Ein Wohnmobil für Kleinkinder richtig einrichten kann je nach Aufbau des Wohnmobils eine Herausforderung sein. 

Ein Wohnmobil ist ein sehr enger Wohnraum auf vier Rädern und ist beinahe mit einem kleinen Studentenzimmer vergleichbar. So ist ein Standard-Wohnmobil eigentlich mit allem ausgestattet, was ein Zuhause in vier Wänden ebenfalls bietet. Der einzige Unterschied ist, es ist beweglich und man ist in seinem Haus auf Rädern an keinen Ort gebunden.

Ein Wohnmobil hat meistens ein Schlafzimmer mit Bett, eine Küche mit Kochplatte, Spülbecken und einer kleinen Arbeitsplatte sowie einen Esstisch mit Sitzbank, eine Dusche und eine Toilette. Dazu kommen noch Stauräume und eine kleine Garage. Der einzige Unterschied zum „richtigen“ Haus liegt in der Größe und dem variierenden Ort, den man sich für einige Monate zum Leben auswählt.

Durch den begrenzten Platz ist es meistens doch sehr kuschelig und eng im Wohnmobil. Das Resultat davon ist, dass im Wohnmobil fast alles verwendet wird, was man mit dabei hat. Es gibt fast nichts, was Platz oder Gewicht verschwenden würde. Man merkt es im Wohnmobil sofort, wenn man zu viel konsumiert hat und begrenzt sich meist im Voraus weniger zu kaufen. Nicht selten mussten wir aber auch schon zu viel gekaufte Sachen im Nachhinein an andere verschenken, weil es einfach zu viel wurde. Aber mit der Zeit lernt man, minimalistischer einzukaufen und zu leben und es fühlt sich – zumindest für uns – richtig gut an!

Neben des regelmäßigen Ausmistens muss man parallel immer dafür sorgen, dass die Ressourcen wie Frischwasser, Gas und Lebensmittel aufgefüllt, eingekauft und verstaut werden. Zudem muss man schauen, dass das Abwasser und die Toilette regelmäßig entleert werden und die Stromquelle intakt bleibt.

Wenn das alles läuft, dann kann das Reisen und Leben inklusive Kleinkind im Wohnmobil beginnen. 

Ein Wohnmobil ist zu Beginn nicht kindergerecht ausgestattet

Die meisten Wohnmobile haben eine ähnliche Ausstattung und zielen meistens auf Erwachsene Reisende. Im Umkehrschluss bedeutet es, es gibt keine Wohnmobile, die extra auf Kleinkinder ausgerichtet sind. Diese Aufgabe ist dann doch den Eltern überlassen, die einiges im Wohnmobil so verändern und anpassen müssen, dass sich die Kinder gleichermaßen darin wohlfühlen. Schließlich wird auf kleinstem Raum gespielt, gelernt und gebastelt.

Unser Wohnmobil war durch die Standard-Gestaltung und -Aufteilung kaum kindergerecht eingerichtet. Jedoch haben wir bei Einzug direkt das eine oder andere so angepasst, dass unser Kind nicht zu kurz kommt und nehmen nun unterwegs auch immer wieder Veränderungen im und am Wohnmobil vor, um es regelmäßig an die sich ändernden Bedürfnisse unseres Sohnes anzupassen.

So haben wir zu Beginn als „Spielebereich“ nur eine durchsichtige Spielekiste gehabt, die wir unter einen Sitz schoben und die bei Bedarf zum Spielen herausgeholt werden konnte. Bereits nach sehr kurzer Zeit merkten wir, dass es für Entwicklung der Selbstständigkeit unseres Sohnes und seines Dranges nach äußerer Ordnung wichtig ist, dass er einen festen eigenen Spielbereich hat, in dem er sich selbst zurechtfinden und bedienen kann. Diese Anforderungen hat die Spielekiste nicht erfüllt. Erstens war sie für ihn zu schwer und zweitens zu umständlich, um diese unter dem Sitz rauszuholen und damit zu spielen. Ordnung zu halten war darin auch nur bedingt möglich ;).

So gestalteten wir ein bisschen um und ließen einen eigenen Spielbereich bzw. eine ganze Kleinkindecke entstehen, damit er von nun an selbständig seine Spielzeuge und andere Dinge holen und finden konnte. Dabei war es wichtig, darauf zu achten, dass er jederzeit Zugang zu seinen Spielzeugen haben kann, sich selbst bedienen kann und alles auf Kinderhöhe angepasst ist.

Unser Wohnmobil ist so aufgebaut, dass wir in Kleinkindhöhe zwei große Schubladen, eine Box und ein Schrank haben. Diese sind ursprünglich für Kleidung und Schuhe gedacht, aber wir haben sie komplett dem Kleinen überlassen. Die Box dient jetzt als Spielzeugfach, die erste Schublade als Bücherfach, die zweite Schublade beinhaltet altersgemäßes strukturiertes Lernspielzeug mit Übungen für die Motorik/Sensorik, den sprachlichen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereich. Außerdem befinden sich in der Schublade einige Gesellschaftsspiele.

Um den Spielebereich (auch optisch) abzugrenzen, gibt es einen kleinen Teppich, den er  selbst ausrollen kann, wenn er darauf spielen möchte. Um den Wohlfühlfaktor zu erhöhen, dekorieren wir den Spielebereich immer ein bisschen, z.B. mit einer jahreszeitlich angepassten Wimpelkette.

Nebenbei hat unser Sohn einen eigenen Kleiderschrank, in dem alle seine Kleidungsstücke hängen oder liegen und zu dem er jederzeit Zugang hat. 

Um kreativ werden und nach Bedarf basteln und „arbeiten“ zu können (wie es unser Sohn gerne nennt, wenn er begeistert Mama und Papa nacheifert ;)), haben wir eine Ikea ÖVNING Tasche für Schreibtischzubehör mit einem Mäppchen, einem Farbkasten, Wachsmalstiften, Kinderscheren, Papier, Stickern etc. ausgestattet – sie dient als Art mobile Bastelstation. Damit kann er sich je nach Wetter flexibel drinnen oder draußen beschäftigen. Ihren eigentlichen Platz hat sie in der Dinette, in der wir einen kleinen Bastelbereich abgetrennt haben – sein „Atelier“. Dort hat er auch die Möglichkeit ein Bild, das er gemalt hat und das ihm besonders gut gefällt, „auszustellen“. Hierzu dient ein Klemmkleiderbügel, der von ihm kinderleicht mit einem entsprechenden Bild bestückt werden kann. 

Zudem gibt es einen kleinen Medienbereich mit Tonie-Box für die musikalische Unterhaltung bzw. zur Förderung des Hörverständnisses.

Zur Beschäftigung draußen haben wir ihm eine Outdoor-Spielekiste mit verschiedenen Spielzeugen bestückt. Außerdem hat er für draußen ein Planschbecken und Wasserspielzeug, ein Laufrad, einen Bobby-Car, Sandförmchen, Eimer, Schaufel und alles an Material, was die umliegende Natur und Umgebung hergibt.

Insgesamt müssen wir sagen, dass wir an der Stelle nur einen aktuellen Einblick geben, die Spiele- und Lernangebote jedoch immer wieder an die Entwicklungsphase unseres Sohnes anpassen.

Toilette und Bad für Kleinkinder im Wohnmobil

Je nach Alter ist auch eine kleinkindgerechte Toilette, Dusche und ein Bad für die Kleinen natürlich wichtig. Dadurch dass in vielen Wohnmobilen die Duschen und Toiletten doch kreativ und meistens sehr eng eingebaut sind, ist der Platz massiv begrenzt. So kann man den Kindern kaum einen eigenen Bereich darin anbieten, sondern es muss eine Möglichkeit geschaffen werden, damit er das Gleiche nutzt wie seine Eltern bzw. die Erwachsenen.

Als Toilette haben wir zuerst eine kleine Kindertoilette dabei gehabt. Diese konnten wir fast überall im Wohnmobil hinstellen, jedoch hat sie uns massiv genervt, da sie ständig von einem Platz zum anderen umgestellt werden musste und irgendwie immer im Weg war. Gut war natürlich, dass er diese, wenn wir länger an einem Ort standen, draußen super und sehr selbstständig nutzen konnte. Aber sobald wir wieder unterwegs waren, hat er die Routine schnell wieder verloren und machte einfach in die Windel. So haben wir uns entschieden, die Toilette zu verschenken und eine andere Lösung anzuwenden.

Als Ersatz haben wir uns einen Toilettendeckel für Kleinkinder gekauft, der einfach auf einen herkömmlichen Toilettendeckel aufgestellt wird. Ergänzend haben wir noch einen kleinen klappbaren Hocker gekauft. Die Vorteile lagen auf der Hand, unser Kind wusste jetzt immer, wo die Toilette ihren Platz hat und er konnte jetzt damit beginnen, sich routiniert von der Windel zu entwöhnen, was daraufhin auch sehr gut funktionierte. Die viele Zeit im Freien trug sicherlich auch dazu bei. So rennt er entweder nackt herum oder kann sich bei Bedarf schnell die Shorts ausziehen und einfach in den Busch oder auf den Sand machen.

Was die Körperwäsche angeht, so findest diese in der eingebauten Dusche im Wohnmobil statt, denn eine Badewanne haben wir im Wohnmobil nicht. Wir duschen den Kleinen einfach in derselben Dusche ab, die wir benutzen. Je nachdem, wo wir gerade stehen, hat er auch draußen die Möglichkeit im Wasser zu plantschen. Manchmal ist es ein Schwimmbecken, ein Fluss, ein See oder der große Ozean.

Damit unser Sohn im Badezimmer bei der täglichen Körperpflege selbstständig sein kann, gibt es dort für ihnen einen Klapphocker, mit dem er einerseits auf die Toilette klettern kann, aber auch an Taschentücher, ans Waschbecken, an den Waschlappen und an Seife kommt. Beim Zähneputzen, der Nagelpflege und dem Haare kämmen helfen wir ihm noch.

Wo schlafen Kleinkinder im Wohnmobil?

Hier scheiden sich die Geister, welches Wohnmobil besser für Kleinkinder ist und wo der Schlafbereich aufgebaut sein sollte. Es gibt Wohnmobile, die im Heckbereich extra ein Hochbett für Kinder haben. Dann gibt es welche mit Alkoven, welche mit Heckbett, welche mit Kingsize-Bett und welche mit Einzelbetten im Heckbereich, die zu einer Liegewiese verbunden werden können. Es gibt auch welche, bei denen der Esstisch und die Sitzgruppe zu einem Bett umgebaut werden können oder welche mit einem sogenannten Hubbett, also in denen ein Bett heruntergefahren werden kann. 

Wir sind uns einig, dass für Kleinkinder ein Bett im Wohnmobil immer zur Verfügung stehen sollte, also nicht eines, das man zuerst noch aufbauen muss. Damit ein Kind sich immer zurückziehen kann, um dort zu spielen oder ein Buch zu lesen. Unser Wohnmobil hat hinten Einzelbetten, die von uns zu einer Liegewiese verbunden sind. Diese ist fest installiert und kann jederzeit – auch tagsüber – benutzt werden. Außerdem haben wir im vorderen Bereich ein Hubbett, das wir nicht zum Schlafen benutzen, auf das man aber ausweichen kann. Damit sind wir eigentlich ganz glücklich. Noch besser als das Hubbett fänden wir einen Alkoven in Kombination mit einem Kingsize-Bett, einem Heckbett oder einem Stockbett hinten. 

Bislang haben wir noch ein Familienbett und praktizieren das so lange, wie es für alle passt. Tagsüber hält unser Sohn je nach Wetterlage seinen Mittagsschlaf entweder hinten im Bett oder in seinem Kinderwagen draußen vor dem Wohnmobil. Somit ist er eigentlich immer an der frischen Luft beim Schlafen. Entweder draußen oder indem frische Luft durch die Luken reinkommt.

Tipp: Solltet ihr ebenfalls vorhaben, mit einem Kleinkind im Wohnmobil auf Reisen zu gehen, dann empfehlen wir euch, einen Alkoven als Wohnmobil zu kaufen. 

Wie immer freuen wir uns über eure Kommentare und Erfahrungen zu diesem Thema.

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