die Reptilien nicht verletzen können. Dafür sollten Luftlöcher auch von innen nach außen gestochen werden und keine beweglichen Kleinteile in die Box integriert werden.

Muss ein Reptil während dem Transport gewärmt werden, kann man eine Wärmflasche, ein Heat Pad oder auch ein mit warmem Wasser gefüllten Einmalhandschuh in die Box legen. Bei Verwendung eines Heat Pads muss unbedingt darauf geachtet werden, dass genügend Sauerstoff in die Transportbox gelangt, da die Heat Pads bei Aktivierung auf den Sauerstoff reagieren und diesen dabei verbrauchen. Als Tipp kann man hier zum Beispiel. unter das Heat Pad zusätzliche Löcher in die Transportbox stechen und das Pad mit Klebeband an den Rändern darüber befestigen. So ist eine genügende Sauerstoffzufuhr gewährleistet.

Reptilien dürfen ebenso nicht direkten Kontakt zum Heat Pad erhalten, da dieses eine Wärme von bis zu 40 Grad erreichen kann. Deshalb sollte immer eine Isolationsschicht zwischen Reptil und Pad hinzugefügt werden, wie zum Beispiel zusammengeknülltes Papier. Generell sollte ein Tier niemals direkt auf einer Wärmequelle sitzen.

Dies kann eine Überhitzung zur Folge haben, da das Tier sich nicht selbstständig von dieser entfernen kann. Zusammengefasst sollte deshalb immer nur die Umgebungsluft des Reptils, aber nie das Reptil selbst erwärmt werden.

Geeignete Transportboxen für verschiedene Tierarten

Tierart Transportbox
Kleinechsen, Großechsen und Schlangen Heller Stoffbeutel in Styroporbox
mittelgroße Echsen Fauna Box
Chamäleon Styroporbox (+ verkeilter Ast)
Schildkröten Verschließbare Isolierbox
Landschildkröte Glattwandige Kunststoffbox
Wasser-, Schlamm- oder Sumpfschildkröte angefeuchteter Baumwollbeutel
Weichschildkröte feinmaschiger Transportbeutel in Styroporbox
Amphibien Terra Boxen
Rein aquatisch lebende Amphibien Plastikbeutel (1/3 Aquarienwasser + Wasserpflanzen) in Styroporbox
Spinnen Heimchen Dosen in Styroporboxen

Bei der Verwendung von Stoffbeuteln ist es wichtig, diese nach links zu drehen, da sich die Reptilien sonst an den Nähten verletzen könnten. Bei Schlangen und Großechsen sollten die Stoffbeutel zusätzlich mit Kabelbindern oder Tape verschlossen werden. Der Schwanz von Echsen, welche eine Sollbruchstelle im Schwanz haben, darf keinesfalls geknickt werden. Die Fauna Box für mittelgroße Echsen kann gerne am Boden mit Zeitung ausgelegt werden.

Der verkeilte Ast in der Transportbox des Chamäleons sollte so angebracht sein, dass das Tier auf dem Ast sitzend nirgendwo anstößt. Landschildkröten bevorzugen eine Temperatur von 25 – 30 Grad Celsius. Wasser-, Schlamm- und Sumpfschildkröten dürfen auf keinen Fall im Wasser transportiert werden, da diese sonst ertrinken oder auskühlen könnte! Bei Weichschildkröten sollte der Boden der Styroporbox auf jeden Fall mit mehreren Schichten angefeuchteten Handtücher ausgelegt sein. Bei Amphibien sollte man eine Box ohne scharfen Kanten verwenden, besonders vorsichtig bei Belüftungslöchern sein und als Untergrund feuchte Tücher verwenden. Scheuen Arten sollten man die Möglichkeit zum Verstecken in Laubecken geben.

Verhalten während dem Tiertransport von Reptilien

Während des Transports sollten die Boxen nicht geöffnet werden und die Reptilien auch auf gar keinen Fall herausgeholt werden. Hierdurch würden die Tiere nur noch mehr gestresst werden, da Reptilien in der Regel kein soziales Empfinden haben, und deshalb durch Berührungen, Zureden oder ähnlichem nicht beruhigt werden können.

Eine Fütterung ist während des Transports meistens nicht notwendig. Ebenso sollten die Tiere einige Tage vor dem Transport kein Futter mehr erhalten. Bei Schlangen sollte die letzte Fütterung 3-4 Tage zurückliegen, bei Reptilien allgemein 1-2 Tage.

Das sollte man beim Tiertransport von Reptilien durch eine Tierspedition beachten

Wird eine Tierspedition zum Transport genutzt, gibt diese im Voraus alle notwendigen Informationen und Hinweise, welche zu beachten sind. Grundsätzlich müssen folgende Informationen auf der Transportbox selbst angebracht sein:

  • Tierart
  • Alter
  • Anzahl
  • Telefonnummer für den Notfall
  • Notwendige Versorgung im Notfall

Ebenso muss auf allen vier Seiten der Box mit Richtungspfeilen gekennzeichnet werden, wo sich jeweils Boden und Deckel der Box befinden. Auch ein deutlicher Hinweis, dass lebende Tiere in der Box transportiert werden, ist Voraussetzung für den Transport durch eine Tierspedition.

Zusätzlich können noch die Luftlöcher der Transportbox gekennzeichnet werden, damit diese nicht versehentlich verschlossen werden.

Tierspeditionen oder Transporteure die Erfahrung mit dem Transport von Reptilien haben finden Sie auch auf der Webseite: www.bringhand.de

Das Wichtigste beim Reptilientransport in Kürze

Bei einem Reptilientransport müssen verschiedene Faktoren beachtet werden. Man sollte sich bereits einige Wochen vor dem eigentlich Reptilientransport auf diesen vorbereiten. Auch ist es wichtig, sich spezifisch auf die Reptilienart vorzubereiten, welche transportiert werden soll.

Nachfolgende Faktoren sind auf jeden Fall immer zu berücksichtigen: Die richtige Transportbox, Luftzufuhr, Temperatur, Einzeltransport, Stressvermeidung, Beachten des Winterschlafs.

Besonders kritisch für den Reptilientransport ist der Fakt, dass Reptilien keine eigene konstante Körpertemperatur haben, wodurch diese sich an die Temperatur der Umgebung anpassen. Deshalb ist vor allem die Temperatur ein Faktor, welcher zwingend, während dem Transport zu regulieren ist.

Ein idealer Transport ist extrem wichtig, um den Reptilien einen möglichst stressfreien Transport zu ermöglichen.

Wir hoffen, wir konnten einige Tipps an die Hand geben, wie man Reptilien sicher transportieren kann. Teilt gerne eure Erfahrungen hier mit, wie ihr das mit euren Tieren gelöst habt.

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